Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Kombilösung: Vertrauensvoll im Dialog

Informationsveranstaltung für Geschäftsleute der Kaiserstraße

(rie) Wie können Belastungen, die Maßnahmen wie die Kombilösung mit sich bringen, ohne Existenzbedrohung für den Einzelhandel abgemildert werden? Darum ging es bei der Veranstaltung am Dienstag im Rathaus, zu der OB Heinz Fenrich rund 220 Geschäftsleute, überwiegend aus der Kaiserstraße, eingeladen hatte.

Von diesen nutzten knapp 70 die Gelegenheit, sich über das vorgesehene Unterstützungsmanagement zu informieren. In der Diskussion ging es neben rechtzeitiger, umfassender Information vor allem um Existenzängste, die die Bauphase auslöst: "Viel Reserven hat der Mittelstand nicht", so Eduard Peltzer von Spielwaren- Döring. "Wir wollen und werden den Einzelhandel nicht gegen die Wand fahren", versicherte Fenrich am Ende des Treffens.

Momentan läuft die Ausschreibungsplanung für die Kombilösung, Ende 2009 könnte in der Kaiserstraße Baubeginn, bis 2020 die komplette Kombilösung fertig sein. Auf rund 1,5 der etwa zwei Kilometer langen Tunnelstrecke in der Kaiserstraße ist oberirdisch vom Tunnelbau nichts zu sehen, nur an den Haltestellen wird es für jeweils eineinhalb bis zwei Jahre bis zum Stadtgeburtstagsjahr 2015 Baustellen geben. "Nicht über die ganze Bauzeit wird an jeder Ecke gebuddelt", verdeutlichte KASIG-Prokurist Gerhard Schönbeck.

Auch wenn Karl Bücker von den Kölner Verkehrsbetrieben, der über das dort erstmalig eingesetzte Unterstützungsmanagement berichtete, meinte, "Sie können sich glücklich schätzen, dass Sie so früh und umfangreich informiert werden", sahen dies einige Teilnehmer ganz anders: Zu spät sei der Info-Abend gekommen, die Frage, welche Mittel die Stadt für Entschädigungen eingeplant hat, nicht beantwortet, meinte Rechtsanwalt Arno Stengel, Vertreter einiger Geschäftsleute. Und: Reicht das Geld, sollten Mehrkosten das mit 496 Millionen Euro berechnete Investitions-Paket verteuern? "Es ist unmöglich, vorab Summen für punktuelle bauliche Belästigungen zu nennen", gab Bücker seine Erfahrungen wieder. KASIG-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza versicherte, "die Kosten für Entschädigungen sind für uns tragbar." Je nach Baustelle sei sein Umsatz um 80 Prozent gesunken, so Olaf Löb vom HiFi-Studio am Zirkel. Aber: "Die Geschäfte am Zirkel haben überlebt - auch durch eigenes Engagement." Zu Fenrich meinte er: "Ich bin mir sicher, Sie werden die richtigen Maßnahmen für die Einzelhändler vorsehen."

Dr. Melitta Büchner-Schöpf (Modehaus Schöpf) mahnte die zugesagte Flaniermeile Kaiserstraße an. Hierzu Planungsamtschef Dr. Harald Ringler: Derzeit werde ein Wettbewerb für die Ausgestaltung des öffentlichen Raums vorbereitet unter Einbeziehung des Einzelhandels. "Es bleibt noch genügend Zeit Ihre Anregungen aufzunehmen. Lassen Sie uns vertrauensvoll zusammenarbeiten und mit der Kombilösung positiv in die Zukunft unserer Stadt schauen", meinte der OB abschließend.

Unten gut voran.