30. Juli 2011
Senkungen wurden dank Messungen entdeckt
Das Sicherheits- und Kontrollmanagement der Karlsruher Schienen- und Infrastrukturgesellschaft (KASIG) auf den Baufeldern der Kombilösung funktioniert. Bis Ende Juni wurden im Bereich des Baufelds Europaplatz unter den Gleisen kleinere Senkungen entdeckt, die umgehend mit Zementmörtel verfüllt wurden. Entdeckt wurden die Setzungen an drei Stellen durch die regelmäßige und intensive Überwachung des ganzen Geländes sowie der Bebauung um das Baufeld.
Die Senkungen liegen lediglich in einem Bereich von bis zu zehn Millimetern und sorgten so dafür, dass das Gleisbett, das parallel zum Baufeld läuft, minimal abgesackt war. Bevölkerung und Straßenbahnverkehr waren aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet, versicherte Uwe Konrath, Projektleiter für die Kombilösung bei der KASIG. Wo nötig, wurde der Gleisbereich durch Betonverfüllung direkt gesichert. Weitere Füllungen wurden vorbeugend an 24 Stellen in zweieinhalb Metern Tiefe zwischen Baufeld und Gleisbereich eingebracht. Dazu wurden Löcher in die Spundwände gebohrt und Rohre hindurchgeführt, um den speziellen Mörtel zur Verfestigung des Untergrunds einzubringen. Und das mit rund zehn bis 20 bar – also vergleichsweise wenig Druck gegenüber den Betonsäulen im eigentlichen Baufeld, die mit bis zu 400 bar erstellt werden. Pro Injektion wurden etwa 300 Kilogramm Betongemisch unter die Gleise gepumpt. So sei unter den Gleisen eine Art „Gewölbeschirm“ entstanden, sagte Gregor Fleischmann von der Abteilung Spezialtiefbau bei der Arge Stadtbahntunnel, die einen Teil der Kombilösung im Auftrag der KASIG baut. Durch die Injektionen wird auch das umliegende Erdreich zusammengepresst und damit die Dichte und Stabilität erhöht.
Warum es in diesem Bereich Hohlräume gibt, ist derzeit trotz zahlreicher Probeuntersuchungen vor Baubeginn noch unklar. „Solche Überraschungen beim Spezialtiefbau lassen sich im Vorfeld nicht vollständig ausschließen“, macht KASIG-Projektleiter Konrath deutlich. „Wir können die Kaiserstraße nicht durchlöchern wie einen Schweizer Käse“, fügte er hinzu. Infolge der Nachsackungen hat die KASIG nicht nur in den betroffenen Bereichen, sondern auch an den anderen geplanten unterirdischen Haltestellen umfangreiche Erkundungsmaßnahmen in Form von Rammsondierungen durchführen lassen. Mit dieser Methode wird die Dichte des Bodens festgestellt. Zur weiteren Beobachtung werden sowohl zusätzliche vermessungstechnische Kontrollen als auch Überwachungen durch Begehung der Gleise durchgeführt.