Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Unterirdisch entsteht das Innenleben der künftigen Haltestellen

Dickes Ding: Im Kombi-Bauwerk werden die mächtigen Stationswände bewehrt und danach betoniert. (1)
Filigran: Im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor entstehen die Innenwände der Haltestelle. (2)

Nachdem alle sieben künftigen unterirdischen Haltestellen ihre Sohle erhalten haben, drehen sich jetzt alle Bauarbeiten um den Bau der Außenwände - also jene 80 Zentimeter dicken Stahlbetonwände, die die eigentlichen Haltestellenwände nach außen bilden - und den Bau der Innenwände und Zwischendecken, die für die Treppen, Rolltreppen und die Querung der Gleise innerhalb der jeweiligen Haltestelle "auf halber Höhe" errichtet werden. Unter dem Europaplatz, in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Marktplatz, im Gleisdreieck Marktplatz und im Mittelteil der Haltestelle Ettlinger Tor - dem Kombi-Bauwerk - werden Außenwände betoniert. Innen- oder Zwischenwände entstehen unter dem Marktplatz, unter dem Durlacher Tor, neuerdings auch in der Haltestelle Kronenplatz und im Südkopf des Ettlinger Tors. Zwischenebenen sind am Durlacher Tor und am Marktplatz im Bau.

Am Marktplatz werden bis in die nächste Woche die Primärstützen abgebrochen - 14 Stützen mit einem Durchmesser von 1,20 Meter waren eingebaut worden, um die Decke der Haltestelle solange abzustützen, bis die Zwischenwand zwischen den beiden durchgängigen Gleisen und dem dritten Gleis, das vor beziehungsweise südlich der Pyramide endet, hergestellt war. In der Haltestelle Kronenplatz wird auch am Fahrgastzugang Waldhornstraße Nord gebaut: In diesem Bereich werden die Außenwände der Haltestelle betoniert. Die Haltestelle Kongresszentrum erhält bereits die Bahnsteigplatten, unter denen schon die Kabelpritschen und Feuerlöschrohre verlegt worden sind.

Sohlbeton wird in der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße zwischen Marktplatz und Kronenplatz eingebaut. Auf dem Sohlbeton werden später Unterschottermatten, Schotter und Gleise aufgebaut. Im Röhrenabschnitt zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor wird in der nächsten Woche eines der Havarieschotts abgebaut: Dieses hätte in der Bauphase bis zur Betonage der Haltestellen-Sohlen beim Fluten einer Haltestelle mittels der Havarie-Wasserleitung verhindert, dass sich das Wasser auch in die Tunnelröhre und die benachbarten Haltestellen ausbreitet.

Unter der Karl-Friedrich-Straße entsteht das Gewölbe der Innenschale: Die Arbeiter stellen zunächst mithilfe eines abgetreppten und auf Schienen fahrenden Gerüsts die Bewehrung auf. Betoniert wird dann später mit dem Schalwagen, der eigens für den 250 Meter langen Tunnelabschnitt konstruiert wurde - und zwar so, dass er sich bei seiner Fahrt von Norden nach Süden auf den sich verändernden Querschnitt der Tunnelröhre - im Norden für drei Gleise, im Süden nur noch für zwei Gleise - einstellen kann.

Gut sichtbar sind die Arbeiten an der Oberfläche der Kombilösungs-Baustellen: Am Kronenplatz läuft die Demontage der dank der jetzt komplett eingebauten Haltestellen-Sohlen nicht mehr benötigten Havarieleitung: Die große, blaue Wasserleitung zog sich entlang der Kaiserstraße über eine Strecke von 1,6 Kilometer vom Durlacher Tor bis zum Europaplatz hin. In der Durlacher Allee und am Durlacher Tor werden die Arbeiten für die Herstellung des so genannten "Endzustands" fortgesetzt: Zwischen Melanchthon- und Bernhardstraße entstehen auf der Nordseite der Durlacher Allee Gehweg und Parkbuchten, auf der Südseite der Durlacher Allee der Geh- und Radweg, Parkplätze und eine Bushaltestelle. Autofahrbahnen, Geh- und Radwege werden für den "Endzustand" auch in der Ettlinger Straße gebaut.

In der Kriegsstraße sind im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee wie auch im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße noch Kampfmittelverdachtspunkte nachzuerkunden. In der zweiten Wochenhälfte beginnen dann die Arbeiten, am (Vor-)Verbau und den Leitwänden für die Herstellung der Schlitzwände, dem eigentlichen Baugrubenverbau. Die Schlitzwände ermöglichen dann schließlich die Arbeiten zur Herstellung des Autotunnels.

Unten gut voran.