Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Letzte Rolltreppe für die Haltestellen ist eingebaut

Das war’s: Am Ettlinger Tor wurde gestern die letzte der insgesamt 58 Rolltreppen angeliefert und eingebaut.
Das wird noch: Im Gleisdreieck werden die Gleise bereits in Richtung Haltestelle Marktplatz verlegt.
Noch eine Woche dauert die Suche nach dem Baugrubenverbau der alten Unterführung am Karlstor.

Gestern (Donnerstag, 13. Juni) war es soweit: Am Ettlinger Tor wurde die letzte Rolltreppe von einem großen Autokran in die Haltestelle eingehoben. Insgesamt sind damit 58 Rolltreppen in die sieben neuen unterirdischen Haltestellen eingebaut. Die vormontierten Rolltreppenelemente von der Straßenebene hinunter zur Fahrgastverteilerebene wurden von der Oberfläche aus angeliefert und eingehoben, die Rolltreppen von den Zwischenebenen hinunter zu den Bahnsteigen wurden zunächst per LKW in den Tunnelabschnitten oder Haltestellenbereichen abgeladen, bevor sie dann mit Seilwinden ihren endgültigen Platz gefunden haben.

 

Das zweite Drittel liegt dagegen hinter den Gleisbauern: Beim Innenausbau des Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in Richtung Hauptbahnhof ist der Gleisbau auf dem West-Ast des Tunnels unter der Kaiserstraße so gut wie abgeschlossen: Zwischen dem Gleisdreieck am Marktplatz und der Rampe Mühlburger Tor liegen nun auf beiden Längshälften des Fahrwegs die Gleise im Schotterbett. Auch ein weiterer Teil der sogenannten „festen Fahrbahn“ im Gleisdreieck ist fast fertiggestellt: Im Kurvenbereich des Gleisdreiecks werden die Gleise nicht in Schotter verlegt, sondern fest in einem Betonfundament vergossen. Dadurch können sich nach der Inbetriebnahme keine Gleise mehr beim Befahren der Kurven durch die Bahnen verschieben.

 

In den nächsten drei Monaten soll nun der Südabzweig folgen: Gleise werden dabei vom Gleisdreieck durch die Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum sowie durch die dazwischen liegenden Tunnelabschnitte bis zur Rampe Augartenstraße verlegt. Die Gleisarbeiten im Süd-Ast sollen bis Ende September abgeschlossen sein.

 

Aber nicht nur im Gleisbau sind beim Innenausbau viele Monteure unterwegs: In der künftigen unterirdischen Haltestelle Durlacher Tor befestigen Handwerker die Verkleidung der Haltestellendecke von dem riesigen Gerüst aus, das in dieser und für die kommenden Montagearbeiten auch in allen anderen Haltestellen aufgestellt wurde oder noch wird. Wenn diese Arbeiten beendet sind, präsentieren sich die Haltestellen in der Form, die sie nach dem Siegerentwurf aus dem Jahr 2002 erhalten sollen: Nahezu weiße Bahnsteigoberflächen, Wände und eben die Decke lassen die groß dimensionierten Räume dann hell und freundlich erscheinen.

 

Die an den Haltestellenwänden und auf den Bahnsteigoberflächen verwendeten Betonwerksteine werden in den Haltestelle Marktplatz und Ettlinger Tor montiert.

 

Weitere Montagen werden von Elektrikern an Leitungen und Schaltschränken vorgenommen, von den Fachunternehmen, die die Aufzüge montieren sowie auch von Wasserinstallateuren, die die Leitungen für Löschwasser in die Haltestellen einbauen.

 

Beim Umbau der Kriegsstraße, die oberirdisch eine neue Gleistrasse zwischen Mendelssohnplatz und Karlstor mit drei neuen Haltestellen sowie einen unter der Gleistrasse liegenden Autotunnel erhalten wird, läuft der Rohbau in vollen Zügen: Im Baufeld O 2 im Bereich Mendelssohnplatz und im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor werden laufend Tunnelsohlen, Tunnelaußen- und Tunnelmittelwände sowie Tunneldecken betoniert. Im Baufeld O 2 sind auf einen ersten Abschnitt des Autotunnels, der bereits seine Decke erhalten hat, Versorgungsleitungen verlegt worden. Diese Leitungen ersetzen Versorgungsleitungen, die bisher quer durch das benachbarte Baufeld O 3 zwischen Mendelssohnplatz und Adlerstraße liefen, aber jetzt entfernt werden, da sie der Herstellung der Baugrube buchstäblich im Wege liegen.

 

In den Baufeldern W 4 westlich des Ettlinger Tors sowie O 4 östlich des Ettlinger Tors laufen die Vorbereitungen für die Injektion von Weichgel. Dieses Material dichtet die Baugrube dann gegen von unten eindringendes Grundwasser ab. Ob die Baugrube durch das Weichgel und seitlich durch die Bohrpfähle und die in Schlitzwände eingestellten Spundwände genügend abgedichtet ist, zeigt später die Dichtigkeitsprüfung: Dabei wird das Grundwasser aus der noch nicht ausgehobenen Baugrube gepumpt – fließt dann nur noch maximal die „erlaubte“ Menge Grundwasser nach, beginnt der Erdaushub auch unterhalb des Grundwasserspiegels.

 

Im westlichsten Baufeld W 1, direkt östlich der Kreuzung der Kriegsstraße mit der Karlstraße, werden die Arbeiten am Baugrubenverbau fortgesetzt: Bohrpfähle und Dichtwände, die die einzelnen Bauabschnitte vor Eindringen von Grundwasser schützen, werden hergestellt. Im Bereich Karlstor werden zudem noch sogenannte Suchgrabungen durchgeführt: Dabei wird die exakte Lage des alten Baugrubenverbaus der jetzt – noch – bestehenden Unterführungen erkundet. Wegen dieser Arbeiten ist in der (Ferien-)Woche vom 17. bis 21. Juni der Wender in der Kriegsstraße westlich des Karlstors gesperrt. Radler und Fußgänger sind von der geänderten Verkehrsführung nicht betroffen.

Unten gut voran.