Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Die Kombilösung liegt nach einem Jahr Bauen voll auf Kurs

Die Umsetzung der Kombilösung liegt nach einem Jahr Bauzeit voll auf Kurs. Die Arbeiten an drei der insgesamt sieben späteren unterirdischen Haltestellen – Europaplatz, Kronenplatz und Lammstraße - sind weit fortgeschritten. Das Verlegen von Leitungen bildete bereits den Auftakt zum Errichten des so genannten Kombibauwerks am Ettlinger Tor. An dieser Stelle kreuzen sich die beiden Teilprojekte der Kombilösung: die Untertunnelung der Kaiserstraße für freie Fahrt mit Stadt- und Straßenbahnen inklusive Südabzweig in die Ettlinger Straße sowie der Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Straßenbahntrasse sowie einem Tunnel für Autos.  

„Bereits ein Jahr nach dem offiziellen Baubeginn mit dem Spatenstich am 21. Januar 2010 auf dem Europaplatz ist ein erstes wichtiges Zwischenziel in Sicht: Schon im nächsten Jahr werden die großen Baustellen an den unterirdischen Haltestellen in der Kaiserstraße an der Oberfläche weitgehend geschlossen sein. Damit kehrt in der City und insbesondere in der Fußgängerzone wieder ein Stück Normalität dort ein, wo derzeit noch schweres Baugerät an der Vision von einer schienenfreien Innenstadt arbeitet“, freut sich der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich auf den nächsten Schritt im Jahr 2012. Ab 2013 kommt dann zwischen dem Durlacher Tor und dem Mühlburger Tor die Tunnelbohrmaschine für die 2,4 Kilometer lange unterirdische Röhre für die Bahnen unter der Kaiserstraße zum Einsatz. „Zum Stadtgeburtstag 2015 gibt es im Kern der Innenstadt keine größeren Baustellen, und ab 2016 ist dann der erste Teil der Kombilösung zu erleben: Zwei Drittel der Bahnen fahren ab diesem Jahr bereits unter der Kaiserstraße, der Rest bleibt nur noch so lang oben, bis im Jahr 2019 dann auch die Kriegsstraße fertiggestellt ist“, sagt Fenrich.  

Bereits in diesem Jahr stehen wichtige Zwischenschritte an: Noch im Frühsommer 2011 wird das Baufeld Europaplatz auf die Nordhälfte des Platzes verlegt, bis zur Jahresmitte wandert das Baufeld für die unterirdische Haltestelle Kronenplatz auf die Südseite des Berliner Platzes. Ende des Jahres ist dann schließlich der Wechsel des Baufeldes Lammstraße auf die Nordseite der Kaiserstraße vorgesehen. Die eigentlichen Arbeiten am Kombibauwerk Ettlinger Tor beginnen in diesem Frühsommer, der Beginn der Arbeiten an der unterirdischen Haltestelle Marktplatz ist für 2012 vorgesehen.  

Nachdem am 18. Februar 2010 die Bietergemeinschaft der Unternehmen Alpine Bau Deutschland AG, Beton- und Monierbau GmbH (BEMO), Universale Grund- und Sonderbau (GSB) und FCC Construccion den Auftrag für den Rohbau des Stadtbahntunnels in einem Umfang von 297 Millionen Euro erhalten hatte, wurde bereits Ende April mit den Arbeiten an der künftigen unterirdischen Haltestelle Europaplatz begonnen. Nur zwei Monate später starteten die Arbeiten am Kronenplatz und im Bereich der U-Haltestelle Lammstraße vor dem Kaufhaus Karstadt, Mitte Oktober schließlich wurde für die Vorabmaßnahme die Baustelle am Ettlinger Tor eingerichtet.  

Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach der Aktualisierung von Juli 2010   bei 637,6 Millionen Euro. Die Kosten für den Bau des Stadtbahntunnels belaufen sich auf 448,7 Millionen Euro, für die Umgestaltung der Kriegsstraße werden Kosten in Höhe von 188,9 Millionen Euro erwartet. Der Karlsruher OB betont, dass die Finanzierung des Projektes gesichert ist: „Der Bund und das Land Baden-Württemberg beteiligen sich an den förderfähigen Kosten zu 80 Prozent. Karlsruhe hat mit den beiden Zuschussgebern Partner, die sich auch im Fall von Mehrkosten an ihre Zusage halten werden“, betont Fenrich. So wurde dem Projekt bei einer Überprüfung der Förderfähigkeit durch den Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags nicht nur „Kostenwahrhaftigkeit“ bescheinigt, sondern auch größte Sorgfalt bei den Erhebungen der Gesamtkosten. Für den bei der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft verbleibenden Eigenanteil an der Kombilösung hat die KASIG einen Finanzierungsvertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Finanzierungseinrichtung der Europäischen Union, unterzeichnet. Die Leitlinien für die Kreditpolitik der Bank beinhalten eine strenge und intensive wirtschaftliche und technische Prüfung von großen Infrastrukturprojekten. EIB-Vizepräsident Dr. Matthias Kollatz-Ahnen hatte bei der Vertragsunterzeichnung geäußert, er sei von dem Projekt und auch von dessen Finanzierung überzeugt.  

Der Oberbürgermeister sieht die Kombilösung von einer deutlichen Mehrheit der Bürger akzeptiert. „Von Anfang an haben wir bei diesem Jahrhundertprojekt auf Transparenz gesetzt. Dazu gehören Informationen an die Medien, die regelmäßig in der Stadtzeitung mit der „Kombilösung aktuell“ veröffentlichten Sonderbeilage und natürlich auch das Internet mit dem Auftritt der Kombilösung. Mit dem Informationspavillon „K.“ wurde zudem eine nach einem knappen Jahr Betrieb bereits überaus frequentierte Anlaufstelle für alle Bürger, aber auch für Fachleute aus dem In- und Ausland geschaffen.“ Der am 19. April 2010 eröffnete „K.“ hatte bisher mehr als 40.000 Besucher. Die Ausstellung bietet   teilweise multimedial aufbereitete Informationen zur Kombilösung an.  

Gleichzeitig mit den Bauarbeiten erfolgte auch der Startschuss für das Kooperationsmarketing. „Mit zahlreichen Aktionen unterstützt die KASIG in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Stadtmarketing den Einzelhandel. Damit wird gerade auch während der Bauphase der Kombilösung die Attraktivität der Innenstadt für Einzelhandelskunden gewahrt“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende der KASIG, Erste Bürgermeisterin Margret Mergen. Zum Kooperationsmarketing gehörte auch die Gestaltung der Bauzäune, die auf eine besonders hohe Resonanz stieß. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres verfügt die Kombilösung mit dem „Kombi-Karle“ auch über ein Maskottchen: Der Plüsch-Maulwurf ist außer im Einzelhandel auch im Informationspavillon „K.“ erhältlich. „Mit dem Kombi-Karle haben wir einen Sympathieträger für das Projekt gefunden, der auf eine nicht ganz so ernste Art und Weise Emotionen für die Kombilösung auslöst“, sagt Margret Mergen. Zu den die Bauarbeiten begleitenden Maßnahmen gehörte aber auch das Einrichten eines in dieser Form in Baden-Württemberg neuartigen Blindenleitstreifens im Bereich des Berliner Platzes, mit dessen Hilfe Blinde oder stark Sehgeschädigte sicher um die Baustelle herum geführt werden.  

Auch das Entschädigungsmanagement der KASIG für von den Arbeiten möglicherweise beeinträchtigte Einzelhändler, Immobilieneigentümer oder Anlieger hat sich im ersten Baujahr bewährt. 47 Anträge auf Entschädigung sind bisher bei der KASIG eingegangen. Sie werden von der KASIG und einem unabhängigen Gutachter geprüft, der dann über die Höhe der Entschädigungszahlung entscheidet.  

Unten gut voran.