Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Arbeiten „oben“ signalisieren baldiges Ende des Rohbaus „unten“

Da lang: Zwischen Straßenbahn- (links) und Autoverkehr (rechts) entstehen die Fahrbahnen am Durlacher Tor.(1)
Hier lang: Die Oberfläche auf dem Europaplatz wird dieser Tage geschlossen.(2)
Bald fertig: Die endgültigen Stationswände in der Haltestelle Ettlinger Tor sind bis Ende dieses Monats betoniert.(3)
Schon fertig: Die Bahnsteigoberflächen in der Haltestelle Kronenplatz.(4)
Wände ohne Ende: In der Kriegsstraße wird an den Tunnelaußenwänden (links und rechts) und an der Mittelwand gearbeitet.(5)

Die Arbeiten am Tunnel für Stadtbahnen und Straßenbahnen unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz hinein in die Ettlinger Straße geben immer mehr bisher für Baufelder vorgehaltene Flächen zurück. Sie sorgen derzeit auch verstärkt dafür, dass Straßen, Rad- und Gehwege - optimiert - wieder in ihren alten Zustand versetzt werden. Gleichzeitig sind diese oberirdisch zu beobachtenden Bautätigkeiten auch ein sicheres Anzeichen dafür, dass sich der Rohbau in den Haltestellen und Tunnelabschnitten in seinen letzten Zügen befindet. Denn für den Innenausbau werden nur noch die ohnehin vorhandenen Treppenabgänge genutzt - Materialanlieferungen laufen schon jetzt ausschließlich über die drei Tunnelrampen westlich des Mühlburger Tors, in der Durlacher Allee und in der Ettlinger Straße auf Höhe der Augartenstraße.

Vor allem am Durlacher Tor ist "oben" derzeit viel Bewegung - so viel sogar, dass sich laufend die Verkehrsführung ändert. Denn an dieser vom öffentlichen Personennahverkehr wie auch von Autofahrern, Fußgängern und Radlern gleichermaßen stark frequentierten Kreuzung werden bis Jahresende alle Straßen- und Kreuzungsflächen, sämtliche Geh- und Radwege neu gebaut. Schon länger zu beobachten ist auch der Bau der dort sich kreuzenden beiden Gleisstränge von der Kaiserstraße in Richtung Durlacher Allee und von der Kapellenstraße in Richtung Karl-Wilhelm- und Haid-und-Neu-Straße: Meterweise wurden die neuen Bahntrassen in verschiedenen Baufeldern eingebaut, wo der um die Bauarbeiter herumtosende Verkehr das eben zuließ. In den baden-württembergischen Sommerferien zwischen Ende Juli und Mitte September werden dann die jetzt noch isoliert liegenden Neubauabschnitte und die Gleiskreuzung miteinander verbunden. Am Ende sieht der Platz anders aus als vor Beginn der Bauarbeiten: Direkt vor dem Portal der Bernhardus-Kirche wird es auf der heute noch von Bahnen und Autos genutzten Bertholdstraße keinen Verkehr mehr geben. Gleichermaßen entfällt die Nutzung des kurzen Straßenstücks direkt vor der heute vom KIT genutzten ehemaligen Kinderklinik für Autos.

Etwas weiter westlich, am Berliner Platz, unter dem die künftige unterirdische Haltestelle Kronenplatz liegt, ziehen sich ebenfalls die Einrichtungen für die Arbeiten "unten" aus dem Straßenbild zurück. Gleichzeitig werden hier aber noch Leitungen und Kanäle verlegt, so dass die Bauarbeiten noch eine Weile zu sehen sind.

Etwas versetzt wurden die Imbissbuden auf dem Europaplatz: Sie standen den Arbeiten an der Oberfläche, bei denen rund um die Fahrgastzugänge eine provisorische Asphaltdecke eingebracht wird, im Weg. Damit erhält auch der Platz, auf dem am 21. Januar 2010 der Spatenstich für die Kombilösung erfolgte, seine ursprüngliche Gestalt wieder zurück. Der Wiederaufbau des Grenadier-Denkmals mit dem "Greif" obenauf beginnt erst dann, wenn die Oberflächenarbeiten endgültig abgeschlossen sind.

Bleibt an Arbeiten "oben" noch die südliche Karl-Friedrich-Straße, die Kreuzung Ettlinger Tor sowie die nördliche Ettlinger Straße: Im Juni soll das Ettlinger Tor wieder eine Straßenkreuzung sein, die diesen Namen auch verdient: Die seit dem Bau des Südabzweigs des Bahntunnels der Kombilösung im November 2013 nahezu vollständig gesperrten Verkehrsbeziehungen zwischen Kriegsstraße, Ettlinger Straße und Karl-Friedrich-Straße werden dann zu großen Teilen "wiederbelebt".

"Unten" ist der Rohbau an der einzigen Stelle, an der er noch in nennenswertem Umfang stattfindet, in die nächste Phase eingetreten: Im "Nordkopf" der Haltestelle Ettlinger Tor wird der Bau der endgültigen Stationsaußenwände in diesem Monat abgeschlossen, so dass jetzt der Bau der Innenwände, der Treppenwangen und der Zwischenebene beginnt.

In der Haltestelle Marktplatz entstehen die Vorderkanten der Bahnsteige, die Schotterbegrenzungswände. Außerdem sind hier die Maurer im Einsatz, die an den Betriebsräumen für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) arbeiten. In der Haltestelle Lammstraße werden in den Bahnsteigkörper Pritschen zur Aufnahme der elektrischen Leitungen sowie Feuerlöschwasserrohre hineingelegt. In der Haltestelle Kronenplatz ist das bereits geschehen, so dass hier derzeit die Bahnsteigoberflächen hergestellt werden.

Der Umbau der Kriegsstraße läuft innerhalb der beiden Baufelder O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee und W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße auf vollen Rohbau-Touren: In O 1 am künftigen östlichen Ein- und Ausgang des Autotunnels entstehen die Sohlen der beiden Rampen, Erdreich wird ausgehoben und die Spundwände werden mit Spritzbeton geglättet. Am 2. Mai wird dort ein weiterer Hochbaukran aufgestellt, der auf einem bereits betonierten Abschnitt der Sohle stehen wird. In W 2 haben die Arbeiter neben dem Bau der Sohlen und der parallel dazu entstehenden Tunnel- und Mittelwände auch bereits die Tunneldecke auf ihrem Plan.

Im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor ist die Arbeitsgemeinschaft Tunnel Kriegsstraße auf der Nordseite mit Straßenbauarbeiten beschäftigt. Im gleichen Baufeld auf der Südseite laufen noch die vorbereitenden Arbeiten für den Straßenbau der bauzeitlichen Fahrbahnen. In den Baufeldern O 3 und O 4 - das ist zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor - gehen auf der Südseite die Kanal- und Leitungsbauarbeiten ihrem Ende entgegen. Begonnen haben hier bereits die Arbeiten zur Herstellung der südlichen Baugrubenwand für den Straßentunnel. Die Baugrubenwand wird in diesem Abschnitt mit überschnittenen Bohrpfählen hergestellt.

Der Abriss der früheren Fußgängerunterführung und späteren Musikbühne "Substage" wird in den nächsten Tagen mit dem Verfüllen der Baugrube sein Ende finden.

Unten gut voran.