Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Der Tunnelbau in der Kriegsstraße rückt zwei Felder vor

Schräg: In der Ludwig-Erhard-Allee entstehen die Rampen vor dem Portal des Autotunnels Kriegsstraße. (1)
Waagrecht: Im Stadtbahntunnel unter der Karl-Friedrich-Straße wird der Gefällebeton auf die Sohle gelegt. (2)
Wie geplant: In der Haltestelle Durlacher Tor ist die Unterkonstruktion für die Wandverkleidung befestigt. (3)
Am laufenden Band: Eine der Rolltreppen in der Haltestelle Durlacher Tor erhält ihren Handlauf. (4)

Der Tunnelbau in der Kriegsstraße hat im östlichsten Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee und im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße begonnen - jetzt rückt er jeweils um zwei Felder vor: Im Baufeld O 2, westlich und östlich vom Mendelssohnplatz, sind die Straßenbahn- und Stadtbahngleise unterbrochen worden. Die in Ost-West-Richtung verkehrenden Autos sind seit einigen Tagen in die Mitte des Platzes gerückt, weil die Vorarbeiten für den Bau des Autotunnels begonnen haben. Zunächst muss Platz geschaffen werden, um die Fahrbahnen für den Autoverkehr auf der Kriegsstraße an deren äußere Ränder zu verlegen und wieder Querungen für die Fußgänger in Ost-West-Richtung zu schaffen. Am zweiten Septemberwochenende wird der Autoverkehr verlegt: Dann wird in der Mitte der Kriegsstraße das Baufeld "freigemacht"- alle bereits im Vorfeld vom Netz getrennten Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telekommunikation werden ausgebaut. Anschließend wird der Untergrund noch auf Bombenreste aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht, bevor der seitliche Verbau für die Tunnelbaugrube eingebracht wird. Dieser Verbau dient dann auch als Widerlager für die zwei Hilfsbrücken mit den Straßenbahngleisen zwischen Rüppurrer Straße und Fritz-Erler-Straße. Darunter kann schließlich bis Mitte nächsten Jahres der Tunnelbau erfolgen.

Der Autoverkehr entlang der Kriegsstraße ist von der Sperrung des querenden Verkehrs nicht betroffen. Radfahrer und Fußgänger können kreuzungsnah "Umwege" nutzen, Radfahrer weichen besser auf die großräumigen Umfahrungen über Waldhornstraße im Norden beziehungsweise Baumeisterstraße im Süden aus.

Im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee werden die Ein- und Ausfahrtsrampen hergestellt. Auf dem Tunnel ist die neue Straßenkreuzung mit der Kapellenstraße in Betrieb gegangen.

Vorrücken ist auch von W 2 nach W 3 - also im westlichen Abschnitt - angesagt: Im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße ist der Tunnel im Rohbau fertig. Das bedeutet: Im Baufeld W 3 geht es los: Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor entstehen bereits Schlitz- beziehungsweise Dichtwände, in die Spundwände eingestellt werden. Die Vorbereitungen für den Einsatz der Großbohrgeräte, die ihre Arbeit im Baufeldern O3 bald beendet haben werden, zum Herstellen der Bohrpfahlwände laufen bereits. Diese Bohrpfahlwände und die eingestellten Spundwände werden beim Tunnelbau als nach außen liegende Schalung für die Tunnelwände eingesetzt

Bleiben noch die beiden Baufelder O 3 und O 4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor: Die bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichenden überschnittenen Bohrpfahlwände "stehen" inzwischen nahezu komplett im Erdreich. Jetzt werden die oberen Enden bearbeitet, um anschließend darauf die "Kragarme" aufzubetonieren: Betonwinkel oder Platten auf den Pfählen ermöglichen oberirdisch Autoverkehr, während darunter die Arbeiter mit dem Tunnelbau beschäftigt sind.

Am Durlacher Tor ist oberirdisch ein wichtiger Zwischenschritt erfolgt: Seit einer knappen Woche ist die Ost-West-Achse der Gleistrasse zwischen Kronenplatz und Gottesauer Platz für die Stadtbahnen und Straßenbahnen wieder befahrbar. Die Inbetriebnahme des Abzweigs nach Nordosten in die Karl-Wilhelm-Straße Richtung Rintheim und Hagsfeld folgt zum Ferienende am Sonntag (9. September) in der Frühe. Die Arbeiten an den Fahrbahnen für Autos, an den Radwegen und den Fußgängerwegen am Durlacher Tor dauern dagegen noch bis Jahresende.

Beim Teilprojekt Stadtbahn- und Straßenbahntunnel ist der Rohbau in wenigen Wochen Tagen abgeschlossen: In der Haltestelle Marktplatz beschäftigen sich die Betonbauer noch mit den Bahnsteigen, 250 Meter weiter südlich in der Haltestelle Ettlinger Tor werden die vorderen Bahnsteigkanten betoniert. Innerhalb des späteren Bahnsteigkörpers entstehen Mauern, die als Auflager für die Bahnsteigplatten dienen. Gleichlaufend werden in den Haltestellen Marktplatz sowie Ettlinger Tor noch abschließende Restarbeiten ausgeführt.

Der Innenausbau besteht derzeit vor allem in der Montage von Aufzügen und Rolltreppen in der Haltestelle Durlacher Tor oder den Vorarbeiten dazu: So werden in der Haltestelle Europaplatz die Aufzugsschächte gespachtelt und mit einem Schutzanstrich versehen, in der Haltestelle Kronenplatz erhalten die Betongruben, in denen die Antriebstechnik für Fahrtreppen und Aufzüge untergebracht wird, ölfeste Anstriche. Die Unterkonstruktion für die Bahnsteigverkleidungen aus Betonwerksteinen wird in der Haltestelle Kongresszentrum auf die vom Rohbau hinterlassenen Betonwände montiert. Und auch das mit dem "Stocken" des Rohbaubetons beschäftigte Unternehmen ist noch unterwegs: In der Haltestelle Lammstraße sowie im Gleisdreieck werden die Wände aufgeraut.

Unten gut voran.