Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Mit dem letzten Sohlenabschnitt verschwindet die blaue Leitung

Kampfmittelsondierung auf dem Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee.

Ab nächster Woche steht beim Bau der Kombilösung der Rückbau der blauen Leitung an: Beginnend mit dem Berliner Platz wird die große blaue Leitung - die Havarieleitung - bis zum Durlacher Tor abgebaut. Mit dem Einbau des letzten Sohlenabschnitts in der künftigen unterirdischen Haltestelle Europaplatz - die Stahlbetonsohle hat eine Dicke von stellenweise mehr als drei Meter - kann das Grundwasser von "unten" nicht mehr eindringen und somit wird die Havarieleitung für den Notfall nicht mehr benötigt. Der Rückbau der insgesamt etwa 1,5 Kilometer langen Leitung wird voraussichtlich bis Ende der 29. Kalenderwoche erfolgt sein.

Willkommener Nebeneffekt der Betonage des letzten Sohlenabschnitts unter dem Europaplatz: Das Baufeld in der Douglasstraße wird für die Betonlieferung nicht mehr benötigt, sodass die Douglasstraße von der Kaiserstraße nach Süden zur Amalienstraße wieder für den Autoverkehr durchgängig ist.

Durch den Einbau der letzten Sohlenabschnitte sowohl am Europaplatz wie auch tief unten im Kombi-Bauwerk am Ettlinger Tor sind die Arbeiter jetzt ausschließlich mit dem nächsten Schritt für die Erstellung des Rohbaus der künftigen unterirdischen Haltestellen beschäftigt: Dem Bau der Außenwände sowie dem Bau der Zwischenwände und Zwischendecken. Unter dem Europaplatz, in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Marktplatz, im Gleisdreieck Marktplatz und im Mittelteil der Haltestelle Ettlinger Tor - dem Kombi-Bauwerk - werden Außenwände mit einer Dicke von 80 Zentimetern betoniert. Innen- oder Zwischenwände, die beispielsweise Treppen aufnehmen, entstehen bereits unter dem Marktplatz, unter dem Durlacher Tor und im Südkopf des Ettlinger Tors. Zwischenebenen für den innerhalb der Haltestelle stattfindenden Wechsel der Fahrgäste von einem Bahnsteig zum anderen sind am Durlacher Tor und am Marktplatz im Bau.

Am Marktplatz werden zudem auch noch die letzten der ursprünglich 14 Primärstützen abgebrochen. Und in der Haltestelle Kronenplatz wird außer an den Außenwänden derzeit auch am Fahrgastzugang Waldhornstraße Nord gebaut: In diesem Bereich werden die Außenwände der Haltestelle betoniert. In der künftigen unterirdischen Haltestelle Kongresszentrum werden die Bahnsteige, nachdem die Kanäle für die Kabel und Feuerlöschleitungen verlegt worden sind, für die Betonage vorbereitet.

Sohlbeton - auf diesem werden Unterschottermatten, Schotter und Gleise liegen - wird nach wie vor noch in der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße, und im Tunnelabschnitt zwischen Marktplatz und Kronenplatz eingebaut. Auf der bereits eingebauten Sohlbetonfläche sind im Röhrenabschnitt zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor die seitlichen Notwege im Bau.

Unter der Karl-Friedrich-Straße steht der Einbau der Bewehrung für die Innenschale mithilfe des Bewehrungswagens auf dem Programm. Im Anschluss kommt der Schalwagen zum Einsatz: Er ist für die Betonage der eigentlichen Stahlbetonröhre konstruiert worden, bewegt sich von Norden nach Süden und kann auch auf den sich verändernden Querschnitt der Tunnelröhre - im Norden für drei Gleise, im Süden nur noch für zwei Gleise - flexibel reagieren.

In der Durlacher Allee und am Durlacher Tor laufen die Oberflächenarbeiten für die Herstellung des Endzustands weiter: Auf der Nordseite der Durlacher Allee werden zwischen Melanchthon- und Bernhardstraße Gehweg und Parkbuchten angelegt, auf der Südseite vom Durlacher Tor entsteht der Geh- und Radweg, Parkplätze und die an dieser Stelle vorgesehene Bushaltestelle. Auch in der Ettlinger Straße steht im Spätherbst die Öffnung der dann runderneuerten Oberfläche mit Autofahrbahnen, Geh- und Radwegen an.

In der Kriegsstraße geht es nach der Kampfmittelerkundung im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee an die Arbeiten für den (Vor-) Verbau und die Leitwände zur Herstellung der Schlitzwände. Die Schlitzwände, der eigentliche Baugrubenverbau, ermöglichen dann schließlich die Arbeiten am Autotunnel. Im Baufeld W2 werden zwischen Lamm- und Ritterstraße die Kampfmittelerkundungen mit Sondierungsbohrungen fortgesetzt.

Unten gut voran.