Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Am Karlstor beginnen jetzt die Vorarbeiten für den Tunnelbau

Steht: Das Drehbohrgerät beginnt am Karlstor mit dem Herstellen der bis in 20 Meter Tiefe reichenden Bohrpfähle.
Läuft: Die Rampe westlich vom Karlstor ist fast vollständig verfüllt und wird mit schwerem Gerät planiert und verdichtet.

Noch nicht einmal drei Wochen ist die Unterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße für den Autoverkehr gesperrt – und schon beginnen auch hier nach den vorangegangen Arbeiten wie Kampfmittelsondierung und Teilabbruch der westlich vom Karlstor gelegenen Rampe die Vorarbeiten für den Tunnelbau: Im Baufeld W 1 werden die ersten Bohrschablonen angelegt, mit deren Hilfe das Drehbohrgerät später exakt die bis zu 20 Meter tief in die Erde reichenden Bohrpfähle herstellen kann. Für die zur Führung des Schlitzwandgreifers erforderlichen Leitwände wird der Vorverbau hergestellt. Zudem wird in den nächsten beiden Wochen auch die früher dem Autoverkehr vorbehaltene östliche Rampe vollständig mit Erdreich verfüllt: Genau wie zuvor am Ettlinger Tor wird dieser aufgefüllte Straßenraum benötigt, damit die schweren Geräte den Baugrubenverbau mit Bohrpfählen und in Schlitzwände eingestellte Spundwände herstellen können.

 

Nahtlos fortgesetzt werden beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und dem darunter liegenden Autotunnel die Arbeiten in den beiden Baufeldern, in denen aktuell Tunnelbau zu beobachten ist: Im Baufeld O 2 werden unter dem sowie östlich und westlich vom Mendelssohnplatz die einzelnen Abschnitte der Tunnelsohlen, die Außenwände, die später die Richtungsfahrbahnen trennende Tunnel-Mittelwand sowie bereits die erste Tunneldecke geschalt, bewehrt und betoniert. Im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor steht die abschnittsweise Herstellung der Tunnelsohle auf dem Programm der Arbeiter. Im Baufeld-Bereich zum Ettlinger Tor hin ist die Dichtigkeitsprüfung unmittelbar vor der Auswertung: Wenn durch Messungen erwiesen ist, dass die Baugrube dank der seitlich durch in Schlitzwände eingestellte Spundwände und Bohrpfähle sowie von unten durch die injizierte Weichgelsohle dicht ist, beginnt der Erdaushub bis zur zweiten Ankerlage und damit unterhalb des Grundwasserpegels.

 

In den unmittelbar an die Kreuzung Ettlinger Tor angrenzenden Baufeldern W 4 (westlich) und O 5 (östlich) geht es den noch von der früheren Kriegsstraßenunterführung Ettlinger Tor übriggebliebenen Deckeln über der West- und der Ost-Rampe an den Kragen: Sie werden abgebrochen, damit der neue Autotunnel beiderseits an das Kombi-Bauwerk angeschlossen werden kann. Das Kombi-Bauwerk direkt unter der Kreuzung vereint einerseits einen Abschnitt der künftigen unterirdischen Stadtbahn- und Straßenbahn-Haltestelle und andererseits darüber liegend auch ein kleines Teilstück des späteren Kriegsstraßen-Autotunnels. Begonnen mit dem Abbruch wird zunächst westlich des Ettlinger Tors. Über den Deckel auf der Ostseite gehen erst einmal die Fußgänger von Norden nach Süden und umgekehrt über die Kriegsstraße.

 

Weiter östlich des Ettlinger Tors im Baufeld O 4 auf Höhe der Kreuzstraße, des Staatstheaters und der Meidingerstraße  läuft der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage – also oberhalb des Grundwasserspiegels – sowohl im östlichen wie auch im westlichen Bereich dieses Baufelds zusammen mit dem Abbruch der Reste der alten Fußgängerunterführung auf Höhe der Kreuzstraße und der alten östlichen Rampe der Kraftfahrzeugunterführung Ettlinger Tor. Ebenfalls laufen bereits die Vorbereitungen für die Injektion von Weichgel, um die Baugrube von unten gegen eindringendes Grundwasser abzudichten, im westlichen Teil. Dabei muss die Bodenplatte der alten Rampe der Kfz-Unterführung vielfach - etwa im Raster von 1,90 Meter - durchbohrt werden.

 

Im Baufeld O 3 zwischen Meidingerstraße und Mendelssohnplatz beginnen Ende Mai Leitungsverlegungen, um die letzten Leitungen um dieses Baufeld herum führen zu können und anschließend den Baugrubenverbau mit in Schlitzwänden eingestellten Spundwänden fertig stellen zu können.

 

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels rückt der Gleisbau systematisch auf dem West-Ast vom unterirdischen Gleisdreieck Marktplatz in Richtung Westen zum Mühlburger Tor vor. Die Arbeiter durchqueren beim Verlegen der Unterschottermatten in Längsrichtung zunächst auf einer Fahrweghälfte die Haltestellen Lammstraße und Europaplatz sowie die dazwischen liegenden Tunnelabschnitte. Auf die Matten wird Schotter aufgeschüttet, darauf die Schwellen gelegt und mit den Schienen verbunden.

 

Betonwerksteine sind in der unterirdischen Haltestelle Europaplatz, aber auch auf dem Süd-Ast für die Haltstellengestaltung der Station Marktplatz Thema. Die Haltestellen Lammstraße, Durlacher Tor und Kronenplatz sind dank des Raumgerüstes bereits für die Montage der Verkleidung der oberen Wandflächen sowie unterhalb der Haltestellendecke.

 

Die elektrischen Montagen werden kontinuierlich vorgenommen, damit Leitungen in Leerrohre in den Tunnelabschnitten, unter den Bahnsteigen der Haletstellen und in den Technikräumen verlegt werden können.

 

Ebenso am „laufenden Band“ erfolgt die Montage der Aufzüge und Fahrtreppen, die in den Haltestellen eingebaut werden.

Unten gut voran.