Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Rohbauarbeiten ziehen sich aus Haltestellen und Tunnelabschnitten zurück

Die letzte Stationswand wird in der Haltestelle Ettlinger Tor betoniert – es ist die Stirnwand zum Tunnel Karl-Friedrich-Straße. (1)
Die letzte Reise tritt der Stahl an, der vor etwas mehr als 50 Jahren in der Fußgängerunterführung Ettlinger Tor (dem späteren „Substage“) verbaut wurde. (2)
Die letzten Meter der Sohle werden im Baufeld W 2 in der Kriegsstraße zwischen Lammstraße und Ritterstraße hergestellt. (3)

Beim Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße schlagen nun endgültig die letzten Arbeitswochen: Vor allem die so genannten Restarbeiten dominieren das unterirdische Baugeschehen - und natürlich die Vorbereitung auf den weiteren Innenausbau. So warten in den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße die vorderen Bahnsteigkanten und auch das im Bahnsteigkörper errichtete Mauerwerk darauf, dass die Kabelpritschen und die Löschwasserleitungen im Zuge des vorgezogenen Innenausbaus verlegt werden. Denn erst danach werden auf die Bahnsteigkanten und das Mauerwerk Stahlbetonplatten gelegt, die mit einer gegossenen Betonschicht die Bahnsteigoberfläche bilden werden.

Zu den Restarbeiten gehört auch das Ausbessern von Oberflächenfehlern im Beton des Rohbaus: Da wird hier etwas geglättet oder abgespitzt oder dort noch eine feuchte Stelle verpresst, um das Grundwasser dauerhaft aus Haltestellen und Tunnelabschnitten herauszuhalten. Hergestellt werden jetzt auch die Wasser- und Abwasseranschlüsse für die einzelnen Haltestellen: Das Abwasser muss für die Einleitung ins städtische Kanalnetz zunächst aus den tief liegenden Haltestellen hochgepumpt werden. In den letzten Zügen liegen die Rohbauarbeiten auch im Bereich der Zugangsbauwerke auf dem Berliner Platz - die Seitenwände und Brüstungen an den Fahrgastabgängen Waldhornstraße-Nord und Englerstraße werden noch betoniert.

Den Anschluss bekommen an den Baufortschritt der übrigen sechs Haltestellen will auch der Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor: Nur noch die Stirnwand nach Norden muss betoniert werden - danach folgen hier die Arbeiten an den Treppenabgängen, an der Zwischenebene und den Innenwänden. 250 Meter in Richtung Norden ist die Nahtstelle zwischen dem Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße und der Haltestelle Marktplatz - das Übergangsportal - ebenfalls schon hergestellt. Dort wird aktuell die wegen der in diesem Bereich aufgeweiteten "Trompetenform" aufwändig hergestellte Schalung abgebaut.

Entsprechend dem "unterirdischen" Baugeschehen verändert sich auch der ohnehin bereits reduzierte Baubetrieb an der Oberfläche: Ein deutlich sichtbares Zeichen ist der Abbau eines weiteren großen Turmdrehkrans: Am Donnerstag (12. April) wird der bisher zur Materialandienung genutzte Riese direkt am Ettlinger Tor demontiert. Danach können dann auch die schon weit gediehenen Arbeiten an der Fahrbahn und den Gehwegen im südlichen Bereich der Karl-Friedrich-Straße fortgesetzt werden.

Für die Ausbaugewerke werden am 11. April drei Container im südlich der Kaiserstraße gelegenen Teil der Lammstraße aufgestellt, in denen unter anderem eine rund um die Uhr besetzte Sicherheitszentrale und ein Sanitätscontainer untergebracht sind.

Der Umbau der Kriegsstraße ist gegenüber dem Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels natürlich noch in einem anderen Stadium: Unentwegt betonieren die Arbeiter zwischen Ritterstraße und Lammstraße die Abschnitte der Tunnelsohle und nachfolgend auch die Tunnelwände im Baufeld W 2.

Im östlich anschließenden Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor laufen auf der Südseite weiterhin die Vorbereitungen für die Herstellung der Fahrbahn für die Bauzeit des Straßentunnels in diesem Abschnitt. Auf der Nordseite im gleichen Abschnitt zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor beginnen ab 9. April die Bauarbeiten zur Herstellung der provisorischen Fahrbahn.

Weiter östlich anschließend ist noch Abriss angesagt: Im Baufeld O 5 gleich neben dem Ettlinger Tor wird von einem Bagger Stück für Stück die frühere Fußgängerunterführung und die spätere unterirdische Musikbühne "Substage" abgebrochen - oder zumindest das, was nach dem Bau des Stadtbahntunnels in der Ettlinger Straße und des Kombibauwerks direkt unter der Kreuzung noch davon übriggeblieben ist.

In den Baufeldern O 4 und O 3 zwischen Ettlinger Tor und dem Mendelssohnplatz wird auf der Südseite der Kanal- und Leitungsbau fortgesetzt. Zudem wird der Bereich, in dem der Verbau für die Tunnelgrube entstehen wird, auf Kampfmittel untersucht.

"Ganz vorne" am östlichen Eingang für den Autotunnel unter der Kriegsstraße im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee werden jetzt wie schon seit einiger Zeit im Baufeld W 2 die einzelnen Abschnitte der Tunnelsohle betoniert. Gleichzeitig werden die seitlichen Spundwände mit Spritzbeton geglättet und daran anschließend auch die Seitenwände der Rampen (Tunnelein- und ausfahrt) betoniert.

Unten gut voran.