Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Die Tunnel-Heilige Barbara für die Tunnel-Patin Sabine Volz

Tunnel-Patin und Tunnel-Heilige haben ihre Aufgabe gut gelöst: Tunnel-Patin Sabine Volz erhält aus den Händen von KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath und Arge-Projektleiter Thomas Wechner (rechts) die Holz-Figur der Heiligen Barbara.

Mit dem offiziellen Anschlag und dem Aufstellen der Schutzpatronin der Bergleute, der Heiligen Barbara, fing am 19. Januar 2016 alles an - und mit der Übergabe der Tunnel-Heiligen an die Tunnel-Patin Sabine Volz ging heute (12. Juni) die Ära des Kombilösungs-Tunnelbaus für den Stadtbahn- und Straßenbahntunnel in Karlsruhe zu Ende: Uwe Konrath, Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), und Thomas Wechner, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Stadtbahntunnel für den Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße, überreichten am Vormittag Sabine Volz die Figur der Heiligen Barbara. Etwa eineinhalb Jahre hatte die aus Holz geschnitzte Heiligenfigur am Eingang der Materialschleuse darüber gewacht, dass kein Unglück geschieht - mit Erfolg: Außer Atemwegreizungen bei einer Gruppe von Arbeitern sowie einem Sturz vom Schalgerüst, bei dem ein Arbeiter Prellungen davontrug, gab es glücklicherweise keine nennenswerten Arbeitsunfälle.

Trotz modernster Technologie im Tunnelbau ist der Bau eines Tunnels ohne die Segnung der Heiligen Barbara beim Tunnelanschlag nicht denkbar. Ebenso bewährte Tradition ist die Berufung einer Tunnelpatin: Mit der Kanutin Sabine Volz war die Wahl auf eine - inzwischen nicht mehr aktive - Spitzensportlerin gefallen, der die Aufgabe als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara mit gelegentlichen Besuchen bei der Tunnelarbeitern zugefallen war. Während der Bauzeit des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße hieß dieser Tunnelabschnitt deshalb auch Sabine-Tunnel - so wie zuvor der Tunnel unter der Kaiserstraße Gerlinde-Tunnel hieß nach der damaligen Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle, der ehemaligen Karlsruher Regierungspräsidentin.

Inzwischen ist der 250 Meter lange Tunnel in der Endphase des Rohbaus und wartet auf den Einbau der seitlichen Notwege mit den darin integrierten Leerrohren für die Elektrotechnik. Der Tunnel hat innen eine Breite von 8,50 Meter und eine Höhe von 7,23 Meter. Er wurde bergmännisch unter Druckluft hergestellt: Die bis zu 1,2 bar Überdruck verhinderten das Eindringen von Grundwasser während des Ausbruchs des Erdreiches.

Unten gut voran.