Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

"City 2015": Kombilösung ohne Alternative

Bürgerinformation zum Teilprojekt Stadtbahntunnel in der City

(bw) "Wir müssen die Kombilösung voran bringen, damit unsere Innenstadt eine Zukunft hat". Bei der Informationsveranstaltung zum Teilprojekt Stadtbahntunnel - das Teilprojekt Kriegsstraße war bereits im April vorgestellt worden - machte OB Heinz Fenrich deutlich, welche Bedeutung er dem gesamten Projekt für die Entwicklung Karlsruhes beimisst. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstag in den Gemeindesaal St. Stephan gekommen, um aus erster Hand den Stand der Planungen zu erfahren und Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.

Das Stadtoberhaupt stellte zu Beginn noch einmal klar, dass der Bau des Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße mit einem Südabzweig am Marktplatz bis zur Augartenstraße und die Umgestaltung der Kriegsstraße mit Autotunnel und oberirdischer Straßenbahntrasse "untrennbar" zusammen gehörten. Das habe auch die "standardisierte Bewertung" ergeben. Die Kombilösung habe dieses bundesweit einheitliche Verfahren zur volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse bestanden.

"Die Kapazitätsgrenze ist erreicht", beschrieb Dr. Dieter Ludwig, Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (KASIG) die gegenwärtige Situation des Schienenverkehrs in der City. Nur mit der Kombilösung ließe sich das Karlsruher Modell weiter entwickeln - "allein im Tunnel kann man 60 Prozent mehr Fahrgäste befördern", so Ludwig.

Gerhard Schönbeck, Gesamtprojektleiter bei der KASIG, ging in seiner Vorstellung der Detailplanung für den Stadtbahntunnel noch einmal auf die Bauverfahren ein und betonte dass während der gesamten Bauphase der Schienenverkehr in der Kaiserstraße aufrecht erhalten werde. Die Haltestellen erhielten alle sowohl Aufzüge, Rolltreppen und normale Treppenabgänge. Für die Gestaltung der Haltestellen selbst habe man eigens einen Wettbewerb ausgeschrieben, erinnerte Dr. Harald Ringler. Im Ergebnis habe man sich für "helle, klare, ruhige Haltestellen" entschieden als Kontrast zur "quirligen Innenstadt", sagte der kommissarische Leiter des Stadtplanungsamts.

In der anschließenden Fragestunde äußerten die Kritiker des Projekts Zweifel daran, dass die erwarteten Zuschüsse - zwischen 80 und 85 Prozent zu den berechneten Gesamtkosten von knapp 550 Millionen Euro - überhaupt fließen werden. "Ohne Finanzierungszusage wird nicht gebaut", lautete die klare Antwort des Stadtoberhaupts. Fenrich wie auch Ludwig machten aber deutlich, dass die Mittel vorhanden seien: Projekte des öffentlichen Nahverkehrs werden über die Mineralölsteuer bezuschusst, und diese Töpfe seien gefüllt. Und auf die Frage nach Notfallplanungen, wenn die Mittel doch ausblieben, lautete die Antwort des OB: "Dann müssen wir den ÖPNV einschränken".

Auf den Einwand, dass die Unterhaltungskosten für den Tunnel - Sicherheit, Sauberkeit, Wartung von Aufzügen und Rolltreppen - erheblich anstiegen, rechnete Ludwig vor, dass die Einsparungen durch Vorteile im Betrieb die Mehrkosten von 2,9 Millionen Euro überträfen. Die Wirtschaftlichkeit sei außerdem nachgewiesen worden, ergänzte der OB. Den deutlichsten Beifall löste jedoch die Feststellung eines Befürworters der Kombilösung aus: "Man gewinnt den Eindruck, Karlsruhe besteht nur aus Bedenkenträgern", warf er in die Runde und ermutigte die Verantwortlichen, "die große Aufgabe couragiert anzugehen".

Unten gut voran.