02. Februar 2012
Mehrtägige Sperrung für Straßenbahn notwendig
Am Ettlinger Tor gehen die Bauarbeiten in die nächste Runde. Dies zeigt sich unter anderem beim Abriss der unterirdischen Gemäuer des ehemaligen Musikclubs Substage. Die Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) hat damit ein Spezialunternehmen beauftragt. Nicht zuletzt deshalb, weil in der Unterführung Material gefunden wurde, das umweltgerecht abgebaut und entsorgt werden muss.
Der Abriss des Mauerwerks ist notwendig, weil der Platz für den Bau der späteren unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor benötigt wird. In der Woche nach Fasching, also ab Aschermittwoch, wird der Teil der unterirdischen Anlage abgerissen, der unter den Gleisen liegt. Die Gleise müssen für den unterirdischen Rückbau herausgenommen werden. Nach Abschluss werden sie wieder eingesetzt.
Dafür muss der Bahnverkehr in Nord-Süd-Richtung zwischen Marktplatz und Kongresszentrum für mehrere Tage unterbrochen werden. Die Verkehrsbetriebe werden die genauen Daten für die Sperrung rechtzeitig bekannt geben. Der Autoverkehr wird nicht betroffen sein.
Eine weitere Beeinträchtigung wegen notwendiger Kanalbaumaßnahmen im Vorfeld der Arbeiten am Südabzweig des Stadtbahntunnels gibt es noch bis voraussichtlich Freitag, 17. Februar. Bis dahin ist die südlich der Hermann-Billing-Straße stadtauswärts führende Fahrbahn der Ettlinger Straße noch gesperrt. Für den Anliegerverkehr ist die Zufahrt bis auf Höhe der Tiefgarage am Tullabad (in Höhe der Luisenstraße) möglich. Hier wird der Anliegerverkehr über einen Wender auf die stadteinwärts führende Fahrbahn der Ettlinger Straße geführt.
Ein unerwarteter Fund wurde vor wenigen Wochen bei den Bauarbeiten am Ettlinger Tor, an der Ecke Karl-Friedrich-Straße/Kriegsstraße gemacht: Dort wurde ein Grundstein mit einer darin enthaltenen Kassette freigelegt. Diese Kassette aus Bleimaterial gehört zum Hotel Germania, das 1877 eröffnet worden war und auf dem Platz stand, den heute das Einkaufszentrum Ettlinger Tor einnimmt. Das „Germania“ galt seinerzeit als „das erste Haus am Platz“. 1943 wurde das Hotel bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Nach dem Krieg entstand an dieser Ecke die Friedrich-List-Schule.
Übergeben wurde die Kassette an die Restaurierungswerkstatt der Archäologischen Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Dort öffneten die Experten die Kassette mit Skalpell, Spatel und Hammer. Sie beinhaltete fünf Baupläne des einstigen renommierten Karlsruher Hotels, eine vermutlich lederne Mappe mit einem Siegel und eine auf den 1. März 1873 datierte Zeitung.