Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Kombilösung: "Eine sehr ausgereifte Vorplanung"

Bürgeranhörung zum Kriegsstraßen-Plan / Zukunftsprojekt Reinhold-Frank-Straße

(rie) An der Realisierung der Kombilösung habe die Stadt in den letzten zweieinhalb Jahren mit Hochdruck gearbeitet, betonte OB Heinz Fenrich letzte Woche im Stephansaal. Eingeladen hatte die Stadt zur vorgezogenen Bürgeranhörung für das Teilprojekt Kriegsstraße, "mit der wir in eine neue Phase des konkret gewordenen Planungsprozesses eintreten", so Fenrich.

Ziel des Bebauungsplans: Das ÖPNV-Netz mit einer Gleistrasse zu ergänzen und an der in den 60er Jahren autogerecht ausgebauten Kriegsstraße ein Stück Stadtreparatur zu betreiben. Dabei soll die Kriegsstraße zu einem "städtischen Boulevard" umgebaut werden, erläuterten Planungsamtschef Dr. Harald Ringler und Projektverantwortlicher Gerhard Schönbeck bei der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG).

Für den 1,4 Kilometer langen Straßentunnel zwischen Karlstor und Mendelssohnplatz sind neben Zu- und Abfahrten am Ettlinger Tor und Karlstor Rampen notwendig, die ECE-Garage erhält Anschluss an den Tunnel.

Oberirdisch verläuft die Gleistrasse mit den Haltestellen Karlstor, Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz. Bestehende Haltepunkte am Karlstor oder Mendessohnplatz wandern auf die jeweils andere Seite der Kriegsstraße. Die Kriegsstraße soll für Fußgänger "durchgängiger werden: Vorgesehen sind breite Gehwege, anstelle der Fußgängerbrücken wird es gesicherte Übergänge bei der Ritter-, Lamm-, Kreuz- und Adlerstraße geben. Radfahrer erhalten pro Fahrtrichtung eine eigene Spur.

"2007 würden wir gerne mit dem Bau beginnen, der Zeitpunkt hängt aber von vielen Faktoren ab", so Schönbeck. Untersuchungen hätten bestätigt, dass "abschnittsweise unter fließendem Verkehr" gebaut werden kann, gewisse Einschränkungen müsse man in Kauf nehmen.

Gleich mehrere Redner hoben auf die stark belastete Reinhold-Frank-Straße ab. Den Tunnel verlängern wollte etwa ein Bewohner der Gartenstraße. Ähnlich Rolf Appell für den Bürgerverein Stadtmitte: Die Vorplanung sei sehr ausgereift, die Reinhold-Frank-Straße solle man aber mit einbeziehen. Seine Befürchtung, das Paket Kombilösung könnte durch die unterschiedlichen Verfahren für die Teilprojekte entkoppelt werden, teilte Hans-Peter Volkmer vom Zentralen Juristischen Dienst (ZJD) nicht.

Und auch KVV-Geschäftsführer Dieter Ludwig bekräftigte: "Wir sind auf beide Straßenbahnlinien angewiesen und darauf, dass sie ziemlich gleichzeitig fertig werden." Ein echtes Problem sei der Knoten Kriegsstraße/Reinhold-Frank-Straße, bekannte Dr. Ringler. Hier gebe es noch keine Lösung, die Straße müsse Zukunftsprojekt bleiben.

Bürgermeister Ullrich Eidenmüller betonte aufgrund einer Nachfrage zu einem weiteren Bürgerentscheid, die Stadt wolle den Auftrag, der sich aus der klaren Mehrheit der Bürger für die Kombilösung ergebe, umsetzten. Und denen, die den Kriegsstraßen-Umbau mit der Hoffnung verbinden, dass danach der Stadtbahntunnel Kaiserstraße unnötig ist, entgegnete er: "Wir brauchen beide."

Unten gut voran.