Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

120-Tonnen-Schneidrad ist an die Tunnelvortriebsmaschine montiert

Das Schneidrad der Tunnelvortriebsmaschine (TVM) ist heute von einem Kran nach unten in die künftige unterirdische Haltestelle Durlacher Tor gehoben und dort an die Tunnelvortriebsmaschine montiert worden. In wenigen Minuten wurde das 120 Tonnen schwere, in den Karlsruher Farben lackierte Schneidrad mit einem Durchmesser von 9,30 Meter, das in den vergangenen Wochen zunächst in Teilen am Durlacher Tor angeliefert und dann von Spezialisten der Herrenknecht AG zusammengeschweißt worden war, auf dem Baufeld in der Kaiserstraße zunächst aufgerichtet und dann durch die westliche Andienöffnung nach unten abgelassen. Dort wurde das größte und zugleich schwerste Einzelteil der Tunnelvortriebsmaschine dann vor dem Schild auf den Antrieb montiert. Das Schneidrad ist ausgestattet mit 27 Schneidrollen, 16 Räumern und 172 Schälmessern, über deren Verschleiß acht Sensoren wachen.

Ende Oktober, wenn auch die letzte der insgesamt etwa 80 LKW-Lieferungen für die TVM in Karlsruhe montiert ist, wird die Tunnelvortriebsmaschine "S869" der Herrenknecht AG aus dem badischen Schwanau dann einsatzbereit sein: 2.049 Meter wird sich die 80 Meter lange und 1.300 Tonnen schwere TVM nach Westen unter der Kaiserstraße vorarbeiten und dabei die Haltestellen Kronenplatz, Lammstraße und Europaplatz durchfahren. Mit einer Nennvortriebskraft, die 2.542 Tonnen entspricht, erzeugen 18 Vortriebszylinder den Druck auf die "Ortsbrust" - also jene Stelle, an der das Schneidrad das Erdreich abträgt. Elf Elektromotoren liefern die notwendige Leistung von 1.210 Kilowatt. Die Tunnelvortriebsmaschine wird auf ihrer etwa neun Monate langen Reise täglich maximal zwischen acht und zehn Meter zurücklegen. Der Abstand zwischen dem Scheitel der TVM und der Geländeoberkante - dem Karlsruher Straßenpflaster - beträgt zwischen 4,50 Meter und 9,50 Meter. Dabei ist sie stets mindestens zwei Meter unter dem Grundwasserspiegel unterwegs - ein komplexes Zusammenspiel zwischen einer speziellen Flüssigkeit (Bentonit) zum Abdichten der Ortsbrust und dem in der Abbaukammer herrschenden Überdruck sorgt aber dafür, dass das Grundwasser nicht in die entstehende Tunnelröhre eindringt. Im Schutze des Schildschwanzes der TVM werden dann jeweils sechs neun Tonnen schwere Tübbinge zu zwei Meter langen Betonringen zusammengebaut, die dann schließlich die Tunnelröhre mit einem Innendurchmesser von 8,20 Meter bilden. Der Tunnel benötigt insgesamt etwa 1.000 Betonringe mit 6.000 Tübbingen. Etwa 300 Meter der Tunnelröhre sind bereits im bayerischen Herstellerwerk gefertigt.

Unten gut voran.