Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Unter der Karl-Friedrich-Straße ist die Luft raus

Einblick: Die Materialschleuse zwischen Haltestelle Ettlinger Tor und Tunnel Karl-Friedrich-Straße ist offen, im Hintergrund oben links härtet noch der Beton des zuletzt hergestellten Tunnelabschnitts über dem Schalwagen aus. (1)
Durchblick: Auch die Personenschleuse zwischen der Haltestelle Marktplatz und dem Tunnel Karl-Friedrich-Straße steht offen. (2)
Schweiß-Arbeit: In der Kriegsstraße werden die stählernen Spundbohlen vor der Aufstellung – hier auf dem Baufeld O1 - mit einer Bohrung und Führung für die Rückverankerung ausgestattet. (3)
Anker-Arbeit: Die Spundwand wird gleichzeitig mit dem Aushub nach hinten im Erdreich verankert – hier auf dem Baufeld W2. (4)

Im Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße ist die Luft raus, genauer: Die monatelange Phase, in der in dem entstehende Tunnel mit Druckluft dafür gesorgt wurde, dass das Grundwasser durch die ihm entgegengesetzte Druckluft "vertrieben" wurde, geht ihrem Ende entgegen. Die letzte Betonage der Tunnelschale fand nämlich vorgestern (18. Oktober) statt. Damit ist die Innenröhre soweit gediehen, dass die Tunnelröhre gegen das Grundwasser abgedichtet ist und die Druckluft nicht mehr benötigt wird. Deshalb werden in den kommenden Wochen auch die Einrichtungen, die für den Druckluftvortrieb benötigt wurden, im Nordkopf der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor abgebaut. Dazu gehören als erstes die beiden Personenschleusen, die sich im Nordkopf beziehungsweise in der Haltestelle Marktplatz befinden.

Und auch "oben" in der Karl-Friedrich-Straße sind Bautätigkeiten zu beobachten, die auf die nahende Fertigstellung des darunter liegenden 250 Meter langen Tunnels zurückzuführen sind: An der Nahtstelle Karl-Friedrich-Straße mit Hebelstraße und Marktplatz ist ein Baufeld eingerichtet worden, von dem aus die Sicherung des Landgrabens entfernt wird. Der große Abwasserkanal musste vor dem Tunnelbau unter anderem mit einer Innenschale aus Kunststoff sowie mit stabilisierenden Aufschüttungen gegen ein Durchbrechen nach unten abgesichert werden - der Tunnel liegt nur 80 Zentimeter unter dem Landgraben. Diese Sicherungen können nun abgebaut werden.

Und noch eine weitere rein oberirdische Aktivität ist auf der Südachse des künftigen Stadtbahntunnels zu sehen: In der Kaiserstraße auf Höhe Marktplatz laufen die Arbeiten zur Beseitigung der letzten oberirdischen Verschwenkung der Gleise: Unmittelbar westlich anschließend an die oberirdische Haltestelle Marktplatz/Kaiserstraße wird ein Hohlraum verfüllt, der sich unter einem provisorischen Deckel aus Stahlträgern mit aufgelegten Betonplatten im östlichen Teil des Gleisdreiecks befindet. Nachdem der endgültige, tiefer als das Provisorium liegende Deckel des Gleisdreiecks fertiggestellt ist, wird das Provisorium nun komplett beseitigt. Weil darüber hinaus auch noch Fahrgastzugänge - eine Treppe und ein Aufzugsschacht - für die Haltestellen Marktplatz und Lammstraße, die sich jetzt noch abgedeckt unter den Gleisen befinden, freigelegt und betoniert werden, wird in den Herbstferien ab 27. Oktober und über die beiden Feiertage 31. Oktober und 1. November hinweg bis zum 6. November frühmorgens der Schienenverkehr in der Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Kronenplatz gesperrt, um die Gleise wieder in die Mittenlage der Kaiserstraße zu verlegen.

Bei den unterirdischen Arbeiten in den Haltestellen werden neben vereinzelten Außenwänden vor allem noch Innenwände und auch Treppenläufe betoniert. Unter dem Europaplatz im östlichen Bereich steht zudem auch weiterhin der Abbruch der Primärstützen, die bisher den Haltestellendeckel mitgetragen haben, die Betonage der mit dem Abbruch entstandenen Gruben in der Sohle und der Bau des Treppenzugangs Südost auf dem Bauprogramm. In der Haltestelle Lammstraße werden Innenwände und ebenfalls Treppenläufe betoniert. Im Gleisdreieck, in den Haltestellen Marktplatz und Kronenplatz wachsen die Zwischendecken für die Verteilung der Fahrgäste auf die von ihnen angesteuerten Bahnsteige mit jedem Betonageabschnitt. In der Haltestelle Durlacher Tor entstehen nicht nur die Bahnsteigoberflächen, sondern die Maurer arbeiten auch an den Betriebsräumen, die die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) benötigen. An der Oberfläche auf der Haltestelle Durlacher Tor wird die künftige Gleiskreuzung an der Nahtstelle zwischen Durlacher Tor und dem Beginn der Kaiserstraße eingebaut. Zudem sind dort weiße Baucontainer errichtet worden, die beim Innenausbau des Stadtbahntunnels als Baubüros dienen.

Im Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor werden parallel zum beginnenden Rückbau der Drucklufteinrichtung für den Tunnel Karl-Friedrich-Straße die endgültigen Stationswände hergestellt. Im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor sind die Arbeiter wie in den Haltestellen entlang der Achse Kaiserstraße mit der Herstellung der Innenwände und der Zwischendecke noch bis Ende diesen Monats beschäftigt.

In den beiden Tunnelröhrenabschnitten zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße und zwischen Gleisdreieck und der Haltestelle Kronenplatz und im Tunnelabschnitt zwischen den Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum werden die Randwege mit den integrierten Leerrohren für die Elektrokabel für die Zug- und Sicherheitstechnik gebaut.

In der Ettlinger Straße gehen die Arbeiten an der Oberfläche für den Endzustand von Fahrbahnen, Geh- und Radwegen weiter - bis Jahresende sollen diese Arbeiten beendet sein.

In der Kriegsstraße arbeitet sich nach wie vor der Schlitzwandgreifer auf dem Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee in die Tiefe, um die in diesem Bereich bis zu 18 Meter tiefen Schlitze zu graben, in die Spundwände zum Abdichten der Baugrube eingestellt werden. Westlich anschließend in den Baufeldern O3 und O4 zwischen Fritz-Erler-Straße und Ettlinger Tor ist die Verschwenkung der Autofahrbahnen erfolgt, um in den freigewordenen Bereichen die Fahrbahn für den Kfz-Verkehr während der Bauzeit des Straßentunnels in diesen Abschnitten herstellen zu können. Die Straßenbauarbeiten haben begonnen. Im Baufeld W 2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße wird die Weichgelsohle hergestellt, die die Baugrube nach unten abdichtet. Das Erdreich wird hier bis zur ersten (obersten) Lage der Anker ausgehoben. In den Bereichen, in denen das schon geschehen ist, erfolgt die Rückverankerung der Spundwände.

Unten gut voran.