Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Startschuss für den Bau des Tunnels Karl-Friedrich-Straße

Mit himmlischem Beistand: Vor der Wand, hinter der der Tunnel Karl-Friedrich-Straße entstehen wird, versammelten sich beim Anschlagfest (v.l.) der evangelische Stadtdekan Dr. Thomas Schalla, Thomas Wechner von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stadtbahntunnel, die Tunnelpatin Sabine Volz, der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sowie der katholische Stadtdekan Hubert Streckert. (1)
Die Karlsruher Kanutin Sabine Volz ist für die Zeit des Tunnelbaus Patin und damit die irdische Vertreterin der Heiligen Barbara. (2)
Die ökumenische Feier zum Tunnelanschlag direkt unten im Nordkopf der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor verfolgten die Mitarbeiter der beteiligten Unter-nehmen und Ehrengäste. (3)
Da geht es lang: Bereits angezeichnet ist das Profil des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße, der in den kommenden Monaten bergmännisch vorgetrieben wird. (4)

Mit dem Anschlagfest am heutigen Dienstag (19. Januar) ist der Startschuss für den Bau des Tunnels Karl-Friedrich-Straße erfolgt. Der 250 Meter lange Abschnitt zwischen dem Nordkopf der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor und dem südlichen Ende des Marktplatzes wird bergmännisch hergestellt: Mineure brechen unter Tage das Material mit Geräten aus.

Das Anschlagfest begann mit der Segnung der Heiligen Barbara - der Schutzpatronin der Bergleute und Mineure - durch den katholischen Stadtdekan Hubert Streckert und seinen evangelischen Kollegen Dr. Thomas Schalla. Gleichzeitig wurde auch die für den Bau des Tunnels Karl-Friedrich-Straße ausgewählte Tunnelpatin vorgestellt: Mit der Kanutin Sabine Volz fiel die Wahl auf eine Spitzensportlerin, da die Tunnelpatin, um ihrer Aufgabe als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara mit gelegentlichen Besuchen bei der Tunnelarbeitern nachzukommen, über eine sehr gute körperliche Konstitution und damit über die Druckluft-Tauglichkeit verfügen muss: Der Tunnelvortrieb erfolgt unter Druckluft, der dem unter der Karl-Friedrich-Straße anstehenden Druck durch das Grundwasser entgegengesetzt wird, damit das Wasser nicht in den entstehenden Tunnel-Hohlraum eindringen kann. Der Überdruck innerhalb der Tunnelbaustelle liegt bei etwa 1,2 bar.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup betonte beim Anschlagfest daher auch das Besondere beim Herstellen auch dieses Tunnelabschnitts: Während die Herausforderung beim maschinellen Vortrieb unter der Kaiserstraße in der Lage der Tunnelröhre nur knapp unter der Straßenoberfläche lag, besteht diese hier im Arbeiten unter Druck. "Zwar ist der Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße deutlich kürzer als derjenige unter der Kaiserstraße. Aber schon beim großen Bruder unter der Kaiserstraße schaute die Fachwelt wegen der hochentwickelten Technik auf Karlsruhe - und genauso wird das jetzt auch wieder sein, Karlsruhe baut unten Tunnelmeter um Tunnelmeter - und oben geht das normale Leben weitgehend weiter."

Der Tunnelvortrieb Karl-Friedrich-Straße wird in zwei Phasen hergestellt: Zunächst wird der obere Teil des Tunnels - die so genannte Kalotte - von Süden nach Norden vorgetrieben und mit Spritzbeton gesichert. Anschließend arbeiten sich die Mineure wieder vom Marktplatz zurück und stellen mit der Strosse den unteren Teil des einem liegenden Oval ähnelnden Tunnelquerschnitts her. Die Vortriebsarbeiten werden voraussichtlich im September beendet sein. Danach wird die Innenschale eingebaut.

Neben den im und auf dem Nordkopf der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor untergebrachten Installationen für die Bereitstellung der Druckluft gibt es eine weitere Besonderheit: Im Bereich der Kreuzung Karl-Friedrich-Straße/Hebelstraße unterqueren die Tunnelarbeiter den Landgraben. Der historische Abwasserkanal wird durch Zementinjektionen und eine zusätzliche Stahlunterkonstruktion - ein so genannter Rohrschirm - während des Tunnelvortriebs geschützt.

Unten gut voran.