Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Die letzten Sohlen sind betoniert – Abschied von Havarieleitung

Die letzte Sohle unter dem Europaplatz wird in Anwesenheit von KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath und mit tatkräftiger Unterstützung durch den technischen Prokuristen Frank Nenninger betoniert, rechts der Bauleiter Europaplatz der Arge Stadtbahntunnel, Joshua Gutwald. (1)
Die Bewehrung für die Innenschale entsteht bereits im Tunnel Karl-Friedrich-Straße. (2)

Die letzten beiden Sohlen sind betoniert - und das bedeutet gleichzeitig auch Abschiednehmen von der großen blauen Wasserleitung entlang der Kaiserstraße, die in den vergangenen Monaten für viel Aufsehen sorgte: In der Haltestelle Europaplatz hat heute (9. Juni, 8 Uhr) die Betonage des westlichsten Sohlenabschnitts begonnen - in Anwesenheit von KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath und mit tatkräftiger Unterstützung durch den technischen Prokuristen Frank Nenninger. Mit dem Einbau von knapp 1.400 Kubikmetern Beton - über 180 Betonmischer müssen dafür den Beton anliefern - stellt diese letzte, bis zu 3,15 Meter dicke Sohle auch gleichzeitig den größten aller bisher hergestellten Sohlenabschnitte dar. Die Arbeiten werden am morgigen Samstag beendet sein. Der Sohlenabschnitt befindet sich im Bereich unter der die Kaiserstraße querenden Douglasstraße und schließt an den dort beginnenden Tunnelröhrenabschnitt in Richtung Kaiserplatz an. Nahezu gleichzeitig - nämlich am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche - ist auch die komplette Sohle tief unten im Kombi-Bauwerk betoniert worden. Das Ende des Baus der endgültigen Sohlen - auf ihnen werden in den Haltestellen die Unterschottermatten, der Schotter und die Gleise sowie die Bahnsteige aufgebaut - bedeutet gleichzeitig auch das Ende für die Havarieleitung, deren blaues Rohr sich von dem Durlacher Tor bis zum Europaplatz zieht. Ab 19. Juni wird im Bereich zwischen Durlacher Tor und dem Kronenplatz bereits die Demontage stattfinden.

Die Arbeiten in den künftigen unterirdischen Haltestellen sind ansonsten vom Bau der Außenwände sowie der Zwischenwände und Zwischendecken geprägt: Unter dem Europaplatz werden ebenso wie in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Marktplatz sowie im Gleisdreieck Marktplatz die Außenwände mit einer Dicke von 80 Zentimetern betoniert. Innen- oder Zwischenwände, die beispielsweise Treppen aufnehmen, werden unter dem Marktplatz, unter dem Durlacher Tor und jetzt auch im Südkopf des Ettlinger Tors hergestellt. Zwischenebenen, über die Fahrgäste später den Bahnsteig wechseln können, ohne die Haltestelle verlassen zu müssen, entstehen am Durlacher Tor und am Marktplatz. Hier werden parallel zum Wandbau auch noch die restlichen der ursprünglich 14 Primärstützen abgebrochen

In der Haltestelle Kronenplatz - sie liegt unter dem Berliner Platz - steht auch der Bau des Fahrgastzugangs Waldhornstraße Nord an: Zunächst wird das Baufeld erweitert, um die bisher abgedeckte Öffnung im Haltestellendeckel freizulegen. Danach werden die Außenwände der Haltestelle in diesem Bereich betoniert.

In der Haltestelle Kongresszentrum werden, nachdem beim dort bereits laufenden Innenausbau Kabelkanäle und Feuerlöschleitungen verlegt wurden, jetzt die Bahnsteige für die Betonage vorbereitet.

In der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße ist der "Sohlbeton" schon fast auf der gesamten Länge eingebaut worden - auf diesem werden ähnlich wie auf den Haltestellensohlen Unterschottermatten, Schotter und Gleise liegen. Derzeit wird der Sohlbeton auch im Tunnelabschnitt zwischen Marktplatz und Kronenplatz eingebaut. Noch einen Röhrenabschnitt weiter nach Osten werden zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor auf der Sohlbeton-Oberfläche seitlich die Notwege angelegt.

Unter der Karl-Friedrich-Straße haben die Arbeiter die Stahlbetonsohle der Innenschale unter Druckluftbetrieb komplett eingebaut. Jetzt wird die Bewehrung für die Innenschale aufgebaut, die der Schalwagen - eine auf Führungsschienen fahrende Anlage - vom Marktplatz ausgehend betonieren wird.

In der Durlacher Allee und am Durlacher Tor läuft die (Wieder-)Herstellung der endgültigen Oberfläche: Die Nordseite der Durlacher Allee hat ihre Asphaltfahrbahn erhalten, so dass jetzt zwischen Melanchthon- und Bernhardstraße der Gehweg und die Parkbuchten angelegt werden. Auf der Südseite der Durlacher Allee ist ebenfalls schon die Autofahrbahn zwischen Durlacher Tor und Ostendstraße asphaltiert worden - auch hier steht jetzt der Bau des Geh- und Radwegs, von Parkplätzen und der an dieser Stelle vorgesehenen Bushaltestelle an. Fußgänger und Radfahrer können während dieser Baumaßnahmen über die noch nicht für den Autoverkehr freigegebenen Fahrbahnen nutzen.

Endgültiger Zustand bei der Straßengestaltung ist natürlich auch in der Ettlinger Straße beherrschendes Thema: Im Spätherbst haben die Anwohner und auch der Einzelhandel "ihre" Ettlinger Straße runderneuert mit für den Verkehr freigegebenen Autofahrbahnen, Geh- und Radwegen wieder.

Beim Bau der neuen oberirdischen Straßenbahntrasse mit dem darunter liegenden Straßentunnel in der Kriegsstraße geht die Kampfmittelsondierung im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Alleeallmählich ihrem Ende entgegen: Wenn dort die Flächen für das Baufeld und den Verbau und nachfolgend auch im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße auf Kampfmittel abgesucht sind und die Kampfmittelfreiheit bestätigt wird, beginnen jeweils die Arbeiten am (Vor-)Verbau und den Leitwänden für die Herstellung der Schlitzwände, dem eigentlichen Baugrubenverbau, in dessen "Schutz" später der Autotunnel errichtet wird.

Unten gut voran.