Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Am Wochenende schweben Stahlkolosse am Mendelssohnplatz ein

Bereit: Die Auflager für die Hilfsbrücken über den Mendelssohnplatz sind montiert. (1)
Injiziert: Weichgel wird mit Schläuchen am Mendelssohnplatz zur Abdichtung gegen Grundwasser ins Erdreich gepresst. (2)
Betoniert: Bis zu 20 Meter in die Erde reichende Bohrpfähle bilden im Baufeld W 3 westlich vom Ettlinger Tor die Baugrubensicherung. (3)
Gebohrt: Mit Erdankern werden die Spundwände im Baufeld W 3 auf Höhe des Einkaufszentrums nach hinten gesichert. (4)

In der Nacht von morgen (Samstag) auf übermorgen (Sonntag) ist es soweit: Zwei überlange Tieflader fahren in der Kriegsstraße am Mendelssohnplatz vor. Zuvor haben sich bereits zwei schwere Autokrane dort in Stellung gebracht und zum Einsatz gerüstet. Sie werden nacheinander die mit den Tiefladern angelieferten zwei 55 Tonnen schweren Stahlbrücken auf die vorbereiteten Auflager quer über die Kriegsstraße einheben. Jede Brücke ist 22 Meter lang und hat eine Spannweite von 20 Metern, unter denen der Autotunnel unter der Kriegsstraße gebaut wird. Wenn alles gut geht, ist das Schauspiel der Schwergewichte in den frühen Morgenstunden des Sonntags beendet. Und wenn der Berufsverkehr am Montag wieder nach Karlsruhe einpendelt, haben Arbeiter längst damit begonnen, die Fahrleitung über den Gleisen auf den Hilfsbrücken aufzubauen damit in Kürze die Lücke im Straßenbahnnetz zwischen Rüppurrer Straße und Kronenplatz wieder geschlossen ist.

Nur eine Woche später, in den frühen Morgenstunden des Samstags (10. November), rollen dann schließlich die ersten Bahnen wieder über den östlichsten Südabzweig, den die Karlsruher Innenstadt zu bieten hat. Für die Tunnelbauer in der Kriegsstraße beginnt dann wieder der Alltag: Im Baufeld O 2, das sich von der Einmündung der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee bis auf Höhe der Heinrich-Hübsch-Schule in der Kriegsstraße erstreckt, werden die restlichen Spundwände aus Stahl in die Schlitzwände gestellt, die Sohle wird mit Weichgel gegen das Grundwasser von unten abgedichtet und der bereits im Bereich der Hilfsbrücken begonnene Erdaushub und die Sicherung der Spundwände mit Ankern werden fortgesetzt.

Im östlich benachbarten Baufeld O1 mit dem kurzen Abschnitt Tunnel vom Mendelssohnplatz nach Osten und den sich daran anschließenden beiden Rampen für die Ein- und Ausfahrt des Tunnels geht es dagegen schon wieder in die umgekehrte Richtung: Die Arbeiten bestehen aus dem Rückbau der Baustelleneinrichtung, der Rohbau ist termingerecht abgeschlossen.

In der anderen Richtung, also westlich vom Mendelssohnplatz, im Baufeld O 4 werden die Kragplatten in der nächsten Woche fertig. Anschließend beginnt hier der Straßenbau. Im weiter westlich anschließenden Baufeld O 3, östlich vom Ettlinger Tor, steht bereits der nächste Schritt bevor: Auf und neben den dort betonierten Kragbalken wird eine provisorische Straße gebaut, über die während der Bauzeit die Autos fahren können, während darunter die Arbeiter mit dem Tunnelbau beschäftigt sind. Die Verkehrsumlegung des West-Ost-Verkehrs auf die bauzeitliche Straße auf den Kragkonstruktionen auf der Südseite der Baufelder O3 und O4 ist für Anfang Dezember vorgesehen.

Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße, heben die Arbeiter im Westteil die Baugrube aus, bohren die Anker der obersten Lage durch die Spundwände und stellen die Weichgelsohle her. In östlichen Teilbereich werden moch überschnittene Bohrpfähle in das Erdreich hergestellt, die statt der stählernen Spundwände die Baugrubensicherung übernehmen und vor seitlich eindringendem Grundwasser schützen.

Der Verkehrsknoten auf Höhe der Ritterstraße innerhalb des Baufelds W 2 ist nahezu fertiggestellt - die Querung der Kriegsstraße nicht nur für Radfahrer und Fußgänger, sondern auch für Autos wird schrittweise ab November geöffnet.

Unten gut voran.