Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Kombilösung: Bürgervereine informierten sich über das Projekt

Gegen "gezielte Fehlinformationen und abstruse Horrorszenarien"


(rof) Gezielte Fehlinformationen und abstruse Horrorszenarien über die von der Stadt Karlsruhe geplante Kombilösung zur Weiterentwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) und der Verbesserung der Stadtqualität sorgten in jüngster Vergangenheit in der Presse für Schlagzeilen. Nicht beweisbare Unterstellungen sind nicht im Sinne der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine, wie deren Vorsitzender Prof. Wolfgang Fritz am Montagabend, 10. Dezember, bei einer Informationsveranstaltung bei den Verkehrsbetrieben einleitend betonte.

Deshalb war auch längst, bevor solche Verunsicherungen in die Öffentlichkeit getragen wurden, ein Gespräch mit Dr. Walter Casazza, dem Chef von Verkehrsbetrieben sowie AVG und KVV, und dem Projektleiter der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), Gerhard Schönbeck, vereinbart, um sich objektive Informationen und Einschätzungen aus erster Hand zu holen.

Schönbeck erläuterte zunächst - anschaulich unterstützt von Planskizzen und Fotosimulationen - die so genannte Kombilösung. Sie besteht aus zwei sich gegenseitig bedingenden Komponenten: Die erste ist der Tunnel in der Kaiserstraße mit Südabzweig am Marktplatz für die Straßen- und Stadtbahnen, der im bergmännischen Schildvortrieb gebaut wird.

Die zweite besteht aus der Untertunnelung der Kriegsstraße für die Autos und einer weiteren ebenerdigen Straßenbahnstrecke, um die bisherige gravierende Trennwirkung dieser Trasse zu mildern. Die Kriegsstraße hat zur Zeit eine Belastung von rund 65.000 Fahrzeugen. Der Durchgangsverkehr beträgt allerdings nur 18 Prozent, die restlichen 82 Prozent sind Ziel- und Quellverkehr. Deshalb kann die untertunnelte Straße auch nicht ganz vom Stadtgebiet abgeschnitten werden, sondern muss Zu- und Abfahrten haben.

In der zwar regen, aber sehr sachlichen Diskussion ging es unter anderem um den Zeitplan für die Umsetzung des Großprojekts. Als Baubeginn ist der 15. Dezember 2009 ins Auge gefasst. Kaiserstraße und Kriegsstraße könnten auch wegen der Auszahlung der Zuschüsse nicht gleichzeitig gebaut werden.

Zunächst müsse, so Walter Casazza, die U-Strab in der Kaiserstraße gebaut werden. Wenn dann bereits beim Stadtbahnverkehr eine Entlastung eingetreten sei, könne man an die Kriegsstraße gehen. Eventuell sei auch eine Überlappung der beiden Baumaßnahmen möglich.

Weitere Fragen der Vertreter der Bürgervereine bezogen sich darauf, ob die veranschlagten 500 Millionen Euro für die Verwirklichung des Großprojektes auch ausreichten. Dazu meinte Gerhard Schönbeck, man habe das Vorhaben auch finanziell sehr realistisch geplant. Von der Gesamtsumme entfallen 370 Millionen auf die Untertunnelung der Kaiserstraße und 170 Millionen Euro auf die Neugestaltung der Kriegsstraße.

Horrende Kostensteigerungen wie in Köln und Düsseldorf seien in Karlsruhe nicht zu erwarten, da die Trasse der U-Bahn nicht unter Wohn- oder Geschäftshäusern liege. Dr. Walter Casazza bot an, auch weiterhin bei den einzelnen Bürgervereinen auf Wunsch zu informieren.

 

Richtigstellung KASIG zu Kosten:
Kosten Stadtbahntunnel 333 Mio. Euro
Kosten Straßenbahn in der Kriegsstraße mit Straßentunnel 163 Mio. Euro
Gesamt 496 Mio. Euro

Unten gut voran.