Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Unter Marktplatz und Kaiserstraße entsteht Zwischenebene

Stangenwirrwarr: Die Schalung der Zwischendecke im Gleisdreieck benötigt viele stabile Stützen. (1)
Gute Aussicht: Im Gleisdreieck wird die Zwischenebene (links) eingezogen – eingerahmt vom zuvor schon hergestellten Deckel (oben) und dem jetzt fertiggestellten Deckel (unten) im Ostbereich. (2)
Bauklötze? Nein, Schalelemente für die Betonage der Verteilerebene in der Haltestelle Ettlinger Tor. (3)
Alteisen: Die Havarieschotts werden abgebaut, vorne rechts entsteht bereits der Randweg in der Tunnelröhre zwischen Gleisdreieck und Kronenplatz. (4)

Eine auch für Kombilösungs-Verhältnisse ungewöhnlich großflächige Zwischendecke wird derzeit im Gleisdreieck unter Marktplatz und Kaiserstraße sowie in einem Teil der Haltestelle Marktplatz hergestellt: Während alle Haltestellen - außer der nah an der Oberfläche liegenden künftigen unterirdischen Station Kongresszentrum - über Zwischen- oder Verteilerebenen für Fahrgäste verfügen, die eine brückenähnliche Konstruktion aufweisen und so die räumliche Großzügigkeit der Haltestellen mit ihren hohen Decken erhalten, wird das Gleisdreieck komplett in der Höhe zweigeteilt. Auf der jetzt entstehenden Ebene über den Gleisen im Gleisdreieck entsteht der Fahrgastübergang zwischen den Haltestellen Marktplatz und Lammstraße, eine Toilettenanlage sowie Betriebsräume, in denen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) einen Teil der zum Befahren des Tunnels notwendigen Technik unterbringen wird. Sowohl in der Haltestelle Marktplatz wie auch in der Haltestelle Lammstraße schließen sich an diese Zwischendecke die Verteilerebenen für die Fahrgäste an. Diese können nämlich künftig - außer eben am Kongresszentrum - jeden beliebigen nach unten führenden Fahrgastzugang wählen und müssen erst auf der Verteilerebene entscheiden, welchen Bahnsteig und damit welche Fahrtrichtung sie wählen wollen.

Stahl und Beton werden aber auch noch an - fast - allen anderen Haltestellen verbaut: Unter dem Europaplatz wird in der nächsten Woche ein Portal - der Übergang von der Haltestelle zur Tunnelröhre - betoniert. Hier wie auch in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz und im südlichen Teil der Haltestelle Ettlinger Tor entstehen gleichzeitig auch noch die endgültigen Stationswände beziehungsweise die Innenwände, die beispielsweise die Treppenläufe aufnehmen. In der Haltestelle Lammstraße werden in den nächsten Tagen aber bereits die beiden Fertigschalungen demontiert, die eine rasch aufeinander folgende Betonage der Stationswände erlaubten - sie werden nicht mehr benötigt.

Im nördlichen Teil der Haltestelle Ettlinger Tor - sie liegt unter dem in die Kriegsstraße mündenden Bereich der Karl-Friedrich-Straße - macht sich der Fortschritt beim Bau des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße bemerkbar: Zug um Zug werden die dort noch zu sehenden Schlitzwände mit einer Spritzbetonschicht geglättet, vor der dann später die endgültige Stationswand hergestellt wird.

Deutlich weniger Beton ist in der Haltestelle Durlacher Tor im Einsatz: Wie zuvor schon in der Haltestelle Kongresszentrum läuft hier im Rahmen des Innenausbaus der Einbau von Pritschen für Kabel und der Einbau von Löschwasserrohren unter den Bahnsteigen. Diese erhalten erst danach ihre begehbare Oberfläche aus Beton.

Demontiert werden derzeit auch die Stahlschotts in den drei Abschnitten der Tunnelröhre zwischen Europaplatz und Lammstraße, zwischen Gleisdreieck und Kronenplatz sowie zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor. Sie waren während des Erdaushubs in den Stationen wasserdicht verschlossen. Im Havariefall wäre das zur Sicherheit der Haltestelle eingeleitete Wasser nicht über die betroffene Haltestelle hinaus in die Tunnelröhre und in andere Haltestellen hineingeflossen.

In den beiden Tunnelröhrenabschnitten vom Europaplatz bis zur Lammstraße und vom Gleisdreieck bis zum Kronenplatz bauen die Arbeiter auch die Randwege mit den darin integrierten Leerrohren ein, die die Elektrokabel für die Zug- und Sicherheitstechnik für den späteren Fahrbetrieb aufnehmen werden.

Unter der Karl-Friedrich-Straße steht die dritte Betonage für das Gewölbe der Innenschale des Tunnels an - damit sind dann 24 von 32 Metern der "Trompete", des Aufweitungsbereichs des Tunnels, hergestellt.

Im Kreuzungsbereich des Ettlinger Tors arbeiten die Stadtwerke an einer Fernwärmeleitung, nachdem der Autoverkehr von Osten nach Westen direkt über den Deckel des Kombi-Bauwerks geleitet wird. Etwas weiter östlich, in der Kapellenstraße, ist wegen der Anpassung der Gleise im Vorgriff auf die neue Schienenkreuzung auf dem Durlacher Tor für den Autoverkehr noch bis zum Ende der baden-württembergischen Sommerferien nur eine Fahrspur pro Richtung offen.

In der Ettlinger Straße dauern die noch bis voraussichtlich Spätherbst laufenden Arbeiten an der Oberfläche an: Dort werden derzeit die neue, stadteinwärts führende Autofahrspur, der Radweg und der Gehweg auf der Ostseite gebaut.

Unentwegt senkt sich in der Kriegsstraße im Baufeld W 2 zwischen Lammstraße und Herrenstraße der Schlitzwandgreifer in den Boden und fördert Sand und Kies zutage. In die bis zu 25 Meter tiefen Schlitze werden Spundwände zum Abdichten des Baufelds eingestellt. Im Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee werden Überschussmassen aus der Herstellung der Leitwände abgefahren, um das Baufeld für die nachfolgenden Arbeiten frei zu bekommen. Außerdem wird die Silo- und Mischanlage für das Schlitzwandmaterial, die kurzfristig zum Tunnel in Rastatt ausgeliehen worden war, wieder aufgebaut. Im dritten Kriegsstraßen-Baufeld O 4 zwischen Meidingerstraße und Ettlinger Tor errichten die Stadtwerke Karlsruhe eine neue Transformatorenstation als Ersatz für die bisher in der Unterführung eingebaute Einrichtung, die dem Abbruch der Fußgängerunterführung Kreuzstraße weichen muss.

Unten gut voran.