Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

In der nächsten Woche startet die Tunnelvortriebsmaschine - „Ära“ der Schlitzwände und Bohrpfähle endet in der Fußgängerzone

Der seit dem Tunnelanschlagfest vor knapp drei Wochen mit Spannung erwartete Start der Tunnelvortriebsmaschine (TVM) steht in der kommenden Woche bevor: Die TVM wird dann nach dem Abschluss aller Einstellungen an der komplexen Technik und auch nach dem Abschluss aller "oberirdischen" Vorbereitungen wie etwa der Schallschutzeinhausung für die dann Tag und Nacht arbeitende Separieranlage auf ihre zwei Kilometer lange Reise unter die Kaiserstraße geschickt. Im Spätsommer nächsten Jahres wird sie am Mühlburger Tor aus dem Zielschacht geborgen, nachdem sie aus insgesamt 6.000 einzelnen Betonfertigteilen - den Tübbingen - 1.000 Ringe zusammengefügt hat, die die Tunnelröhre bilden. Bis zum Start werden auch in dem noch nicht vortriebsrelevanten Abschnitt zwischen Marktplatz und Europaplatz Extensometer eingebaut - höchst empfindliche Sensoren, die Auskunft über die durch die TVM ausgelösten Bewegungen des Untergrunds geben.

Insgesamt ist unmittelbar vor Beginn der Vorweihnachtszeit in der Innenstadt eine Reduzierung der Ausdehnung der Baustellen zu beobachten: Während die Oberfläche des Berliner Platzes - unter ihm befindet sich die künftige unterirdische Haltestelle Kronenplatz - und seit kurzem auch die Oberfläche auf dem Europaplatz bereits weitestgehend geschlossen sind, haben Fußgänger nun auch im Bereich der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße in der Kaiserstraße mehr Fläche zur Verfügung: Hier ist der Steg vor den nördlich gelegenen Einzelhandelsgeschäften schon zu einem großen Teil zurückgebaut und wird bis Anfang Dezember ganz verschwinden; in der Straßenmitte entstand direkt neben dem Gleis deutlich mehr Platz als bisher für Passanten. Zudem endet zwischen Europaplatz und Durlacher Tor auch eine "Ära": Die letzte Schlitzwand ist hergestellt - nämlich an der Südwestecke Marktplatz/Kaiserstraße -, und der letzte Bohrpfahl wird an der Nordwestecke Lammstraße/Kaiserstraße in der nächsten Woche ins Erdreich versenkt. Danach entstehen Schlitzwände nur noch wie derzeit auch schon am Mühlburger Tor oder im Bereich des Südabzweigs.

Noch etwas tiefer wird dagegen das durch den laufenden Aushub am Marktplatz entstehende Loch: Während im nördlichen Teil dieser Baugrube bereits die Schalung auf die so genannte Sauberkeitsschicht gelegt wurde und die Bewehrung für die Betonage des Haltestellendeckels in der nächsten Woche beginnt, erledigt der Bagger im südlichen Teil noch den restlichen Aushub bis auf eine Tiefe von vier Metern. Hier werden an den Rändern der Baugrube auch noch die Schlitzwände abgestemmt und somit für die Anschlussbewehrung für den Haltestellendeckel vorbereitet. Im April nächsten Jahres wird die Oberfläche auf dem Marktplatz geschlossen sein: Während etwa ein gutes Drittel der Marktplatzfläche dann wieder begehbar ist, wird der große Rest auf der Westseite genutzt, um das Erdreich aus der größten der sieben künftigen unterirdischen Haltestellen abzutransportieren.

Der nördliche Teil der Karl-Friedrich-Straße steht nach wie vor ganz im Zeichen des Einpressens von Feststoff und Weichgel in den Baugrund, um den bergmännischen Vortrieb dieses Tunnelabschnitts vorzubereiten. Der Straßenteil südlich des Rondellplatzes wird in der nächsten Woche zum Baufeld, in dem dann zunächst die Oberfläche - Gleise und Asphalt - abgeräumt werden.

Nachdem nördlich der Kriegsstraße am Ettlinger Tor der letzte Teildeckel der künftigen unterirdischen Haltestelle betoniert ist, folgen jetzt Arbeiten am Nordostausgang der Haltestelle und südlich der Kriegsstraße am Südost-Haltestellenzugang. Die oberirdische Umfahrung funktioniert - ein "Mehr" an Verkehrsstau war bisher nicht zu beobachten. In der jetzt gesperrten Unterführung wird die Fahrbahnoberfläche abgefräst und in der nächsten Woche auch die elektrische Einrichtung wie die Lampen entfernt.

Südlich vom Ettlinger Tor sind in der Ettlinger Straße einerseits bereits Qualität sichernde Maßnahmen im Tunnelabschnitt bis zur Haltestelle Kongresszentrum im Gange. Andererseits werden nun auf der Westseite des Baufelds für die künftige unterirdische Haltestelle Kongresszentrum bereits die Leitwände als Voraussetzung für den übernächste Woche beginnenden Schlitzwandbau errichtet. Die Arbeiten an der Hochdruckinjektions-Sohle (HDI-Sohle) im Bereich des südlichsten Tunnelabschnitts und der sich daran bis zur Höhe der Augartenstraße anschließenden Rampe werden fortgesetzt.

Unten gut voran.