Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Arbeiten am Stadtbahntunnel tauchen kurz nach oben auf

Da fehlt noch etwas: Der Treppenaufgang Nordwest der unterirdischen Haltestelle Europaplatz wird ab Ende Juli gebaut.
Noch ein Stück: In den Ferien wird die Rampe Mühlburger Tor an das oberirdische Gleisnetz angeschlossen.
Anfang vom Ende: Vor der Christuskirche am Mühlburger Tor werden Wege angelegt, danach die Grünflächen.

Seit Monaten schon laufen die Arbeiten beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis auf Höhe der Augartenstraße nahezu vollständig unterirdisch und damit im Verborgenen. Doch in den anstehenden Sommerferien heißt es planmäßig noch einmal kurze Zeit: Rohbau zusätzlich zum Innenausbau – und sichtbar für alle. Einerseits wird am Europaplatz der bisher noch nicht sichtbare nordwestliche Treppenaufgang an der Douglasstraße nach oben „verlängert“: Der bereits unterirdisch im Rohbau hergestellte, aber noch abgedeckte Treppenaufgang erhält oberirdisch seine Treppeneinfassung – eine ihn an drei Seiten umgebende Stahlbetonwand. Auf der anderen Seite der oberirdischen Haltestelle Europaplatz werden ebenso wie in der Kaiserstraße oberhalb der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße – sie liegt westlich der jetzigen oberirdischen Haltestelle Herrenstraße –, auf dem Marktplatz oberhalb der dortigen Haltestelle sowie in den Bereichen der Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor die Rauch-Wärme-Abzug-Öffnungen (RWA) installiert. Das sind massive Metallrahmen mit hydraulisch schwenkbaren Abdeckungen, die bei einem Notfall aufklappen und Rauch und Hitze durch die Decke der Haltestelle nach oben entweichen lassen.

 

Während die Arbeiten an den RWA-Öffnungen den Verkehr der Stadtbahnen und Straßenbahnen in der Kaiserstraße nicht beeinträchtigen, haben die Planer die durch den Gleiswechsel der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) ab 27. Juli erfolgende Sperrung der Strecke zwischen Europaplatz und Mühlburger Tor ausgenutzt. Denn sowohl der Treppenaufgang wie auch die RWA-Öffnungen liegen im Bereich der beiden oberirdischen Bahnsteige, die deshalb für die Arbeiten in Anspruch genommen werden.

 

Zumindest von oben „unsichtbar“ geht der Gleisbau im Süd-Ast des Stadtbahntunnels der Kombilösung weiter: Zwischen dem Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der zur Augartenstraße hochführenden Rampe werden zunächst die den Körperschall, der durch die fahrenden Bahnen verursacht wird, dämmenden Unterschottermatten im Gleisbett der Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum sowie in den Tunnelabschnitten dazwischen verlegt. Danach erfolgt die Aufschüttung mit Schotter und schließlich die Montage von Schwellen und Schienen.

 

Das Anbringen der hellen Betonwerksteine läuft in den letzten drei Haltstellen: Die Stationen Marktplatz, Ettlinger Tor und zunehmend auch Kongresszentrum stehen ganz im Zeichen der Handwerker, die die Kunststeine auf den Bahnsteigoberflächen verlegen und auf die Unterkonstruktion an den Wänden montieren.

 

Noch den Arbeiten am Stadtbahn- und Straßentunnel zuzurechnen ist auch das Wiederanlegen der Wege und der Grünflächen auf dem Platz vor der Christuskirche am Mühlburger Tor. Die Wege der seit 2010 als Baueinrichtungsfläche für den Rohbau des Tunnels genutzten Fläche werden derzeit genau so wieder gebaut, wie sie einst durch den Platz verliefen. Danach folgen die Grünflächen.

 

Ganz anders geartete Arbeiten stehen beim Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem unterirdischen Autotunnel auf dem Programm: Im Baufeld O 2 am Mendelssohnplatz sowie westlich und östlich davon werden ebenso wie im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor Tunnelaußenwände, die die Fahrbahnen trennende Tunnelmittelwand und Abschnitte der Tunneldecke betoniert. Einen Einschnitt bei den Arbeiten markiert die Nacht vom 29. auf den 30. Juli: Dann werden die zwei Hilfsbrücken, die die Baugrube unter dem Mendelssohnplatz überspannen und auf denen neun Monate die Stadtbahnen und Straßenbahnen verkehrten, abgebaut. Drei Wochen später folgt der nächste Einschnitt: An der Oberfläche des Mendelssohnplatzes wird das Gleisviereck eingebaut – damit mit den Arbeiten an der endgültigen Gestaltung der Oberfläche der Kriegsstraße begonnen.

 

Östlich des Mendelssohnplatzes bis zur Meidingerstraße im Baufeld O 3 hebt der Schlitzwandgreifer die letzten der bis zu 20 Meter tiefen Baugruben aus, in die dann Spundwände zur Abdichtung der Tunnelbaugrube gegen seitlich eindringendes Grundwasser gestellt werden.

 

Im Baufeld O 4 östlich des Ettlinger Tors wird noch der seitliche Baugrubenverbau – in Schlitzwände eingestellte Spundwände und Bohrpfähle – in der obersten Lage verankert. Außerdem wird die Dichtigkeitsprüfung des östlichen Abschnitts dieser Baugrube (von der Kreuzstraße bis zur Meidingerstraße) vorbereitet. Unmittelbar westlich des Ettlinger Tors im Baufeld W 4 steht die Herstellung der Weichgelsohle zum Schutz der Baugrube gegen von unten eindringendes Grundwasser auf dem Programm der Arbeiter.

 

Im Westen, Im Baufeld W 1, am Karlstor werden die letzten Großbohrpfähle für den seitlichen Baugrubenverbau hergestellt. Parallel dazu hat bereits der Erdaushub begonnen.

Unten gut voran.