Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Aushub am Marktplatz erschwert Zugang zu Rathaus - Abbiegen am Ettlinger Tor für einige Tage nur nach Westen

An der größten der insgesamt sieben künftigen unterirdischen Haltestellen der Kombilösung hat ein weiterer entscheidender Bauabschnitt begonnen. Um die Deckel auf die bereits hergestellten Schlitzwände bauen zu können, wird das Baufeld bis auf eine Tiefe von etwa vier Metern ausgehoben. Während fast überall rund um den Marktplatz das Erdreich außerhalb des Baufelds mit Verbau-Wänden gesichert wird, geht das vor der Rathausfassade nördlich des Haupteingangs nicht, weil für das Einvibrieren der langen Stahlelemente der Platz fehlt. Daher wird die Baugrube ab 20. Oktober etwa sechs Wochen lang bis direkt an die Außenwand des Rathauskellers reichen. Der Zugang zum Rathaus ist bis Ende November dann nur noch von Süden über die Hebelstraße möglich.

Südlich vom Marktplatz werden unter der Karl-Friedrich-Straße weiterhin Weichgel- und Feststoffinjektionen vorgenommen, um das Karlsruher Erdreich für den Tunnelbau mittels der "Neuen Österreichischen Tunnelbauweise" (NÖT) - klassisch-bergmännisch durch Ausbruch unter Tage - vorzubereiten. Daran anschließend am Ettlinger Tor sind zwei von drei Teildeckeln des Nordkopfs hergestellt. Derzeit wird der unterirdische direkte Zugang aus der Haltestelle in das Einkaufszentrum betoniert. Südlich des Ettlinger Tors läuft bereits die Asphaltierung für die neue Verkehrsführung ab 6. November, wenn alle die Kriegsstraße nutzenden Fahrzeuge oberirdisch um die jetzt noch genutzte, aber vor dem Abbruch stehende Unterführung und das Baufeld für das Kombi-Bauwerk herumfahren werden. Im Vorfeld der verkehrlichen Änderung können Autos vom 16. bis 25. Oktober von der Ettlinger Straße nur nach links in die Kriegsstraße abbiegen - das Rechtsabbiegen ist in dieser Zeit wegen Straßenbaumaßnahmen nicht möglich. In der Kriegsstraße gibt es dagegen eine Baustelle weniger: In Höhe des Nymphengartens sind die Arbeiten an neuen Fernwärmeleitungen abgeschlossen, so dass wieder alle Fahrspuren zur Verfügung stehen.

In der Ettlinger Straße steht an der Kreuzung mit der Baumeister- und der Hermann-Billing-Straße in der übernächsten Woche das Einheben der Behelfsbrücke für den Autoverkehr von Osten nach Westen an; derzeit wird noch an den Fundamenten für die Brücke gearbeitet. Noch eine Veränderung für Autofahrer gibt es im Bereich der künftigen unterirdischen Haltestelle Kongresszentrum: Hier fließt der Verkehr von Süden nach Norden ab Dienstag, 14. Oktober, ausschließlich über die östliche Fahrbahn.

Bei dem sich südlich an die Haltestelle Kongresszentrum anschließenden kurzen Tunnelabschnitt sowie an der Rampe bis zur Augartenstraße sind die Arbeiter mit dem "Eindüsen" der Hochdruckinjektions-Sohle (HDI-Sohle) beschäftigt.

Am Mühlburger Tor werden die Schlitzwandarbeiten neben dem Zielschacht fortgesetzt, aus dem Mitte nächsten Jahres die Tunnelvortriebsmaschine nach ihrer zwei Kilometer langen Fahrt vom Durlacher Tor unter der Kaiserstraße hindurch geborgen wird. Am Europaplatz wird noch bis Ende dieses Monats an den Bahnsteigen gearbeitet. Die Inbetriebnahme der neuen und barrierefreien Haltestelle erfolgt dann durch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK).

Im Bereich der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße laufen die Vorbereitungen für einige wenige Bohrpfähle, die ab Ende Oktober an der Nordwestecke Lammstraße/Kaiserstraße hergestellt werden. Im Vorfeld werden die Fußgänger eine neue Querungsmöglichkeit in der Kaiserstraße für die Lammstraße bekommen. Die nördliche Lammstraße wird ab der nächsten Woche für den Fußgängerdurchgang gesperrt. An der Ecke Marktplatz/Kaiserstraße werden ab sofort die Schlitzwände an der Nahtstelle zwischen dem unterirdischen Gleisdreieck und der Haltestelle hergestellt. Zudem laufen in der Lammstraße beiderseits der Kaiserstraße auch Kanalarbeiten.

Am Durlacher Tor liegen unterirdisch die Arbeiten an der Tunnelvortriebsmaschine und an den oberirdisch für den Vortrieb notwendigen Einrichtungen in den letzten Zügen: Unmittelbar vor Vortriebsbeginn wird der Schallschutz an der Separieranlage montiert, die das verflüssigte Abraum-Gemisch aus Sand, Kies und Bentonit wieder in seine Bestandteile trennt. Produziert sind inzwischen auch 1.806 Tübbinge, die unterirdisch von der Tunnelvortriebmaschine zu Tunnelringen zusammengebaut werden - im bayerischen Herstellerwerk für die Stahlbetonelemente lagern somit bereits 600 Meter Karlsruher Stadtbahntunnel. Die ersten Tübbinge sind allerdings auch schon auf dem Lagerplatz am Durlacher Tor eingetroffen.

Auch an einem Tunnelabschnitt und an der Rampe in der Durlacher Allee werden die Arbeiten fortgesetzt: Hier stehen Verankerungsarbeiten der Spundwände sowie das Spannen der Anker auf dem Bauprogramm.

Unten gut voran.