14. Oktober 2011
KASIG: Wir stehen bei den Bürgerinnen und Bürgern in der Pflicht.
Beim Bau der Kombilösung kommt es zu Verzögerungen. Derzeit liegt der Auftragnehmer an drei von fünf Baustellen trotz mehrfacher Ermahnungen der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) deutlich hinter dem Plan. Nun wird geprüft, ob weitere Firmen zum Einsatz kommen, um schneller voranzukommen. Der KASIG-Aufsichtsrat unterstützt dies. Allgemeine Baupreissteigerungen und die Verzögerungen führen zu Mehrkosten, die allerdings weniger als zwei Prozent betragen. Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels verschiebt sich auf 2017.
Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) nimmt den Auftragnehmer für die Umsetzung des ersten Teilstücks der Kombilösung in Zukunft deutlich stärker in die Pflicht. Geprüft werden wird, ob einzelne Bestandteile des Rohbauvolumens an weitere Unternehmen vergeben werden können. „Ich bin mit dem Fortschritt der Arbeiten nicht zufrieden“, betont Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der KASIG, der Verständnis für Bürger und Besucher der Stadt hat, die derzeit viel Geduld aufbringen müssen und mit den Beeinträchtigungen zurechtkommen müssen.
„Wir wissen, dass diese Geduld nicht unendlich ist und stehen in der Pflicht, nicht mehr nur mit klaren Worten, sondern auch mit Taten die Erfüllung des Vertrages durch die Verantwortlichen einzufordern“, macht Geschäftsführer Dr. Walter Casazza deutlich, der in ständigem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Alpine Bau Deutschland AG steht. Diese ist Teil der ARGE Stadtbahntunnel, der Auftragnehmerin für den Bau des Stadt- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit Südabzweig in die Ettlinger Straße. Derzeit liegt die ARGE an drei von fünf Baustellen trotz mehrfacher Ermahnungen seitens der KASIG deutlich hinter dem Plan. Grund dafür ist die Beseitigung von unerwarteten Bauwerksteilen im Untergrund, insbesondere aber die notwendige Änderung der Verfahrenstechnik zur Sicherung der historischen Karstadt-Fassade. Die Verzögerungen an der Baustelle der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße liegen aktuell bei etwa zwölf Monaten.
Die Arbeiten am Europaplatz liegen zehn Monate im Verzug. „Dort ist die vorgeschriebene Dichtigkeit der Baugrube, die das Grundwasser abhält, noch nicht ausreichend nachgewiesen“, erläutert KASIG-Projektleiter Uwe Konrath die Problematik. Auch beim zweiten Versuch, die Baugrube dicht zu bekommen, habe man nur unwesentlich bessere Ergebnisse erzielt. Der Wechsel der Baustelle am Europaplatz auf die Nordseite ist jetzt für Anfang 2012 geplant. Am Kronenplatz liegen die Bauarbeiten acht Monate hinter dem eigentlichen Plan, der Wechsel auf die Südseite soll an dieser Stelle in der ersten Hälfte 2012 erfolgen. Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels verschiebt sich entsprechend nach hinten und ist für 2017 vorgesehen. Weitere Baufelder sollen mit Rücksicht auf die Bevölkerung nicht parallel eröffnet werden. Vielmehr soll durch weitere Firmen auf den bestehenden Baufeldern dafür gesorgt werden, dass es dort schneller vorangeht. Durch den erhöhten Druck auf den Auftragnehmer soll der Baufortschritt insgesamt wieder beschleunigt werden. „Wir werden unser Versprechen, die Beeinträchtigungen durch den Bau der Kombilösung erträglich zu gestalten, einlösen“, so Casazza. Für ihn gehören eine korrekte Bauausführung sowie das Einhalten des Zeitplans und insbesondere das Ausnutzen der täglichen Bauzeiten zu den Eckpunkten. Auch der Aufsichtsrat der KASIG befürwortet das Vorgehen einstimmig und hat in seiner vergangenen Sitzung der Geschäftsleitung volle Unterstützung zugesichert.
Nur gering wirken sich die Verzögerungen auf die Kosten aus. Sie steigen um etwa 3,2 Millionen Euro auf 640,9 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden von der ARGE Stadtbahntunnel weitere Mehrkosten in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro vorgelegt, die von der KASIG allerdings noch geprüft werden.