Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Bahnen fahren am Durlacher Tor auf Deckel von Zugangsbauwerk

Die Arbeiten an der Kombilösung kommen voran: Seit Sonntag, 4. November, fahren nach einwöchigen Maßnahmen zur Verlegung der Schienen und der Fahrspuren für den Individualverkehr die Stadtbahnen und Straßenbahnen auch am Durlacher Tor auf einem zuvor hergestellten Deckel der künftigen unterirdischen Haltestelle Durlacher Tor. In den Monaten zuvor war an der Nordwestecke des Durlacher Tors einer der Zugänge zur späteren Haltestelle gebaut worden. Die künftige Haltestelle Durlacher Tor wird nicht wie etwa die Haltestellen Europaplatz, Lammstraße, Kronenplatz oder Ettlinger Tor in mehreren Abschnitten - der so genannten Halbdeckelbauweise - hergestellt, sondern wegen der großzügigeren Platzverhältnisse durchgängig.

"Der Fortschritt beim Bau der Kombilösung ist hier deutlich zu sehen: Nach aufwendiger Vorbereitung durch die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe läuft der Betrieb der Bahnen wie gewohnt in Ost-West-Richtung und auch der Individualverkehr fließt wie vor der teilweisen Umleitung in den Herbstferien über das Durlacher Tor. Damit sind wir bei der Umsetzung des Projektes erneut einen weiteren wichtigen Schritt weiter", sagt Margret Mergen, Erste Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK).

Die Baustelle am Durlacher Tor ist das größte Baufeld. Künftige unterirdische Haltestellen entstehen derzeit auch am Europaplatz, an der Lammstraße, am Kronenplatz und am Ettlinger Tor. Im nächsten Jahr werden östlich vom Durlacher Tor in der Durlacher Allee die Gleise verschwenkt, um mit dem Rampenbau zu beginnen, der die Bahnen an dieser Stelle künftig in den Tunnel unter der Kaiserstraße hineinführt. "Am Durlacher Tor ist ausreichend Platz für alle Arbeiten mit schweren Baugeräten vorhanden. Deshalb ist hier alles etwas einfacher umzusetzen als in der Enge beispielsweise der Kaiserstraße", sagt Uwe Konrath, Technischer Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG).

Auch an den vier anderen Baustellen laufen die Arbeiten gut: Nach dem Seitenwechsel im Juni werden am Europaplatz Leitungen zur Baufeldfreimachung verlegt und Gebäude mit Zementinjektionen unterfangen, um Bewegungen auch im Millimeterbereich auszuschließen. Am Kronenplatz entstehen die Leitwände, die zum Herstellen der Schlitzwände benötigt werden. Am Ettlinger Tor sind die Schlitzwände auf den zwei Teilbaufeldern südlich und nördlich des Kreuzungsbereiches bereits hergestellt. An der Lammstraße werden bereits auf der Nordseite Leitungen verlegt und ebenfalls Häuser unterfangen, während im südlichen Arbeiten die Deckel hergestellt werden. Der Seitenwechsel findet - mit Blick auf Fahrgäste, Fußgänger und den Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit - Anfang des nächsten Jahres statt. Dann wird auch mit den ersten vorbereitenden Arbeiten auf dem Karlsruher Marktplatz begonnen.

Die KASIG ist auch in einem weiteren Punkt bereits an einer wichtigen Zwischenetappe angekommen: Das Land Baden-Württemberg hat befürwortet, dass der Umbau der Kriegsstraße in die Förderkategorie "a" beim Bund aufgenommen wird. Baubeginn für das zweite Teilprojekt der Kombilösung ist Ende 2014 oder Anfang 2015. Schon jetzt sind im Vorfeld des Umbaus der Kriegsstraße mit ihren bis zu zehn Fahrspuren bereits zwei Baumaßnahmen vorab genehmigt worden: Der bereits begonnene Bau der Haltestelle Karlstor und der ebenfalls begonnene Bau der Haltestelle Mendelssohnplatz - beide südlich der Kriegsstraße, die sich nach dem Umbau mit einer neuen Straßenbahntrasse, einem Tunnel für die Autos und deutlich mehr Grün als innerstädtische Allee präsentieren wird.

Unten gut voran.