Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Der erste Schritt des Straßentunnelbaus am Karlstor ist getan

Autos nach rechts: Von Süden nach Norden über das Karlstor geht es für Autofahrer ab sofort über den „Wender“ auf Höhe der Ritterstraße.
Es tut sich was: Am Karlstor laufen die Vorarbeiten an Straßen und Gehwegen für den Bau des Autotunnels.
Kran an Kran: Die für das Andienen von Material benötigten Groß-Geräte zeugen vom intensiven Tunnelbau in der Kriegsstraße.
Noch ein paar Meter: Ganz nah westlich des Ettlinger Tors wird die Schalung für den Tunnelbau errichtet.

Im westlichsten der Baufelder für den Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem darunter liegenden Autotunnel ist der erste Schritt für den anstehenden Tunnelbau getan: Seit Anfang der zurückliegenden Woche ist der Autoverkehr von Süden nach Norden entlang der Karlstraße nicht mehr möglich. Die nächsten Schritte stehen unmittelbar bevor: Ab 1. April wird zusätzlich der Autoverkehr in der Gegenrichtung gesperrt, ab 20. April dann der Schienenverkehr der Stadtbahnen und Straßenbahnen. Autos können aber mit einem kleinen „Umweg“ über die „Wender“ auf Höhe der Ritter- beziehungsweise Hirschstraße ihre Ziele immer noch erreichen, Radfahrer können zwar derzeit noch in beide Richtungen fahren, finden aber bereits jetzt eine Beschilderung vor, die sie ebenfalls über kurze Umwege über Ritter- und Hirschstraße leitet. Fußgänger können das Karlstor auf dem Überweg auf der Ostseite queren.

 

Am Karlstor auch zu beobachten sind nun rundum die zahlreichen Umbauten an der oberirdischen Verkehrsführung. Ein Teil des Gehwegs in der Kriegsstraße wird umgebaut, Leitungen werden getrennt und ausgebaut und in den nächsten Tagen wird das Grünbeet im westlichen Kreuzungsbereich geräumt, das den Arbeiten im Weg steht.

 

Unten in der jetzt schon nicht mehr genutzten Unterführung läuft das „Kernen“, das Durchbohren der alten Sohlplatte: Hier wird die Weichgelsohle hergestellt werden, die die Baugrube gegen von unten eindringendes Grundwasser abdichtet. Die Weichgelsohle ist auch östlich nebenan Thema: Im Baugrubenbereich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wird deren Herstellung abgeschlossen und die Dichtigkeitsprüfung vorbereitet.

 

Noch etwas weiter in Richtung Osten ist ein Teil des Baufelds W 1 bereits an den Betonbau übergeben. Sichtbares Zeichen ist der Mitte des Monats aufgestellte Hochbaukran, der diesen Bereich andient und mit dem zum Tunnelbau notwendigen Material versorgt.

Unten in der Baugrube westlich der Ritterstraße sind bereits zwei Abschnitte der Sohlplatte des zukünftigen Straßentunnels hergestellt.

 

Beim Sprung über das Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße hinweg – hier ist der Autotunnel im Rohbau bereits fertiggestellt – in das Baufeld W 3 und W 4 fällt ein zweiter zur Monatsmitte aufgestellter Kran auf: Er dient den Bereich des Tunnelbaus an, der sich von Westen auf das Ettlinger Tor bewegt. Bis etwa Anfang September ist diese Lücke geschlossen und damit auch das Kombibauwerk direkt unter der Kreuzung Ettlinger Tor an den westlichen Teil des Autotunnels angeschlossen.

 

Östlich vom Ettlinger Tor im Baufeld O 5 geht es nicht minder zur Sache: Der Abbruch des letzten Rests der alten Unterführung der Kriegsstraße unter dem Ettlinger Tor hindurch ist abgeschlossen, so dass jetzt die Arbeitsebene hergestellt werden kann, von der aus die Lanzen für das Herstellen der Weichgelsohle ins Erdreich gebohrt werden.

 

Im östlich angrenzenden Baufeld O 4 vor dem Staatstheater wird ein Tunnelabschnitt nach dem anderen hergestellt: Sohlen, Außenwände und Mittelwand und schließlich die einzelnen Deckelabschnitte. Daran angrenzend im Baufeld O 3 zwischen Meidinger Straße und Mendelssohnplatz steuern die Arbeiter ebenfalls schon den Tunnelbau an: Ab Anfang Februar entsteht dass Planum, auf dem die Bewehrung für die Tunnelsohle aufgelegt wird.

 

In den Baufeldern O 2 und O 1 zwischen Mendelssohnplatz und der Einmündung der Kapellenstraße sowie in der Ludwig-Erhard-Allee werden die Service-Gehwege im bereits im Rohbau hergestellten Tunnel gebaut sowie die Schlitzrinnen, die über die Rampen eindringendes Regenwasser aufnehmen. „Oben“ auf der stadtauswärts führenden Seite der Ludwig-Erhard-Allee werden die endgültige Fahrbahn sowie die Rad- und Gehwege und die Leerrohre für die Kabel der zukünftigen Verkehrssignale oder auch  Wegweiser hergestellt.

 

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße zwischen Gottesauer Platz und Mühlburger Tor mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße führen die Handwerker die Regie: Elektrische Anlagen werden installiert, kilometerweise Kabel eingezogen, bereits fest installierte Anlagen wie die 58 Fahrtreppen, 22 Aufzüge, 251 Brandschutztüren oder auch die 146 raumlufttechnischen Anlagen mit Strom versorgt.

 

„Oben“ sichtbar ist der Einbau der Rauch-Wärme-Anlagen am Marktplatz und am Durlacher Tor: In die vorbereiteten Öffnungen in den Haltestellendecken werden Klappen eingesetzt, die sich im Notfall öffnen und Rauch und Hitze nach oben entweichen lassen.

 

Der Innenausbau umfasst auch die Gestaltung der Haltestellenböden, -wände und –decken: Am Durlacher Tor sind die oberen Bereiche der Haltestelle komplett mit Verkleidungselementen ausgestattet sowie mit einem schalldämmenden Putz versehen. Auf die Betonböden der Zwischenebenen der Haltestellen sowie auf die Treppenabgängen wird Terrazzo aufgebracht – ein flüssiger, bei Treppen bereits ausgehärteter Estrich, der maschinell geschliffen wird.