Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Haltestelle Marktplatz wartet auf den Einbau des Deckels

Die Bauarbeiten zur Kombilösung treten am Marktplatz in die nächste Phase ein: Nachdem die Hochdruckinjektions-Sohle (HDI-Sohle) auf der gesamten Fläche der mit drei Bahnsteigen größten der künftigen Haltestellen ins Erdreich "eingedüst" wurde, sind dort jetzt bereits die ersten Vorbereitungen für die Herstellung des Haltestellendeckels im Gange, mit dem sich die Baugrube dann wieder schließen wird. Derzeit wird die Sohle noch mit Ankern gegen den Auftrieb durch das Grundwasser gesichert. Auch laufen noch Qualitätssicherungsmaßnahmen wie die Pumpversuche.

In der Karl-Friedrich-Straße wird die "Bodenverbesserung" fortgesetzt, bei der Feststoffe und Weichgel in das Erdreich eingebracht werden, um die notwendige Stabilität und die Abschirmung gegen Grundwasser für den bergmännischen Tunnelvortrieb des 250 Meter langen Abschnitts zwischen Marktplatz und Ettlinger Tor zu erhalten. Rund um das Ettlinger Tor sind verschiedene Arbeiten zu beobachten: Nördlich der Kriegsstraße wird sowohl am nordöstlichen Haltestellenzugang wie auch am nordwestlichen unterirdischen Zugang zum dortigen Einkaufszentrum gearbeitet. Südlich der Kriegsstraße haben mit der Überschüttung des Haltestellen-Teildeckels die Arbeiten an der neuen Verkehrsführung zur Umfahrung des Ettlinger Tors begonnen.

Im sich südlich daran anschließenden Tunnelabschnitt wird - wie am Marktplatz - die HDI-Sohle mit Ankern gegen den Auftrieb durch das Grundwasser geschützt. Im Bereich der Kreuzung der Ettlinger Straße mit der Baumeister- und Hermann-Billing-Straße werden die Auflager für die Hilfsbrücke hergestellt, die direkt neben der bestehenden Hilfsbrücke für die Stadtbahnen und Straßenbahnen den in Ost-West-Richtung fahrenden Autoverkehr aufnehmen wird. Auch in der Ettlinger Straße wird die Lage der Fahrbahnen geändert: Die aus Richtung Hauptbahnhof kommenden Autos sollen künftig über die bereits hergestellten Haltestellen-Teildeckel am Kongresszentrum fahren: Deshalb laufen auch hier bereits Straßenbauarbeiten, während etwas weiter südlich im Bereich des dortigen Tunnelabschnitts Schlitzwände und im Bereich der Rampe bereits die HDI-Sohle hergestellt werden.

Schlitzwandarbeiten stehen ab der ersten Oktoberwoche dann auch am Mühlburger Tor auf dem Plan der Arbeiter. Gleichzeitig wird die Sohle für den Zielschacht ins Erdreich gedüst, aus dem im nächsten Jahr die Tunnelvortriebsmaschine nach ihrer zwei Kilometer langen Fahrt unter der Kaiserstraße geborgen wird.

Am Europaplatz schließt sich allmählich das Baufeld: Die Südhälfte des Platzes wird bis nächste Woche geschlossen, auf der Nordseite wird noch vor den Arkaden gearbeitet, so dass letztlich nur noch die Bahnsteige als Baufeld durch Bauzäune gesichert werden.

Im Bereich der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße wird - direkt in der Lammstraße südlich der Kaiserstraße - derzeit ein Kanal gebaut, während in der Ritterstraße nördlich der Kaiserstraße die Bodenplatte für einen Haltestellenzugang entsteht. An der Ecke Lammstraße/Kaiserstraße werden in einem kleinen Baufeld ab Mitte Oktober noch einige Bohrpfähle hergestellt. Im Baufeld an der Südwestecke des Marktplatzes zur Kaiserstraße hin beginnen die Schlitzwandarbeiten in der nächsten Woche. Am Durlacher Tor werden oberirdisch die letzten Installationen bei der für die Ver- und Entsorgung der Tunnelvortriebsmaschine notwendigen Infrastruktur vorgenommen. In den nächsten Tagen montiert wird auch ein Schallschutz, der um die Separieranlage herum gebaut wird: Diese Anlage trennt Tag und Nacht das aus dem unterirdischen Vortrieb über Rohrleitungen geförderte Gemisch aus Sand, Kies und der Stützflüssigkeit Bentonit in seine jeweiligen Bestandteile, um diese dann abtransportieren oder wiederverwenden zu können. An der Tunnelvortriebsmaschine wurden einzelne Aggregate bereits probeweise in Betrieb genommen, die Gesamtabnahme erfolgt in der nächsten Woche.

Im bayerischen Herstellerwerk sind bereits 1566 Tübbinge - sechs von ihnen ergeben einen Tunnelring - produziert: Das entspricht einer Länge von 522 Metern. Östlich der Haltestelle Durlacher Tor werden in dem kurzen Tunnelabschnitt zwischen Haltestelle und der Rampe in der Durlacher Allee die Wände verankert.

Unten gut voran.