Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Ab Mitte nächster Woche muss nur noch am Europaplatz die Sohle betoniert werden

Von wegen Weinbrenner: Die Primärstützen in der Haltestelle Marktplatz werden abgebrochen, sobald die dahinterliegende Zwischenwand hergestellt ist. (1)
Hier hinein: Die zusätzliche Personenschleuse am Marktplatz für den Tunnel Karl-Friedrich-Straße ist nahezu einsatzbereit. (2)
Das bisschen Eisen: Die letzte Sohle Lammstraße wird bewehrt. (3)
In die Röhre schauen: Zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor sind die Dichtschotts bereits geöffnet. (4)

Die Rohbauarbeiten in den unterirdischen Haltestellen werden die für den unterirdischen Havariefall aufgebaute blaue Wasserleitung, die sich auf der gesamten Länge der Kaiserstraße zwischen Durlacher Tor und Europaplatz entlang zieht, im Sommer überflüssig machen: Denn ab Mitte nächster Woche wird einzig in der künftigen unterirdischen Haltestelle Europaplatz noch am Bau der endgültigen Sohle gearbeitet. In der Haltestelle Lammstraße wird diesen Montag der letzte Abschnitt betoniert, im Gleisdreieck am Marktplatz, in der Haltestelle Kronenplatz unter dem Berliner Platz und im Durlacher Tor ist die Sohle bereits seit Tagen oder auch Wochen komplett. Die blaue Havarieleitung ist für den Fall vorgesehen, dass ungeplant Grundwasser vor der Herstellung der endgültigen Sohle in die Haltestelle eintritt, um diese dann "künstlich" zu fluten und ein "Gegengewicht" zum Grundwasserdruck aufzubauen: Dieses Szenario entfällt mit der Betonage auch des letzten Sohlenabschnitts am Europaplatz voraussichtlich Ende Mai.

In diesem Zusammenhang ist auch der Abbau des Dichtschotts zwischen der Haltestelle Marktplatz und dem sich nördlich anschließenden Gleisdreieck beziehungsweise der westlich anschließenden Haltestelle Lammstraße zu sehen: Das Schott hätte bei einem Grundwassereintritt in der Lammstraße oder im Gleisdreieck mit anschließender Notfallflutung über die Havarieleitung die Ausbreitung des Wassers in die baulich schon weiter fortgeschrittene Haltestelle Marktplatz verhindert. Das Schott - eine Konstruktion aus einem Stahlrahmen und dicken Holzbohlen - wird in den nächsten Wochen ebenso abgebaut wie die kleineren Schotts, die sich in der von der Tunnelvortriebsmaschine "Giulia" gebauten Röhre befinden. Nur die beiden Schotts westlich und östlich vom Europaplatz bleiben noch: Das westliche Schott verfügt jedoch über ein Tor, dass zum Erdaushub für den unterirdischen LKW-Verkehr zwischen Mühlburger Tor und Europaplatz geöffnet werden kann.

Dem Fortschritt bei der Herstellung der Sohlen entsprechend läuft im Gleisdreieck, in der Lammstraße, im Kronenplatz sowie unter dem Marktplatz der Bau der Wände und teilweise bereits der Innenwände auf Hochtouren. Am Marktplatz sind zudem schon deutlich die Innenkonturen der Haltestelle zu erkennen: Über dem dritten Haltestellengleis wächst die Galerie mit der darüber liegenden Zwischendecke der Fertigstellung entgegen.

An der Oberfläche sind die Arbeiter sowohl an den beiden Enden der West-Ost-Achse wie auch entlang der Südachse der Kombilösung mit der Wiederherstellung des "Endzustands" beschäftigt: Am Mühlburger Tor ist das Abtragen der Baufeldbefestigung rund um das Kaiserdenkmal mit dieser Woche abgeschlossen. Am Durlacher Tor wird am Rückbau des - westlichen - Baufelds am Eingang zur Kaiserstraße gearbeitet. In der Durlacher Allee sind auf der südlichen Fahrbahn die noch ausstehenden Arbeiten wie etwa Pflasterarbeiten bis zum Gottesauer Platz oder der Einbau der Fahrbahn-Deckschicht in Angriff genommen worden, so dass eine Öffnung der Fahrbahn für den stadtauswärts führenden Verkehr im April in Sichtweite gerückt ist. Auf der Nordseite stehen das Setzen von Bordsteinen und der Bau der Straßenentwässerung an.

In der Ettlinger Straße sind jetzt bereits die Konturen der neuen Fahrbahnen - insbesondere der später stadtauswärts führenden Fahrbahnhälfte - sehr gut zu erkennen: Bordsteine signalisieren den gegenüber früher deutlich verbreiterten Fußweg etwa auf Höhe des Vierordtbads, weil die Fahrbahn für Autos und Radfahrer insgesamt mehr in die Mitte der Ettlinger Straße gerückt ist - dorthin, wo vor Baubeginn der Kombilösung oberirdisch die Gleise lagen.

Auf der Südachse gibt es natürlich auch unterirdisch Fortschritte: Beim Tunnelvortrieb unter der Karl-Friedrich-Straße wird im Aufweitungsbereichs ("Trompete") der Ulmenstiel, der den Vortriebsbereich in zwei Teile (Ulmen) teilte und dabei das Tunnelgewölbe stützte, bis zum Niveau der Sohle herunter abgebrochen. Unmittelbar danach beginnt im Regelquerschnitt südlich der "Trompete" der rückschreitenden Aushub der Sohle. Die zusätzliche Personenschleuse, die in die Schlitzwand zwischen "Trompete" und Haltestelle Marktplatz eingebaut wurde, geht dieser Tage in Betrieb, nachdem ein erster Drucktest in der zurückliegenden Woche erfolgreich war.

Beim Kombibauwerk sind die Ankerarbeiten abgeschlossen. In dieser Woche beginnt der Erdaushub zur Vorbereitung auf den Einbau der endgültigen Sohle für den Stadtbahntunnel. Zudem gehen die Arbeiten am Beton der Schlitzwände weiter, um nach Norden und Süden die volle Breite des Stadtbahntunnels beziehungsweise der Haltestelle Ettlinger Tor zu erreichen. Im Südkopf Ettlinger Tor werden weiterhin Stationswände hergestellt und die Primärstützen, die einen Teil der Deckenlast der Haltestelle während der Rohbauphase getragen haben, abgebrochen.

In der Haltestelle Kongresszentrum ist der Abbruch der Primärstützen bereits vollzogen. Hier stehen Betoneinbauten für Treppen und Fahrtreppen der beiden nördlichen Zugänge an und für die Schotterbegrenzungswände entlang des späteren Gleisbetts.

Unten gut voran.