Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Land prüft Beteiligung

Innenminister sorgt für Überraschung bei IHK-Neujahrsempfang

(res) Jedes Jahr im Januar lädt die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe Vertreter des öffentlichen Lebens und der Mitglieds-unternehmen zu ihrem Neujahrsempfang ein. Immer am späten Vormittag und immer in die Stadthalle. Doch dieses Mal sorgte nicht so sehr IHK-Präsident Bernd Bechtold mit Kritik an der Politik für Aufsehen sondern ein Politiker, der gar nicht auf der Rednerliste stand.

Denn Innenminister Heribert Rech stellte am Rande des Empfangs in Aussicht, dass sich das Land doch mit insgesamt 100 Millionen Euro an der Finanzierung der Kombilösung beteiligt und zwar in Raten à zehn Millionen aus dem Verkehrsetat. Allerdings wollen Stadt und Land auch weiterhin nach einem privaten Investor suchen.

Bereits im Dezember hatte der Innenminister bei einem Besuch im Karlsruher Rathaus deutlich gemacht, dass die Landesregierung zur Kombilösung steht. Allerdings zwängen die vom Bund beschlossenen Einsparungen für den ÖPNV das Land dazu, bei der Förderung von ÖPNV-Projekten "strenge Maßstäbe" anzusetzen und nach alternativen Finanzierungsmodellen zu suchen. Daran soll sich auch angesichts der nun in Aussicht gestellten Mittel aus dem Verkehrsetat nichts ändern.

Laut OB Heinz Fenrich wollen Stadt und Land "zweigleisig fahren" und beide Möglichkeiten, also auch die einer privat-öffentlichen Partnerschaft, prüfen. Noch ist alles offen, aber der Innenminister baut darauf, dass die Entscheidung in den nächsten Monaten fällt.

"Kombilösung ist wirtschaftlich"

"Keine Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Kombilösung" hat IHK-Präsident Bechtold und schob in Richtung Stuttgart nach: "Was gut ist für die TechnologieRegion ist auch gut für das Land." Schließlich trage die Region Karlsruhe überdurchschnittlich dazu bei, dass Baden-Württemberg "die Wachstumslokomotive Deutschlands" sei.

" Zweite Rheinbrücke und Appenweierer Kurve absolutes Muss"

Ein "geschlossenes Auftreten der Region" wünscht sich der Kammer-Präsident auch für den Umbau des Wildparkstadions, und die zweite Rheinbrücke ist für ihn ebenso ein "absolutes Muss" wie der Bau der Appenweierer Kurve und des Rastatter Tunnels für die Eisenbahnachse "Magistrale für Europa". Harsche Kritik übte Bechtold am Gleichstellungsgesetz, das er als "bürokratisches Monster" bezeichnete, und wandte sich auch entschieden gegen die Abschaltung des Kernkraftwerks Philippsburg.

Stolz auf über 4.000 Ausbildungsverträge

Stolz zeigte sich der Präsident hingegen, dass in den IHK-Mitgliedsunternehmen 2006 mehr als 4.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden seien. Chancen für den Arbeitsmarkt und damit für die Arbeitslosen sieht Bernd Bechtold vor allem im Dienstleistungssektor und war damit auf einer Linie mit Professor Hans-Jörg Bullinger, der den diesjährigen Gastvortrag des Neujahresempfangs hielt.


Der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft forderte Wirtschaft und Wissenschaft angesichts der Globalisierung dazu auf, "schneller und besser" zu werden. Denn nur Vorsprung und Innovation brächten Wohlstand und Beschäftigung.

Alles richtig gemacht, mag da Professor Horst Hippler gedacht haben. Denn der Rektor der Universität Karlsruhe stellte auch auf dem Neujahrsempfang das "Karlsruhe Institute of Technology" (KIT) vor, eine laut Wissenschaftsrat "einmalige" und "zukunftsweisende Leitidee". Hippler kündigte an, dass das gemeinsame Dach von Universität und Forschungszentrum zusammen mit der Wirtschaft Professuren und Forschergruppen einrichten und einen KIT-Industry-Club gründen will.

Unten gut voran.