Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Am Montag öffnet sich das Mühlburger Tor endgültig

Vom Rohr in die Röhre: Der Füllbeton wird am Kaiserplatz angeliefert und vom straßengängigen Betonmischer in einen tunnelgängigen Mischer umgeladen. (1)
Schicht für Schicht wird die Tunnelröhre zwischen Mühlburger Tor und Europaplatz bis zu etwa einem Drittel mit Beton aufgefüllt. Auf dieser Fläche werden später die Gleise montiert. (2)

An diesem Montag (5. September) ist der Wettlauf gegen die Uhr beendet: Dann kann der in den vergangenen neun Tagen gestoppte Autoverkehr auch wieder in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt - allerdings beschränkt auf jeweils eine Fahrspur - über das Mühlburger Tor fließen. Die durch die Arbeiten an der Kombilösung bedingten Vollsperrungen dieser wichtigen Verbindung für Autofahrer wie auch für den Stadtbahn- und Straßenbahnverkehr haben dann ein Ende.

Ganz beendet sind die Arbeiten am Westende der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße damit freilich nicht: In den nächsten Wochen werden die Straßenoberflächen auf der Nordseite des Kreuzungsbereichs und der Kaiserallee in ihren endgültigen Zustand versetzt. Weniger gut von oben zu beobachten sind die unterirdischen Arbeiten: Im ehemaligen Zielschacht wird noch an den endgültigen Wänden gearbeitet, und in die Tunnelröhre zwischen dem Zielschacht und der Haltestelle Europaplatz wird der Füllbeton eingebracht, der als Ebene für den Gleisbau dienen wird.

Auch am Ostende der Tunnelröhre geht es bei den Arbeitern dynamisch zu: Für übernächstes Wochenende sind die Abnahmefahrten für die in der Durlacher Allee zwischen Gottesauer Platz und Durlacher Tor neu verlegten Gleise sowohl auf der Nordseite wie auf der Südseite vorgesehen. Hier werden derzeit Bordsteine für den Straßenbau gesetzt, Straßenflächen asphaltiert, Oberleitungsarbeiten vorgenommen und auch noch provisorische Holzgeländer auf den Wänden der Rampe montiert. Damit steht dann der Aufnahme des regulären Bahnverkehrs in der Durlacher Allee ab 12. September frühmorgens nichts mehr im Weg.

An den insgesamt sieben neuen unterirdischen Haltestellen herrscht nach wie vor emsige Bautätigkeit: In der Lammstraße und im Gleisdreieck Marktplatz sowie am Kronenplatz wird Baggerlöffel für Baggerlöffel das Erdreich von unten auf LKW nach oben ausgehoben. Nachts wird auf die durch den Erdaushub freigelegten und dann noch mit einem Wasserstrahl gesäuberten Wände Spritzbeton aufgetragen, vor den dann später beim Ingenieurbau die endgültigen Wände betoniert werden. Am Europaplatz laufen derzeit ausschließlich Spritzbetonarbeiten, da für den weiteren Erdaushub derzeit noch in der Planung befindliche zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind: Die Südwand der unterirdischen Haltestelle wird rückverankert, um die ab 2010 dort hergestellte, aber zum Teil mit Mängeln behaftete Hochdruckinjektionssohle (HDI-Sohle) zu entlasten.

Einen Schritt weiter sind die Arbeiter bereits in den drei Haltestellen Durlacher Tor, Südkopf, Ettlinger Tor und Marktplatz: Hier werden die endgültigen Stationswände betoniert, in der Haltestelle Kongresszentrum und in den Tunnelabschnitten auf dem Südabzweig arbeiten die Arbeiter sowohl an den Sohle wie auch an den Wänden und Decken.

Im Kombi-Bauwerk in der Mitte der Kreuzung Ettlinger läuft die Bewehrung für die Decke zwischen dem unten liegenden Stadtbahntunnel und dem darüber liegenden Straßentunnel.

Der Vortrieb des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße liegt bei 202 Metern.

Unten gut voran.