Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Bauzeitenplan der Kombilösung wird optimiert

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) geht davon aus, dass die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig in die Ettlinger Straße unverändert Ende 2016 erfolgen wird. Mit der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stadtbahntunnel steht die KASIG derzeit wegen Verzögerungen an den Baustellen, insbesondere an der Haltestelle Lammstraße, in einem intensiven und kontroversen Austausch über Fragen zum Baufortschritt und zur Optimierung der weiteren Bauabläufe. Die KASIG rechnet damit, dass bis Ende Mai ein aktualisierter Bauzeitenplan von der ARGE vorgelegt wird.

Wie komplex das Baugeschehen ist, wird auch bei der heutigen Baustellenführung am Europaplatz demonstriert. Derzeit werden im Zuge der umfangreichen Qualitätssicherungsmaßnahmen die vorgeschriebenen Zugversuche an den Auftriebsankern durchgeführt. Die Anker dienen der Auftriebssicherheit der Dichtsohle. Die Ausziehversuche laufen unter Beteiligung der TU Cottbus und unter Aufsicht eines Prüfingenieurs, des geotechnischen Sachverständigen und der Bauüberwachung und Bauoberleitung der KASIG. Die Versuche dauern voraussichtlich bis diesen Donnerstag. Nach erfolgreicher Prüfung wird die Serienproduktion mit 162 Pfählen für die Dichtsohle aufgenommen.

Bereits vor dem eigentlichen Baubeginn der Kombilösung - vor fast genau vor einem Jahr, am 26. April 2010, hat die (Arge) Stadtbahntunnel Karlsruhe das Baufeld für die unterirdische Haltestelle am Europaplatz eröffnet - wurde eine umfangreiche Ausführungsplanung erstellt, die mit den beteiligten Leitungsträgern und den städtischen Dienststellen abgestimmt und von Prüfingenieuren und Sachverständigen abgenommen und von der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) freigegeben wurde. Hinter jeder einzelnen Baustelle steckt eine bis in kleinste Details gehende Arbeitsvorbereitung mit einer umfangreichen Personal - und Geräteeinsatzplanung.

Dass trotz einer auch von unabhängiger Seite bescheinigten äußerst anspruchsvollen Vorbereitung  derart komplexe Baumaßnahmen dennoch nicht reibungslos ablaufen, gehört ebenfalls zum Baugeschehen. Nicht einkalkulierbare Ereignisse wie der Brandanschlag auf das Großbohrgerät am Europaplatz, in keinen Plänen verzeichnete Mauerwerke und Restgewölbe sowie bislang unbekannte Leitungen im Bereich der Baufelder Lammstrasse und Kronenplatz haben daher nach dem Baubeginn zusätzliche Planungs- und Bauzeit in Anspruch genommen. Dadurch hat sich der anvisierte Bauablauf verzögert. Gegenüber der ursprünglichen Planung liegt die Haltestelle an der Lammstraße mehr als ein halbes Jahr über dem Bau-Soll - nicht zuletzt wegen der Notwendigkeit, ein Höchstmaß an Sicherheit für die denkmalgeschützte, historische Fassade zu gewährleisten. Gerade in diesem Bereich der Kombilösung hat sich die in diesem Umfang zuvor nicht absehbare aufwendige Gebäudesicherung des Karstadt-Gebäudes als sehr zeitintensiv erwiesen. Die Haltestellen Europaplatz und Kronenplatz liegen dagegen nur um wenige Monate hinter dem Plan, sind aber für die nach Plan vorgesehene Durchführung der Tunnelvortriebsarbeiten von geringerer Relevanz. Für die KASIG und für die Arge Stadtbahntunnel gilt generell, dass Sicherheit und Risiko minimierende Bauverfahren höchste Priorität besitzen, auch wenn dies zu Lasten der Bauzeit geht.

Unten gut voran.