Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Der Rohbau ist bereits mit der Betonkosmetik beschäftigt

Der Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels biegt nun auf die Zielgerade ein: Auf dem Plan für die anstehenden Arbeiten ist bereits der Posten "Betonkosmetik" zu finden - allerdings auch nur noch in den Bereichen, in denen ohnehin noch die Arbeitsgemeinschaft Stadtbahntunnel tätig ist. Das sind die beiden Haltestellen Ettlinger Tor und Marktplatz sowie der dazwischen liegende, 250 Meter lange Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße. "Betonkosmetik" bedeutet, dass der Rohbau-Beton Kunstharz-Injektionen gegen eindringende Feuchtigkeit erhält oder dass Flächen nachträglich geglättet und aufgearbeitet werden, damit der nachfolgende Innenausbau starten kann. Über die "kosmetischen" Arbeiten hinaus werden in der Haltestelle Ettlinger Tor aber auch noch die Bahnsteige betoniert, nachdem in den Bahnsteigkörper die Pritschen für die Elektrokabel sowie die Löschwasserrohre eingebaut worden sind.

Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels heißt aber auch: Wiederherstellung der durch den Tunnelbau zuvor beanspruchten Oberflächen. Deshalb ist die Arge Stadtbahntunnel auch noch immer am Durlacher Tor mit ihren Arbeitern unterwegs: Der große Platz, der als Start für die Tunnelvortriebsmaschine diente und über den der Aushub des Tunnels unter der Kaiserstraße ebenso abgewickelt wurde wie das Anliefern der Tunnelröhren-Elemente, der Tübbinge, ist jetzt schon auf gutem Weg, sein neues Gesicht zu erhalten: Die Gleise auf dem Platz sind bereits gelegt und werden von den Bahnen befahren. Gearbeitet wird noch an den beiden Bahn-Haltestellen, die zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb gehen werden. Und es fehlen noch einige Abschnitte der Straßen, Rad- und Gehwege. Alle diese Arbeiten sollen zum Jahresende abgeschlossen sein.

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels wird unter dem Durlacher Tor in der dortigen künftigen unterirdischen Haltestelle und unter der Ettlinger Straße an der Unterkonstruktionen aus Stahlstreben gearbeitet, die jetzt auch schon die ersten Werksteine aus Beton aufnehmen - die Wandverkleidung der unterirdischen Haltestellen. Die Bahnsteigoberflächen im Durlacher Tor, unter dem Kronenplatz und in der Haltestelle Kongresszentrum werden mit einem feuchtigkeitsabweisenden Anstrich versehen, bevor auch diese mit den Werksteinen belegt werden.

In der Haltestelle Lammstraße, im Gleisdreieck und unter dem Europaplatz werden derzeit die Wandflächen der Treppenabgänge sowie der Fahrgastebenen oberhalb der Bahnsteige "gestockt" - mit einem Meißel so bearbeitet, dass eine raue Oberfläche entsteht. Aufzugswände werden in der Haltestelle Lammstraße geglättet und danach mit einem dunkelgrauen Anstrich versehen. Aufzüge und Rolltreppen sind in Teilen schon montiert in den Haltestellen Durlacher Tor, Kronenplatz und Kongresszentrum.

Beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung machen die Arbeiten die geplanten Fortschritte: Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oberirdisch und einem darunter liegenden Autotunnel entstehen im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee die Wände der Ein- und Ausfahrtsrampen, während der Raum zwischen Süd- und Nordröhre bereits mit Erdreich verfüllt wird. Im Baufeld O 2 von der Kapellenstraße bis Mendelssohnplatz - der Platz selbst gehört auch zu diesem Baufeld - läuft einerseits noch die Suche nach Kampfstoffen aus dem Zweiten Weltkrieg, während andererseits bereits an den Leitwänden gearbeitet wird, die dem Schlitzwandgreifer für dessen Aushubarbeiten für die Schlitzwand die senkrechte Führung nach unten vorgeben. Direkt auf dem Mendelssohnplatz bilden die Schlitzwände mit eingestellter Spundwand auch später die Widerlager für die Hilfsbrücke, über die die Stadtbahnen und Straßenbahnen dann ab Mitte November fahren werden.

In den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor werden noch einige Wochen "Kragarme" und "Kragplatten" betoniert: Die auf den Bohrpfählen sitzenden Flächen ermöglich oben den Autoverkehr und gleichzeitiges Arbeiten am Tunnel darunter. Schlitz- beziehungsweise Dichtwände, in die Spundwände eingestellt werden, sowie Bohrpfahlwände als Baugrubenverbau entstehen im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße. Auf dem Baufeld W 2 wird ab Oktober auf dem an dieser Stelle fertiggestellten Autotunnel eine Kreuzung zwischen Ritterstraße und Lammstraße das Queren der Kriegsstraße für Autofahrer, Radler und Fußgänger ermöglichen.

In der Karl-Friedrich-Straße wird zurzeit der erste Abschnitt des Kanals zwischen Ettlinger Tor und Marktplatz saniert. Dies dauert voraussichtlich zwei Wochen, hierbei gibt es keine spürbaren Beeinträchtigungen im Straßenverkehr.

Aktuelle Verkehrsinformationen zu Baustellen und Umleitungen gibt es im Mobilitätsportal der TechnologieRegion Karlsruhe: mobilitaet.trk.de Aktuelle Informationen zum ÖPNV in der Region: kvv.de

Unten gut voran.