Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Karoline-Luise-Tunnel eröffnet

Der entscheidende Moment: Das Band für den Karoline-Luise-Tunnel wird durchschnitten vom Leiter des Karlsruher Tiefbauamts, Martin Kissel, dem Technischen Geschäftsführer der KASIG, Frank Nenninger, dem früheren Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich, von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sowie vom Kaufmännischen Geschäftsführer der KASIG, Dr. Alexander Pischon (v.l.n.r.).
"Der Autotunnel stärkt auch die anderen, oberirdischen Mobilitätsarten", freute sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seiner Rede zur Eröffnung des Tunnels unter der Kriegsstraße.

Komfortabel und schnell mit dem Auto durch die Karlsruher City: Der Karoline-Luise-Tunnel ist heute offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Nach rund fünfeinhalb Jahren Bauzeit eröffnete Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Vormittag die Verkehrsanlage, die sich auf einer Länge von rund 1,6 Kilometern unterhalb der Kriegsstraße vom Knotenpunkt Ostenendstraße/Ludwig-Erhard-Allee bis zum Karlstor erstreckt. Zuletzt hatten unter anderem noch notwendige Modifikationen an den 36 im Tunnel verbauten Strahlventilatoren für eine Verschiebung des Eröffnungstermins gesorgt. 

Die Fertigstellung des Karoline-Luise-Tunnels stellt den letzten noch verbliebenen Baustein für die Vollendung der Karlsruher „Kombilösung“ dar. Bereits im Dezember 2021 waren der Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße und dem Südabzweig sowie die neue oberirdische Trambahntrasse in der Kriegsstraße in Betrieb gegangen. Benannt ist der Autotunnel nach der einstigen Markgräfin Karoline Luise von Baden (1723-1783), die mit ihrer Bildersammlung die Grundlage für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe schuf. 

„Leistungsstarke Verkehrswege sind die Lebensadern unserer Stadt. Mit der heutigen Eröffnung des Autotunnels unterhalb der Kriegsstraße kann der Autoverkehr auf einer der zentralen Ost-West-Achsen nun wieder flüssig durch die Karlsruher Innenstadt fließen. Gleichzeitig stärkt der dadurch oberirdisch gewonnene Freiraum andere Mobilitätsarten und die Attraktivität der City insgesamt“, betont Oberbürgermeister Dr. Mentrup. „Wir feiern damit heute auch die Vollendung der Karlsruher ‚Kombilösung‘, die das Aussehen und die Aufenthaltsqualität in unserer Stadt nachhaltig positiv verändern wird“, hob er die Bedeutung dieses Tages für die jüngere Stadtgeschichte hervor. Zudem bedankte sich Oberbürgermeister Dr. Mentrup bei den Karlsruher Bürgern, Einzelhändlern und Anwohnern für ihre Geduld, während der mehr als zwölf Jahre langen Bautätigkeiten für das „Jahrhundertprojekt Kombilösung“, das mit umfangreichen Fördermitteln von Bund und Land realisiert wurde. 

Der in offener Bauweise errichtete Autotunnel unterhalb der Kriegsstraße besteht aus zwei nebeneinander verlaufenden Röhren. Während der Durchgangsverkehr im Tunnel zügig vorankommt und das Staurisiko minimiert wird, wird die Kriegsstraße oberirdisch von Autos, Lärm und Abgasen entlastet – das verbessert die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Bereich der südlichen Innenstadt. Fußgänger und Radfahrer bekommen breite Wege entlang der Kriegsstraße, die durch eine Baumallee einen neuen Boulevard-Charakter erhalten hat und nun eben auch Platz für eine neue, begrünte Trambahntrasse bietet. Autofahrer, die direkt ins Stadtzentrum wollen, können den Autotunnel über die Verbindungsrampen Ritterstraße und Lammstraße verlassen. Das Parkhaus des Einkaufscenters Ettliger Tor (ECE) hat eine eigene Ein- und Ausfahrt für den Tunnel erhalten. 

Mit dem Bau des Karoline-Luise-Tunnels hatte die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH (KASIG) im April 2017 begonnen und den Rohbau im Juli 2021 termingerecht fertiggestellt. Die betriebstechnische Ausstattung erfolgte dann im Zeitraum zwischen März 2021 und Oktober 2022. 

Der neue Autotunnel ist mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet. So ermöglichen beispielsweise 89 Kameras den Sicherheits- und Rettungskräften einen Blick in jeden Winkel des Tunnels, der zudem über 23 Notrufnischen, 18 Fluchttüren oder 12 Feuerwehrhydranten verfügt. Drei Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung sorgen dafür, dass sich die Ver-kehrsteilnehmer an das vorgegebene Tempolimit halten. Im Tunnel ist zudem der Empfang von mehreren UKW und DAB+-Radiosendern möglich. Ebenso besteht Mobiltelefonempfang für die Netze der Telekom, O2-Telefonica und Vodafone. Anfallendes Regenwasser wird über insgesamt fünf Hebewerke in die städtische Kanalisation gepumpt. 

KASIG-Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon würdigte die Arbeit von Fachplanern und der ausführenden Baufirmen: „Ich danke allen Beteiligten, die dieses Teilprojekt der Kombilösung trotz der großen Herausforderungen letztlich zu einem erfolgreichen Abschluss geführt haben. Uns war immer wichtig, dass Sicherheit hierbei vor Schnelligkeit geht. Dennoch haben wir es mit allen Projektpartnern geschafft, dass der Tunnel noch vor Beginn der besucherstarken Vorweihnachtszeit in Betrieb gehen kann. Ich wünsche allen Verkehrsteilnehmern gute Fahrt durch den Tunnel!“ 

Daten und Fakten zum Karoline-Luise-Tunnel 

■ Bauzeit: - Rohbau: April 2017 bis Juli 2021 - Betriebstechnische Ausstattung: März 2021 bis Oktober 2022 

■ Länge: - Gesamtlänge: 1.650 Meter - Länge Nordröhre: 1.400 Meter - Länge Südröhre: 1.360 Meter - Zu- und Ausfahrtsrampen Ost: 130 Meter - Zu- und Ausfahrtsrampen West: 160 Meter 

■ Sicherheit: 

- 23 Notrufnischen 

- 8 oberirdische Notrufsprechstellen an den Portalen - 18 Fluchttüren - 71 Lautsprecher für Durchsagen - 89 Kameras 

- 12 Feuerwehr-Hydranten und ein Löschwasserbecken mit einem Volumen von 77 m³ 

- 36 Strahlventilatoren zur Entlüftung der Tunnelröhren - 3 Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung 

- Radioempfang (mehrere UKW und DAB+-Sender) - Mobiltelefon-Empfang für die Netze der Telekom, O2-Telefonica und Vodafone