28. September 2011
Denn an drei von fünf Baustellen liegt der Auftragnehmer deutlich hinter dem Plan. „Ich bin mit dem Fortschritt der Arbeiten nicht zufrieden. Für die pünktliche Umsetzung hat der Auftragnehmer durch den Zuschlag bei der Ausschreibung die Verantwortung übernommen “, sagt Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der KASIG. „Die Bürger und Besucher der Stadt bringen sehr viel Geduld auf. Wir wissen, dass diese Geduld nicht unendlich ist und stehen in der Pflicht, jetzt nicht mehr nur mit klaren Worten, sondern nun auch mit Taten die Erfüllung des Vertrages durch die für die Baudurchführung Verantwortlichen einzufordern“, wird Casazza deutlich.
Hierdurch soll erreicht werden, dass der Baufortschritt, der nicht mehr den Planungen und dem Bauvertrag entspricht und dadurch das gesamte innerstädtische Leben länger als vorgesehen beeinträchtigt, wieder beschleunigt werden kann. „Wir werden unser Versprechen, die Beeinträchtigungen durch den Bau der Kombilösung erträglich zu gestalten, einlösen. Eine korrekte Bauausführung und das Einhalten des Zeitplans insbesondere das effektive Nutzen der täglichen Bauzeiten gehören zu den Eckpunkten dieses Versprechens. Das sollten eigentlich alle Beteiligten wissen“, betont Casazza. Der Aufsichtsrat der KASIG hat in seiner jüngsten Sitzung ausdrücklich dieses Vorgehen befürwortet und der Geschäftsleitung seine volle Unterstützung bei der Umsetzung des Vorhabens zugesichert.
Wegen der eingetretenen Verzögerungen wird sich die ursprünglich geplante Inbetriebnahme des Stadt- und Straßenbahntunnels im Jahr 2016 in das Jahr 2017 verschieben. Mit der Fertigstellung des Gesamtprojekts mit dem Umbau der Kriegsstraße ist nach derzeitigem Stand aber wie geplant für das Jahr 2019 zu rechnen.
Anfang nächsten Jahres steht der Wechsel der Baustellenseite von Süden nach Norden am Europaplatz an. In der ersten Hälfte 2012 wechselt dann auch die Baustelle an der künftigen unterirdischen Haltestelle Kronenplatz von der Nord- auf die Südseite, danach folgt die Baustelle Lammstraße, an der von der Süd- auf die Nordseite gewechselt wird.
Unabhängig von der weiteren Vorgehensweise werden sich durch den Mehraufwand im Rahmen der geplanten Arbeiten aber die Gesamtkosten für die Kombilösung erhöhen. Nach derzeitigem Sachstand ergeben sich voraussichtliche Mehrkosten in Höhe von ca. 3,2 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden von der ARGE Stadtbahntunnel weitere Kosten in Höhe von ca. 8,6 Millionen Euro vorgelegt, die von der KASIG jedoch noch plausibilisiert und geprüft werden müssen. Die aktuelle Kostenschätzung (September 2011) der KASIG geht damit von 640,9 Millionen Euro aus gegenüber der zuletzt im Oktober vergangenen Jahres publizierten Annahme von 637,7 Millionen Euro.