Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Am Karlstor erfolgt am Montag das große Aufatmen

Der Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse „oben“ und einem darunterliegenden Autotunnel hat mit den Arbeiten an den Gleisen und Fahrbahnen im Bereich des Karlstors ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Mit dem Schulbeginn an diesem Montag (13. September) fahren die Straßenbahnen wieder entlang der Karlstraße. In einigen Wochen folgt dann das Aufatmen für alle anderen Verkehrsteilnehmer: Dann wird neben der bereits jetzt möglichen Überfahrt der Karlstraße von Norden nach Süden sowie dem Rechtsabbiegen von Norden nach Westen auch wieder die Überfahrt für Autos von Süden nach Norden und das Abbiegen in alle Richtungen möglich sein.

 

Damit ist einer der komplexesten Vorhaben im Rahmen des Tunnelbaus in der Kriegsstraße Geschichte: Denn am Karlstor waren die Tunnelbauer – von Osten kommend – zuletzt am Werk gewesen, hatten sogar zeitweise Hilfsbrücken für die Bahnen über die Baugrube gelegt, um den Bahnverkehr für ungefähr sechs Monate aufrecht zu erhalten. Die jetzt endende Sperrung der Kreuzung war notwendig geworden, weil nicht nur ein neues Gleisdreieck zur Anbindung der neuen Kriegsstraßen-Trasse eingebaut wurde, sondern auch die Lage der Gleise nördlich und südlich des Gleisdreiecks in der Karlsstraße angepasst wurde. Mit dieser Anpassung ging wiederum einher, dass auch die Fahrbahnen für den Autoverkehr sowie die Gehwege eine Korrektur erfuhren.

 

Der nächste Schritt am westlichen Ende der Kriegsstraßen-Baustelle ist der Bau der dritten der insgesamt drei neuen oberirdischen Haltestellen. Sie entsteht auf Höhe des Bundesgerichtshofes und wird zusammen mit der bereits im Zuge der Kombilösung errichteten Haltestelle Karlstraße südlich vom Karlstor Umsteigemöglichkeit für die ab 12. Dezember hier verkehrenden Straßenbahnlinien 2, 3, 4 und 5 sein. Die Linien 4 und 5 werden die Kriegsstraße entlang fahren.

 

Eine weitere Großbaustelle innerhalb der Baumaßnahme Kriegsstraße ist – noch – das - Ettlinger Tor. Für den 20. September geplant ist die Inbetriebnahme fast aller Funktionen dieses innerstädtischen Verkehrsknotens. Während der Sommerferien wurde die Kreuzung in ihren Endzustand gebracht: Provisorische Fußgänger-Überwege wurden entfernt, die ebenfalls provisorisch in der Straßenmitte angelegten Auto-Fahrbahnen in die endgültige Lage an den äußeren Straßenrand gebracht. Die Anschlüsse der Karl-Friedrich-Straße von Norden und der Ettlinger Straße von Süden wurden eingerichtet, verbunden mit dem Bau von Verkehrsinseln und dem Stellen der neuen Lichtsignalanlage. Und schließlich erfolgte der Einbau der neuen Gleise in der Mitte der Kreuzung. In etwas mehr als einer Woche wird die Kreuzung dann – bis auf den Fußgängerüberweg westlich – wieder ein echter Verkehrsknoten sein.

 

Ähnlich wie am Karlstor folgt auch hier der Bau einer oberirdischen Haltestelle, die sich westlich an die Kreuzung anschließt. Sie wird dann zum Umsteigen von den unterirdisch ab 12. Dezember hier fahrenden Stadtbahnlinien S 1, S 11, S4, S 52, S 7, S 8 und der Straßenbahnlinie 2 zu den oberirdisch verkehrenden Straßenbahnlinien 4 und 5 genutzt werden können. Die Gleise müssen von hier nur noch bis Höhe Lammstraße eingebaut werden, da der Abschnitt zwischen Lamm- und Ritterstraße schon vor Monaten fertiggestellt wurde.

 

Kontinuierlich gearbeitet wird auch an der westlichen Ein- und Ausfahrtrampe für den Autotunnel Kriegsstraße ein. Insbesondere die über 50 Jahre alten Rampenwände aus Stahlbeton mussten saniert werden und erhalten eine Schallschutzverkleidung.

 

Im Autotunnel läuft der Innenausbau weiter: Tunnelbeleuchtung, Notbeleuchtung, Notausgang- beziehungsweise Fluchtwegbeschilderung, die LED-Markierung der Fluchttüren, Lautsprecher, Mobilfunk- und Radio-Antennen, Notrufeinrichtungen, Pumpen für die Ableitung des im Brandfall im angefallenen Löschwassers sowie Pumpen zur Erhöhung des Wasserdrucks in der Löschwasserleitung im Tunnel, Strahllüfter, Messgräte für die Lüftung, Brandmeldeeinrichtungen und auch Einrichtungen zur Geschwindigkeitsüberwachung werden montiert und elektrisch angeschlossen. Die Funktionen werden – automatisch – von der unterirdischen Betriebszentrale aus gesteuert.

 

Im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel sind nun allenfalls noch Restarbeiten zu erledigen. Neben kosmetischen Arbeiten oder Nacharbeiten beschäftigen sich die Handwerker und Steuerungsspezialisten vor allem mit den für den Bahnbetrieb unter der Erde notwendigen Anlagen. Auf den Gleisen unterwegs, aber auch mit Stopps an den Bahnsteigen sind Fahrer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) und der Deutschen Bahn (DB) zu sehen, die sich mit dem Fahren in einer unterirdischen Verkehrsanlage vertraut machen.