Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Aufsichtsräte informierten sich über Tunnelvortriebsmaschine

Über die eigens für die Karlsruher Kombilösung gebaute Tunnelvortriebsmaschine informierten sich dieser Tage Aufsichtsräte der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG). Bei einem Besuch des im badischen Schwanau ansässigen Unternehmens Herrenknecht AG konnten sich Aufsichtsrat und Geschäftsleitung ein eindrucksvolles Bild davon machen, dass an dem für Karlsruhe bestimmten Gerät mit der Seriennummer S-869 bereits intensiv gearbeitet wird.

Nach Angaben von Dr. Martin Herrenknecht, der das Unternehmen als GmbH 1977 gründete und dessen Herrenknecht AG inzwischen mit 4.850 Mitarbeitern (davon etwa 2.000 im Badischen) weltweit 1,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt, ist die Tunnelvortriebsmaschine für Karlsruhe ein besonderes Projekt: "Der Tunnel liegt vor der Haustür und er ist in Baden", erklärte Dr. Martin Herrenknecht den Aufsichtsräten seine besondere Begeisterung gerade für die S-869. Auch wenn diese mit einem Durchmesser des Schneidrads von 9,29 Meter nicht die größte je bei Herrenknecht gebaute Maschine ist (der bisherige Rekord geht mit 17,16 Meter an ein nach Hongkong geliefertes Exemplar), so sind die bereits jetzt erkennbaren Dimensionen beeindruckend. So wird das Schneidrad elektrisch mit 1.200 Kilowatt angetrieben, wenn die etwas mehr als zwei Kilometer lange Tunnelstrecke unter der Kaiserstraße ab Oktober gebohrt wird.

Die Karlsruher Tunnelvortriebsmaschine hat einen Fertigungszustand erreicht, der die Dimensionen schon klar erkennen lässt: Unter etlichen Exemplaren, die derzeit parallel auf dem großen Herrenknecht-Werksgelände in Schwanau entstehen, ist auch die S-869: Der Antrieb, der später das "Mixschild" - ein speziell für den Karlsruher Untergrund geeignetes Schneidrad - bewegt, ist schon montiert, ebenso drei Viertel der hinter dem Schild liegenden Überdruckkammer sowie der Abstützung für das Erdreich. In der Halle für die Elektromontage entsteht zudem der Führerstand der Tunnelvortriebsmaschine, in dem später alle Daten zusammenlaufen und von dem aus der Vortriebsprozess gesteuert wird.

Dieser Vorgang war dann auch eines der zahlreichen Themen, die bei den durch den KASIG-Aufsichtsrat aufgeworfenen Fragen behandelt wurde. Dr. Gerhard Wehrmeyer, Bereichsleiter bei der Herrenknecht AG, und Ralph Lickert, der für die Karlsruher S-869 zuständige Projektleiter, erklärten in allen Einzelheiten, wie sich die Maschine unter dem Karlsruher Pflaster vom Durlacher Tor in Richtung Mühlburger Tor vorarbeitet, wie sie in der Höhe und der vertikalen Ausrichtung "gelenkt" werden kann, wie sie durch die bereits im Rohbau hergestellten künftigen unterirdischen Haltestellen hindurch-"fährt" oder auch, wie Setzungen im Arbeitsbereich der Anlage vermieden werden.

Die S-869 wird nach einem Probelauf in Schwanau Ende Juli / Anfang August mit insgesamt 80 Transporten in Karlsruhe in Teilen angeliefert und am Durlacher Tor wieder zusammengesetzt. Im Oktober startet dann der Vortrieb, der voraussichtlich neun Monate dauern wird.

Unten gut voran.