Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Innenausbau arbeitet sich Haltestelle um Haltestelle vor

Die beiden Haltestellen Durlacher Tor und Kongresszentrum haben die Nase vorn - aber der Innenausbau der künftigen unterirdischen Stationen der Kombilösung arbeitet sich allmählich vor. So sind im Durlacher Tor und auch unter der Ettlinger Straße schon sehr deutlich die Unterkonstruktionen aus Streben zu erkennen, die sich die jeweils 100 Meter langen Bahnsteigwände entlang ziehen. Jede einzelne Metallschiene benötigt viele Bohrlöcher, die in die vom Rohbau hinterlassenen Stahlbetonwände getrieben werden. Denn an den Metallschienen werden bereits die sehr hell gehaltenen Werksteine aus Beton befestigt, die letztlich das Aussehen der Wand bestimmen - da muss jede Fuge sitzen. Allerdings wiegt ein einzelner Stein etwa 70 Kilogramm. Ebenfalls vorbereitet sind auch schon die vom Rohbau hinterlassenen Bahnsteigoberflächen: Unter dem Durlacher Tor, unter dem Kronenplatz und in der Haltestelle Kongresszentrum sind diese abgestrahlt und mit einem feuchtigkeitsabweisenden Anstrich versehen worden. Auch die Bahnsteige werden mit den Werksteinen belegt.

Ganz anders gestaltet werden die Wände zwischen den unten liegenden Bahnsteigen und der Oberfläche: Auf den Fahrgastebenen und den nach unten und ganz nach oben führenden Treppen seit Wochen schon der Rohbau-Beton der Wandflächen "gestockt": Durch die mechanische Bearbeitung mit einem Meißel erhält der Beton eine lebendige, aufgeraute Oberfläche, Waschbeton nicht unähnlich - hier sind jedoch die im Beton enthalten Kieselsteine nicht glatt und rund wie bei Waschbeton, sondern durch das Stocken aufgebrochen. Die mit dem Stocken befassten Handwerker sind derzeit in der Haltestelle Lammstraße, im Gleisdreieck und unter dem Europapplatz unterwegs.

Auch schon zu erkennen sind mancherorts Aufzüge und Fahrtreppen: Aufzugswände werden in der Haltestelle Lammstraße geglättet und danach mit einem dunkelgrauen Anstrich versehen. Teilweise montiert sind Aufzüge und Fahrtreppen in den Haltestellen Durlacher Tor, Kronenplatz und Kongresszentrum. Des Weiteren werden in den einzelnen Betriebsräumen der Haltestellen sukzessiv Kabel für den Schwach- und Starkstrom verlegt. Hinzu kommt der Einbau von Doppelböden und der Beleuchtung in den Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz. Im Tunnelabschnitt Ost/West laufen die Kabelzugarbeiten für den Bahnstrom und der Tunnelversorgung.

Für den Rohbau bleiben noch zwei Haltestellen: Unter dem Marktplatz werden auch noch die letzten Oberflächen der drei Bahnsteige - hier gibt es zwei durchgehende Gleise für Stadtbahnen und Straßenbahnen sowie ein drittes, an einem Prellbock endendes Gleis für die Stadtbahnen - betoniert. In der Haltestelle Ettlinger Tor werden die Stahlbetonplatten auf den Bahnsteigkörper gelegt und anschließend ebenfalls betoniert.

Am Durlacher Tor sind die Arbeiter bis zum Jahresende an der Oberfläche damit beschäftigt, die noch ausstehenden Abschnitte der Straßen, Rad- und Gehwege fertigzustellen. Auch werden noch Bahnsteige im Bereich der in Richtung Nordosten fahrenden Bahnen errichtet, so dass diese und die ebenfalls neugebaute Haltestelle in der Durlacher Allee im Dezember in Betrieb gehen können.

Beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung, dem Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oberirisch und einem darunter liegenden Autotunnel, gehen die Arbeiten ihren geplanten Gang: Im Baufeld O 2 am und beidseitig neben dem Mendelssohnplatz laufen die Arbeiten für die Baugrubenabsicherung mit in Schlitzwände eingestellten Spundwänden. In der Kreuzungsmitte werden diese Wände als Widerlager ausgebildet für die beiden Brückenelemente, über die ab Mitte November bis Mitte nächsten Jahres die Stadtbahnen und die Straßenbahnen rollen werden, damit darunter der Tunnel gebaut werden kann.

In den anderen Baufeldern der Kriegsstraße entsteht der Autotunnel Meter um Meter: Im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee wird noch an den Wänden der Ein- und Ausfahrtsrampen gearbeitet. In den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor werden "Kragarme" und "Kragplatten" hergestellt - Verkehrsflächen für Autos in der Kriegsstraße, die auf die Bohrpfahlwände aufbetoniert werden. Dadurch kann darunter der Tunnel hergestellt werden, während wenige Meter darüber Autos fahren.

Zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße im Baufeld W 3 entstehen Schlitz- beziehungsweise Dichtwände, in die Spundwände eingestellt werden, sowie Bohrpfahlwände als Baugrubenverbau. Auf dem Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße entsteht oberirdisch bis Oktober auf Höhe der Ritterstraße eine Kreuzung zur Querung der Kriegsstraße für Autofahrer, Radler und Fußgänger.

In der Karl-Friedrich-Straße wird in den kommenden Wochen der Kanal zwischen Ettlinger Tor und Marktplatz saniert. Die Arbeiten finden im Kanal statt, hierzu müssen lediglich die Schachtdeckel geöffnet und abgesichert werden. Im ersten Bauabschnitt zwischen Ettlinger Tor und Rondellplatz, welcher ca. zwei Wochen andauern wird, wird es keine spürbaren Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr geben.

Aktuelle Verkehrsinformationen zu Baustellen und Umleitungen gibt es im Mobilitätsportal der TechnologieRegion Karlsruhe: mobilitaet.trk.de Aktuelle Informationen zum ÖPNV in der Region: kvv.de

Unten gut voran.