Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Für die Gleise in der Kriegsstraße bleiben noch zweieinhalb Monate

Noch etwa zwei Monate Zeit hat die Kriegsstraße vor sich: Bis zum 12. Dezember muss auf jeden Fall die oberirdische Gleistrasse fertiggestellt und abgenommen sein. Denn nur mit den neuen Schienen „oben“ ergibt das Konzept der Kombilösung mit dem Stadtbahn- und Straßenbahntunnel einen Sinn. Das ab 12. Dezember von den Bahnen innerhalb Karlsruhes gefahrene neue Liniennetz setzt gleichermaßen auf die unterirdische wie auf die oberirdische Komponente der Kombilösung. Während unterirdisch östlich vom Marktplatz sieben Linien verkehren, sind es westlich vom Marktplatz vier und auf dem Südabzweig des Tunnels sechs. Und in der Kriegsstraße zwei – und dafür müssen die Schienen rechtzeitig verlegt, die Oberleitung montiert und die Lichtsignalanlagen installiert sein.

 

Deshalb sind auch insbesondere zwischen Ettlinger Tor und Karlstor viele Arbeiten zu beobachten, die mit der Verlegung der Gleise und auch mit dem Bau der beiden oberirdischen Haltestellen Ettlinger Tor und Karlstor zu tun haben. Diese beiden wie auch die bereits fertiggestellte Haltestelle Mendelssohnplatz werden für die Fahrgäste barrierefrei eingerichtet – sowohl für Straßenbahnen wie auch für Stadtbahnen. Zwar verkehren hier mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember „nur“ die beiden Straßenbahnlinien 4 und 5 – doch bei Umleitungsverkehr oder auch mittelfristig für die geplante Führung der Linien S 31/ S 32 durch die Innenstadt werden hier Stadtbahnen fahren und halten.

 

Aufwändig gestaltete sich am Karlstor das Verlegen des Gleisdreiecks unter laufendem Autoverkehr: Die Autos konnten zwar zeitweise weder von Norden nach Süden noch umgekehrt die Kriegsstraße queren. Aber der Verkehr entlang der Kriegsstraße musste aufrecht erhalten werden und immer so verschwenkt werden, dass die nächsten wenigen Meter Gleise verlegt werden konnten.

 

Außerhalb des Gleisbaus nimmt die Kriegsstraße aber inzwischen schon die Formen an, wie sie von Anfang an als „innerstädtischer Boulevard“ gedacht waren: Die Autos fahren auf den endgültigen Fahrspuren, die allerdings wegen der Gleisbauarbeiten in der Straßenmitte noch nicht endgültig markiert und daher auch noch nicht endgültig mit der Spur für Radler ausgestattet sind. Die Gehwege sind fertiggestellt – breiter als zuvor, wo immer das möglich war. Und soweit die Bäume – über weite Strecken vierreihig! – noch nicht gepflanzt werden konnten, sind zumindest die Bauminseln angelegt.

 

Im Autotunnel gibt der Innenausbau den Ton an – und der hat zeitweise mit Schwierigkeiten bei der Materialzulieferung zu kämpfen. Klar ist: Die neue Kriegsstraße kann für eine kurze Überganszeit auch ohne den Autotunnel in den Betrieb gehen. Dessen ungeachtet arbeiten alle Beteiligten daran, dass die aufwendigen elektrischen Installationen für den Autotunnel abgeschlossen werden können, so dass nach der Inbetriebnahme nicht nur hochmoderne LED-Leuchten das Dunkel erhellen, sondern auch die Lüftungs-, Brandschutz- und alle übrige Sicherheitstechnik funktioniert.

 

Im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel ist das schon weitestgehend der Fall – bis zur Inbetriebnahme müssen aber die dort installierten Systeme für den sicheren Betrieb der Bahnen noch von der für Straßenbahnen zuständigen Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) freigegeben werden.

 

Möglich ist schon jetzt der seit Wochen laufende Fahrschulbetrieb, bei dem Fahrer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) und der Deutschen Bahn (DB) das Fahren unter den besonderen Gegebenheiten eines innerstädtischen Tunnels erlernen.