Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

In Haltestellen und Tunnelabschnitten tummeln sich die Handwerker

Aufwärts: In die Haltestelle Durlacher Tor ist der erste Aufzug eingebaut worden. (1)
Passgenau: Die Unterkonstruktion für die Wandverkleidung der Haltestellen wird im Kongresszentrum montiert. (2)
Verpresst: Feuchte Stellen wie hier an den Wänden des Gleisdreiecks werden mit Kunstharz hinterfüllt und so abgedichtet. (3)
Spachteln und Anstreichen: Die Betriebsräume werden für den Einbau der Technik von Maurern und Malern vorbereitet. (4)

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels kennt inzwischen viele Baustellen unter der Erde: Kilometerweise werden Kabel in Leerrohre eingezogen, Handwerkerfahrzeuge fahren über die Rampen in Tunnelabschnitte und Haltestellen. Teilweise wird bei den Arbeiten auch schon das endgültige Aussehen der Haltestellen sichtbar: Das ist beispielsweise beim "Stocken" der Wände in den Treppenabgangs- und Fahrgastverteilerbereichen der Fall: In den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße wird der Rohbau-Beton mit einem Meißel aufgeraut und sieht anschließend so aus, wie ihn die Fahrgäste nach der Inbetriebnahme auch erleben werden.

Sehen werden die Fahrgäste später auch die Aufzugsschächte, deren Oberflächen wie derzeit in der Haltestelle Kronenplatz erst sandgestrahlt und anschließend dunkelgrau gestrichen werden. In der Haltestelle Durlacher Tor ist der erste Aufzug bereits im Schacht eingebaut. Später - zumindest für Fahrgäste der Stadtbahnen und Straßenbahnen - nicht mehr sichtbar, aber gleichwohl wichtig ist die Montage der Doppelböden in den Betriebsräumen der Haltestelle Kronenplatz. Unter den Böden werden Kabel eingezogen, die dann in den Schaltschränken enden, die auf den Böden stehen. Die Betriebsräume erhalten auch einen weißen Anstrich - der wird gerade in der Haltestelle Europaplatz aufgebracht. In den beiden Haltestellen Durlacher Tor und Kongresszentrum wird die Aufnahme für die Rolltreppenanlage ebenfalls gerade angestrichen - allerdings mit einem ölfesten Auftrag.

In diesen beiden Haltestellen schreiten auch die Vorarbeiten für die endgültige Gestaltung der Wände voran: Auf den Rohbau-Wänden wird eine exakt konstruierte Unterkonstruktion befestigt, auf der dann die Betonwerksteine hängen werden.

Dass der Innenausbau unterirdisch immer mehr Raum einnimmt, geht auf den Rückzug der zu Ende gehenden Rohbauarbeiten zurück: In der Haltestelle Ettlinger Tor werden im Nordkopf Innenwände sowie Zwischen- und Technikdecken betoniert sowie die Bahnsteigkörper hergestellt.

Die nach Fertigstellung des Tunnelrohbaus zunächst immer auftretenden feuchten Stellen an den Wänden der Tunnelabschnitte und der Haltestellen werden weiterhin mit Kunstharz verpresst - erst dann gilt das Bauwerk als "abgenommen".

Die Oberfläche am Kronenplatz ist nun auch geschlossen worden, der Verkehr kann sich jetzt auch wieder vom Durlacher Tor dem Platz nähern. Auf dem Durlacher Tor werden noch bis Jahresende Gleistrassen, Straßen, Rad- und Gehwege gebaut - während die Bahnen in den Sommerferien deswegen großräumige Umwege fahren, sind Autofahrer und Radler davon nicht generell betroffen: Es kommt jedoch häufig zu Verkehrsumlegungen, wenn Autos und Radfahrer einen gerade fertiggestellten Teilabschnitt nutzen können.

Auch der Bau der oberirdischen Straßenbahntrasse mit dem darunter liegenden Autotunnel in der Kriegsstraße schreitet voran: Auf den fertiggestellten Tunnelabschnitten im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße werden Strom- und Kommunikationsleitungen im aufgefüllten Erdreich verlegt. Unmittelbar daneben in östlicher Richtung werden die letzten Decken für diesen Tunnelabschnitt hergestellt. Übermorgen, am Sonntag, 29. Juli, wird zwischen 6 Uhr und 20 Uhr die nach Westen führende Fahrbahn der Kriegsstraße zwischen Lammstraße und Ritterstraße gesperrt, weil dort ein Turmdrehkran abgebaut wird. Eine Umleitung ab dem Ettlinger Tor wird ausgeschildert.

Westlich daran anschließend im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor naht mit den Vorarbeiten die eigentliche Phase, in der auch in diesem Abschnitt der Tunnel gebaut wird. Noch sind Kampfmittelsondierung und Leitungsrückbau im Gange, zudem wird bereits begonnen die oberen Bereiche der Rampe der alten Unterführung der Kriegsstraße unter dem Ettlinger Tor abzubrechen. Wo dies abgeschlossen ist wird die Leitwand gebaut, die dem Schlitzwandgreifer die senkrechte Führung nach unten vorgibt, wenn er das Erdreich aus den schmalen Baugruben baggert. In diese Baugruben wiederum werden Spundwände eingebracht, die Baugrube sichern und als spätere rückwärtige Schalung für die Tunnelwände dienen. Die für das Herstellen der Schlitzwände erforderlichen Seilbagger und technischen Anlagen werden aufgebaut und auf ihren Einsatz vorbereitet.

Weit gekommen ist auch das östlichste Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee: Der Tunnelrohbau nähert sich auch hier seinem Ende, die Ausfahrtrampe hat sogar schon ihr Tunnelportal. In diesem Bereich wird am Sonntag, 5. August, die nach Osten - also stadtauswärts - führende Fahrbahn der Ludwig-Erhard-Allee gesperrt, um einen Kran zu demontieren.

Im Baufeld O2 im Bereich des Mendelssohnplatzes haben auf der Südseite auch bereits die Arbeiten für die Verlegung des Kfz-Verkehrs in den Seitenraum während der Tunnelbauarbeiten begonnen.

In den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor arbeiten weiterhin zwei Großbohrgeräte, um in die Erde bis auf 20 Meter tiefe sogenannte überschnittene Bohrpfähle einzustellen. Auf die Köpfe der Bohrpfähle auf der Südseite der Kriegsstraße werden "Kragarme" aufbetoniert: Auf diesen betonierten Betonplatten mit seitlicher Sicherung können für eine Übergangszeit oben Autos fahren, während der Tunnel gebaut wird. In den Sommerferien - der Spielpause des Staatstheaters - wird der südliche, bisher noch verbliebene Treppenabgang der ehemaligen Unterführung Kreuzstraße abgebrochen.

Die Einmündung der Kapellenstraße in die Kriegsstraße ist in einem ersten Abschnitt umgestaltet, so dass zunächst die Fußgänger über einen neuen Gehweg und in Kürze der zum Durlacher Tor führende Autoverkehr über eine neue Fahrbahn geführt wird.

Unten gut voran.