Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Tunnel der Kombilösung bleibt auch bei Störungen leistungsfähig

Auch wenn es bei den Stadt- und Straßenbahnen nach Fertigstellung des Kombilösungs-Tunnels im täglichen Betrieb einmal nicht so rund und genau nach Fahrplan läuft: Der Tunnel unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig in die Ettlinger Straße und insbesondere das unterirdische Gleisdreieck unter dem Marktplatz sind Störungen, die durch verspätete Bahnen ausgelöst wurden, gewachsen. Eine Leistungsfähigkeitsuntersuchung mit einer Betriebssimulation von 30 verschiedenen Verspätungsszenarien hat nämlich jetzt ergeben, dass der Betriebsablauf in jedem Fall stabil bleibt. Simuliert wurden an ganz unterschiedlichen Betriebstagen mit zufällig über diesen Zeitraum verteilten Verspätungen.

Die von der DB International durchgeführte Untersuchung hat ergeben, dass es durch die simulierten Verspätungen stellenweise zu einer geänderten Linienfolge der Bahnen im Tunnel kommen kann – nicht anders als heute beim oberirdischen Betrieb auch. Am Gleisdreieck Marktplatz ergeben sich daraus naturgemäß andere Abbiegekonstellationen. Bahnen müssen - wie heute auch - phasenweise vor dem Haltestellenbereich warten, bis die Haltestelle von der vorausfahrenden Bahn geräumt ist. Diese kann wiederum die Haltestelle erst räumen, wenn die angeforderte Fahrstraße durch das Gleisdreieck zur Verfügung steht.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Simulation: Staus und Verzögerungen von Bahnen werden vereinzelt auch innerhalb der Hauptverkehrszeit wieder abgebaut, so dass nachfolgende Bahnen ohne Beeinflussung oder (zusätzliche) Verspätung durch den Tunnel kommen. Die entstehenden Verzögerungen und Staus können innerhalb weniger Taktperioden abgebaut werden. Das Gesamtsystem schaukelt sich also nicht auf, sondern bleibt stabil. Positiv wirken sich zudem die Taktlücken der Linien aus, die im 20 Minuten-Takt verkehren. Die damit entstehenden Puffer ermöglichen eine Reduzierung oder sogar Vermeidung der Verspätungsübertragung. Anfangsverspätungen werden daher nicht automatisch übertragen.

Im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel werden die Bahnen nicht mehr wie heute auf Sicht fahren. Künftig ist im Tunnel das Fahren auf Signal im Blockabstand erforderlich. Die Bahnen können damit erst in den Haltestellenbereich einfahren, wenn dieser von der vorausfahrenden Bahn geräumt ist. Aus bisher durchgeführten Fahrplanstudien wurde bereits abgeschätzt, wie sich Verspätungen und daraus eventuell resultierende Änderungen in der Reihenfolge der Züge auf die Betriebsqualität auswirken. Detaillierte Aussagen dazu können aber nur Betriebssimulationen treffen. Die nunmehr durchgeführte Untersuchung gibt daher präzise Antworten auf die Fragen, ob das vorgesehene Linienkonzept auch im "gestörten Betriebsablauf" fahrbar ist, was bei Verspätungen und sich daraus ergebenden veränderten Linienfolgen der Bahnen am unterirdischen Gleisdreieck Marktplatz passiert und ob sich das System durch Verspätungen aufschaukelt oder Verspätungen im Laufe der Zeit wieder abgebaut werden können. Aus den vorliegenden Auswertungen werden zudem Steuerungsalgorithmen für die zukünftige Betriebsabwicklung im Tunnel entwickelt.´

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein Simulationsmodell in OpenTrack erstellt: OpenTrack ist ein am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich realisiertes Forschungsprojekt zum Thema interaktive Betriebssimulation von Eisenbahnnetzen. Zur Durchführung der Betriebssimulation wurden die erforderlichen Daten wie Infrastruktur, Fahrplan, Fahrzeugdaten und Simulationsparameter in das Simulationsmodell eingegeben.

Der Untersuchungsraum erstreckt sich zwischen den Haltestellen Yorkstraße im Westen, Tullastraße im Osten und Augartenstraße im Süden und beinhaltete damit den Stadtbahntunnel sowie die oberirdischen Zulaufknoten. Damit gingen Beeinflussungen an den Gleiskreuzungen durch abbiegende Bahnen direkt in die Betriebssimulation ein. Die Standorte der Haltestellen, Weichen, Signale sowie Freimeldeeinrichtungen wurden im Simulationsmodell genau abgebildet.

Unten gut voran.