Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Verzicht auf provisorische oberirdische Gleise spart auf dem Südabzweig Zeit und Kosten

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) verzichtet auf den provisorischen Einbau der oberirdischen Gleise in der Ettlinger Straße zwischen dem Ende der jetzigen Bauarbeiten zur Herstellung des Südabzweigs und der Inbetriebnahme des Kombilösungs-Stadtbahntunnels Ende 2018. Durch diese auch vom KASIG-Aufsichtsrat und dessen Vorsitzendem, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, ausdrücklich gebilligte Lösung wird nicht nur Zeit gespart, sondern auch erhebliche Kosten, die für das Provisorium fällig gewesen wären, das im Laufe des Jahres 2019 ohnehin wieder hätte abgebaut werden müssen.

Ursprünglich sahen die Planungen vor, dass nach dem Abschluss der Rohbauarbeiten am Stadtbahntunnel-Südabzweig vom Marktplatz bis zur Einmündung der Augartenstraße in die Ettlinger Straße etwa Mitte nächsten Jahres über beziehungsweise neben dem Tunnel wieder Gleise verlegt worden wären. Damit verbunden gewesen wäre nicht nur der Einbau eines aufwändigen Gleisdreiecks am Marktplatz sowie eine viel Platz einnehmende Gleis-Umfahrung der Tunnelrampe, die sich zwischen dem Vierordtbad und der Augartenstraße erstreckt. Darüber hinaus hätten auch die oberirdischen Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum wieder hergerichtet werden müssen. Nur etwa zweieinhalb Jahre später - eben nach Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels - wäre dann der Abbruch all dieser teuren Provisorien auf dem Plan gestanden, da ab Ende 2018 in der Fußgängerzone Kaiserstraße, auf dem Marktplatz und auch in der Ettlinger Straße bis zur Höhe der Einmündung Augartenstraße keine oberirdischen Gleise mehr vorgesehen sind.

Der Verzicht auf das Provisorium spart - zurückhaltend gerechnet - etwa sieben Millionen Euro durch die entfallenden Arbeiten zum Auf- und Wiederabbau sowie durch den Verzicht auf Gleise, Gleisdreieck, Weichen und Haltestellen.

Mit der Kostenersparnis einher geht aber auch eine erhebliche Zeitersparnis sowie deutlich weniger Bautätigkeit, die Anwohner, Einzelhandel und auch Besucher andernfalls über Monate länger beeinträchtigt hätten. Denn die meisten Oberflächen auf dem Marktplatz, in der Karl-Friedrich- sowie in der Ettlinger Straße können damit bereits im nächsten Jahr wieder so hergerichtet werden, wie das ursprünglich erst nach dem Entfernen der Gleise im Laufe des Jahres 2019 möglich gewesen wäre. Für einen großen Teil des Südabzweigs sind die großflächigen oberirdischen Arbeiten damit bereits Ende 2016 statt erst 2019 beendet. Wenn die provisorisch oberirdisch verlegten Gleise 2019 nicht mehr entfernt werden müssen, ergibt sich daraus eine Verkürzung der Bauzeit um etwa fünf bis sechs Monate.

Die Bauzeitverkürzung könnte dann beispielsweise auch bedeuten, dass der Karlsruher Christkindlesmarkt eine Rückkehr bereits zu Weihnachten 2018 statt wie ursprünglich geplant frühestens 2019 auf den dann schienenfreien Karlsruher Marktplatz anpeilen kann.

Für den Öffentlichen Personennahverkehr in Karlsruhe ergeben sich ebenfalls positive Aspekte. Das jetzt schon bestehende oberirdische Liniennetz mit den beiden Südabzweigen Karlstraße und Rüppurrer Straße für Stadtbahnen und Straßenbahnen sowie dem Südabzweig Ettlinger Straße, der von der Buslinie 10 bedient wird, würde bis zur Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels inkraft bleiben. Denkbar ist, dass die Buslinie 10 von Süden kommend in die Karl-Friedrich-Straße in Richtung Marktplatz verlängert wird, um die Direktanbindung zwischen Hauptbahnhof und Stadtzentrum zu verbessern.

Unten gut voran.