Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Technische Abnahme der Tunnelvortriebsmaschine ist erfolgt - Gerlinde Hämmerle Patin für Bau des Stadtbahntunnels Kaiserstraße

Die Technische Abnahme der für den Bau des zwei Kilometer langen Stadtbahntunnels unter der Karlsruher Kaiserstraße vorgesehenen Tunnelvortriebsmaschine (TVM) "S 869" ist am heutigen Tag erfolgt: Demnach kann jetzt das Zerlegen der auf dem Werksgelände im badischen Schwanau montierten TVM und der Transport mit insgesamt etwa 80 LKW-Ladungen nach Karlsruhe erfolgen. Die Tunnelvortriebsmaschine wird im Oktober dieses Jahres am Durlacher Tor in Richtung Westen starten und nach etwa neun Monaten am Mühlburger Tor ihre Arbeit getan haben.

Zur von der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), der Bauherrin der Kombilösung, begleiteten Abnahme der Tunnelvortriebsmaschine - und der "Übergabe" an den Auftragnehmer für den Rohbau des Stadtbahntunnels, die ARGE Stadtbahntunnel mit der BEMO Tunneling GmbH - am heutigen Donnerstag (5. Juni) hatte der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der seinen Amtsvorgänger Heinz Fenrich zu dem Abnahme-Termin eingeladen hatte, einen Überraschungsgast mitgebracht: Die frühere Karlsruher Stadträtin (1971 bis 1987), Bundestagsabgeordnete (1987 bis 1994), Regierungspräsidentin (1994 bis 2005) und Karlsruher Ehrenbürgerin Gerlinde Hämmerle ist Patin für den Bau des Tunnels unter der Kaiserstraße mit der Tunnelvortriebsmaschine. Diese Funktion hat beim Bau von Tunneln eine lange Tradition: Die Tunnelpatin übernimmt für den Tunnelbau und die am Bau beteiligten Arbeiter die "Schirmherrschaft". Sie steht stellvertretend für die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute, die den Mineuren - in Karlsruhe ist das die Mannschaft, die die Tunnelvortriebsmaschine fährt - Glück bringt. Aufgabe der Tunnelpatin ist, den im Bau befindlichen Tunnel zu besuchen - und das insbesondere am "Barbara-Tag" am 4. Dezember. Die Funktion der Tunnelpatin ist nicht automatisch verbunden mit der Namensgebung für den später einmal fertiggestellten Tunnel, dessen Namen sich wie bei vergleichbaren Bauprojekten auch eher an seiner Funktion - also etwa "Stadtbahntunnel Kaiserstraße" - orientieren wird.

Die "S 869" hat eine Gesamtlänge - mit Schneidrad, Schild, Brücke und Nachläufer - von 80 Metern und ein Gewicht von 1.300 Tonnen. Das Schneidrad ist mit seinem Durchmesser von 9,32 Meter speziell auf den Tunnel unter der Kaiserstraße abgestimmt, durch dessen Röhre zwei Bahnen im Begegnungsverkehr fahren werden. 27 Schneidrollen - so genannte "Doppeldisken" -, 16 Räumer und 172 Schälmesser sorgen dafür, dass Meter um Meter Kies und Sand abgetragen werden. Mit insgesamt 1.210 Kilowatt Leistung aus 11 Elektromotoren schiebt sich die Tunnelvortriebsmaschine über 18 Vortriebszylinder unter der Fußgängerzone bei laufendem Betrieb der Stadtbahnen und Straßenbahnen knapp 2.050 Meter nach Westen vor, unter Leitungen und Kanälen durch und mitten durch die bis dahin hergestellten Rohbauhaltestellen und das Gleisdreieck am Marktplatz mit insgesamt acht Baugrubenwänden. Kies und Sand werden mit Bentonit "verflüssigt" und über eine 40 Zentimeter dicke Rohrleitung zu einer Anlage am Durlacher Tor gepumpt, die die Flüssigkeit zurückgewinnt und wieder nach Westen der TVM zuführt. Die Tunnelvortriebsmaschine bewegt sich auf ihrer Strecke mit ihrem Scheitel mindestens 4,50 Meter und höchstens 9,50 Meter unter dem Karlsruher Pflaster - und damit auch immer unter dem Grundwasserspiegel, der in einer Tiefe von etwa drei Metern ansteht.

Hinter dem Schneidrad und dem Schild, eine Art Stahlröhre, in deren Schutz die Tunnelauskleidung eingebaut wird, folgt der Erektor: In diesem Bereich der TVM werden immer sechs Tübbinge aus Stahlbeton mit einem Einzelgewicht von bis zu sechs Tonnen zu einem Ring zusammengesetzt. Die aneinander gereihten Ringe ergeben schließlich die Tunnelröhre mit einem Innendurchmesser von 8,20 Meter.

Unten gut voran.