Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Kombilösung: Planfeststellungsbeschluss ergangen

"Herzstück des modernen Karlsruhe" / Bau ist "größtes Konjunkturprogramm der Stadt"

(bw) "Die Zukunft der Karlsruher City ist ein entscheidendes Stück näher gerückt. Die Kombilösung steht auf sicherem Fundament". Merklich zufrieden nahm Oberbürgermeister Heinz Fenrich am Mittwoch, 17. Dezember, im Rathaus den Planfeststellungsbeschluss für Karlsruhes Jahrhundertprojekt aus den Händen von Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner entgegen.

Denn damit besteht nicht nur ab sofort Baurecht für den Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße mit Südabzweig am Marktplatz. Auch in der Finanzierungsfrage herrscht jetzt Klarheit: Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat die Kombilösung in das GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz)-Programm eingestellt. Und das Land Baden-Württemberg hat zugesagt, auch die "unabdingbaren Mehrkosten" des Vorhabens zu fördern.


Keine Kostendeckelung

Mit der Zusage des Bundes ist der "Löwenanteil" von 60 Prozent der anrechenbaren Kosten des Projektes abgedeckt - "und zwar ohne Deckelung", wie Fenrich unterstrich. Der "Durchbruch" bei der finanziellen Beteiligung des Landes war dem Stadtoberhaupt in Gesprächen mit Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Innenminister Heribert Rech noch am Dienstag, 16. Dezember, gelungen: Neben der bereits zugesagten Festbetragsfinanzierung in Höhe von insgesamt 100.8 Millionen Euro - das sind 20 Prozent des förderfähigen Aufwands - fördert das Land nun auch Mehrkosten etwa durch Preissteigerungen während der Durchführung des Vorhabens. "Das Land lässt uns mit den Mehrkosten nicht im Regen stehen", betont OB Fenrich, "dafür bin ich sehr dankbar".

Geschätzte Kosten 588 Millionen

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) hat im Zuge der vertieften Planung und Optimierung die Kosten des Projekts zwischenzeitlich vom Stand 2004 - damals wurden die Finanzierungsmittel in Höhe von 496 Millionen Euro beantragt - auf den heutigen Stand (588 Millionen) weiter gerechnet.

Der Stadtbahntunnel ist jetzt mit 403 Millionen Euro kalkuliert, die Umgestaltung der Kriegsstraße mit 185 Millionen. Von den rund 92 Millionen Euro Mehrkosten entfallen allein 22 Millionen auf zusätzliche Sicherheitsauflagen und neue technische Weiterentwicklungen. Die restlichen Kosten ergeben sich aus allgemeinen Preissteigerungen und schlagen beim Stadtbahntunnel mit rund 47 Millionen und bei der Kriegsstraße mit etwa 23 Millionen Euro zu Buche.

Aufgrund der starken Preisschwankungen etwa bei Rohstoffen nannte OB Fenrich die neue Berechnung eine "Momentaufnahme", die Veränderungen unterliegen kann - auch nach unten.

Beispielhaft verwies KASIG-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza auf die Entwicklung der Stahlpreise: Wurden 2004 rund 600 Euro pro Tonne Stahl gezahlt, lag der Preis im November 2008 bei 1100 Euro und befindet sich aktuell auf einem Niveau von 800 Euro.

KASIG-Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeisterin Margret Mergen, geht auf der Basis der neuen Zahlen von 173 Millionen Euro aus, die von der KASIG ab Baubeginn Ende 2009/Anfang 2010 bis 2019 investiert werden müssen. "Die Kombilösung ist damit das größte Konjunkturprogramm Karlsruhes in den nächsten Jahren", unterstreicht Mergen. "Wir setzen damit wichtige Impulse für die Bauwirtschaft in konjunkturell schwierigen Zeiten".

"Die Kombilösung ist das Herzstück des modernen Karlsruhes und unverzichtbare Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in der gesamten Region", lautet das Fazit des Stadtoberhaupts. Mit der Kombilösung werde sich "das Gesicht Karlsruhes verändern, unsere Innenstadt wird attraktiver, und wir erhalten erstmals eine echte Fußgängerzone mit hoher Aufenthaltsqualität".

Unten gut voran.