Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Die Säulen unter dem Marktplatz haben bald ausgedient

Bald Geschichte: Die Primärstützen in der Haltestelle Marktplatz stehen vor dem Abbruch, ihre Funktion wird von der dahinter zu sehenden, galerieartigen Wand über-nommen. (1)
Zwischenwände entstehen in der Haltestelle Durlacher Tor: Hier entsteht später eine Treppe für den Fahrgastzugang zum Bahnsteig. (2)
Notwege und darin integrierte Kabelleerrohre werden in der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor betoniert. (3)
Geräumt von nicht mehr benötigten Maschinen und Containern ist demnächst das Baufeld am Eingang der Kaiserstraße am Durlacher Tor. (4)

Besucher der Baustelle haben sie bewundert, und manch einer fragte, ob in der künftigen unterirdischen Haltestelle Marktplatz der Kombilösung die Säulen an den oberirdischen Bauwerken Friedrich Weinbrenners (1766 - 1826) thematisch aufgenommen worden sind: Nichts dergleichen, die 14 Primärstützen, die derzeit noch den Deckel der Haltestelle mittragen und von denen jede 40 Meter lang ist, werden ab der kommenden Woche abgebrochen. Denn mit der Zwischenwand, die die beiden durchgängigen Gleise galerieartig vom dritten, vor der Pyramide endenden Gleis trennt, wird die Säulenreihe ihrer stützenden Funktion beraubt und weicht sukzessive den anstehenden Arbeiten zur Fertigstellung des Rohbaus dieser größten aller sieben neuen unterirdischen Kombilösungs-Haltestellen.

Auch am Europaplatz sind die Arbeiter beim Erreichen eines wichtigen Etappenziels: Am letzten Abschnitt der Sohle läuft der Erdaushub bis auf Endtiefe: Beim zweitletzten Abschnitt wird die Bewehrung eingebaut - und der drittletzte Abschnitt der endgültigen Sohle ist in der zurückliegenden Woche betoniert worden. Ist die Betonage auch des letzten Abschnitts Anfang Juni erfolgt, kann mit dem Abbau der Havarieleitung - des blauen Wasserrohrs zwischen Durlacher Tor und Europaplatz - begonnen werden.

Der vollständige Abbau der Primärstützen ist im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor bereits erfolgt: Dort werden jetzt noch die in der Bodenplatte für den Abbruch geschaffenen Öffnungen zubetoniert.

Gleichzeitig mit Erdaushub und Sohlenbetonage bauen in der Haltestelle Europaplatz die Arbeiter die Wandschalung als "Fertigelement" auf, die Zug um Zug das Betonieren der Stationswände ermöglicht. In den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Durlacher Tor, Marktplatz sowie im Gleisdreieck werden Innenwände und Zwischenwände hergestellt. Im Kombi-Bauwerk wird auf die durch den restlichen Erdaushub freigelegten Schlitzwände Spritzbeton aufgetragen. Danach folgt die Sauberkeitsschicht eingebracht, auf der wiederum die Bewehrung für die endgültige Sohle erfolgt. Die Haltestelle Kongresszentrum hat die Rohbauphase hinter sich - hier beginnt der Innenausbau mit der Montage von Kabelpritschen für die Elektroinstallationen. Anschließend werden die Bahnsteige hergestellt.

Nach wie vor laufen Betonagen in drei Abschnitten der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße: Zwischen Haltestelle Marktplatz und Kronenplatz wird die Tunnelröhre mit Sohlbeton etwa zu einem Viertel aufgefüllt, denn auf dieser Fläche werden später Schotter und Gleise eingebaut. In der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor unter dem östlichsten Abschnitt der Kaiserstraße werden die seitlichen Notwege betoniert , und zwischen Durlacher Tor und Gottesauer Platz werden im Tunnel und in der Rampe die Kabelleerrohre aufgebaut.

Einem ersten Ziel sehr nah ist unter der Karl-Friedrich-Straße der rückschreitende Sohlvortrieb mit Spritzbetonsicherung des Tunnels auf seinem Weg vom Marktplatz Richtung Ettlinger Tor: Der Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor wird in diesen Tagen erreicht. Parallel zum Sohlvortrieb wird in das bereits vollständig gesicherte Tunnelprofil die Stahlbetonsohle der Innenschale eingebracht.

Am Durlacher Tor endet die Wiederherstellung der Oberfläche. Teile der Flächen werden für den Innenausbau der Röhre und der Haltestellen benötigt. In der Durlacher Allee entstehen auf der Nordseite - der stadteinwärts führenden Fahrbahn - die Fahrbahnränder, die Gehwege zwischen Melanchthon- und Rudolf- beziehungsweise zwischen Rudolf- und Bernhardstraße.

In der Ettlinger Straße stehen jetzt ausschließlich Arbeiten an der Oberfläche auf dem Bauplan: Die neuen Fahrbahnen für den "Endzustand" entstehen, auf der Westseite werden die Gehwege angelegt.

In der Kriegsstraße geht es beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung "Straßenbahn in der Kriegsstraße mit Straßentunnel" jetzt mit den Bauarbeiten los: Im am östlichsten gelegenen Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee wurde das Baufeld freigemacht, ein Bauzaun gestellt, der Oberboden abgetragen und, im Bereich des zukünftigen Verbaus, der Asphalt aufgefräst und abtransportiert. In der nächsten Woche sondieren die Arbeiter das Baufeld auf Kampfmittel. Im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße erfolgt die Verkehrsumlegung, um durch die nach außen gerückten zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung in der Straßenmitte den notwendigen Platz für die Baumaßnahmen zu schaffen. Auch hier starten die Arbeiten zunächst mit Asphaltaufbruch und der Kampfmittelsondierung, nachdem das Baufeld durch einen Bauzaun gesichert ist.

Unten gut voran.