Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

In der Kriegsstraße startet der Tunnelbau im dritten Baufeld

Kriegsstraße W 3: Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird bereits die Leitwand als Führung für den Schlitzwandgreifer gebaut. (1)
Kriegsstraße W 2: Die Leitungen sind über der Tunneldecke zwischen Lammstraße und Ritterstraße eingebaut, Erdreich ist aufgeschüttet, eine weitere Decke wird betoniert. (2)
Kriegsstraße O 1: Links geht in der Ludwig-Erhard-Allee raus aus dem Tunnel, rechts hinein – und zwischendrin wird bereits Erdreich aufgefüllt. (3)

Das zweite Teilprojekt der Kombilösung - der Bau einer oberirdischen Straßenbahntrasse mit einem darunter liegenden Autotunnel in der Kriegsstraße - behält sein eingeschlagenes Tempo bei: Im dritten Baufeld beginnen jetzt bereits die Vorarbeiten, um nach den bereits im Rohbau weitgehend hergestellten beiden ersten Tunnelabschnitten nun auch das dritte Tunnelstück zu bauen. Im Baufeld W 3 läuft bereits die Kampfmittelsondierung und auch die Leitungserkundung, um Überraschungen auszuschließen, wenn sich später die Bagger ins Erdreich "vertiefen". Es beginnt jedoch auch schon der Bau der Leitwand - sie gibt dem Schlitzwandgreifer, der den Boden für das Einbringen der Spundwände ausbaggert, die an dieser Stelle als Verbau und auch als spätere rückwärtige Schalung für die Tunnelwände eingesetzt werden, die senkrechte Führung nach unten vor.

Gleich daneben wird bereits oben auf dem fertiggestellten Tunnelabschnitt gearbeitet: Strom- und Kommunikationsleitungen werden in dem aufgefüllten Erdreich im Baufeld W 2 verlegt. Einer der beiden dort bisher benötigten großen Turmdrehkräne kann schon abgebaut werden: Am Sonntag, 29. Juli, wird deshalb die nach Westen führende Fahrbahn der Kriegsstraße zwischen Lammstraße und Ritterstraße gesperrt. Auch für das Baufeld O 1, in dem ebenfalls der Tunnelrohbau auf dem Weg zur Fertigstellung ist, bahnt sich ein solcher Abbautermin an, der gleichzeitig signalisiert, dass die Arbeiten dem Ende zustreben: Hier wird am Sonntag, 5. August, die nach Osten - also stadtauswärts - führende Fahrbahn der Ludwig-Erhard-Allee gesperrt, um einen Kran zu demontieren. Ähnlich wie im Baufeld W 2 werden auch hier Leitungen über der Tunneldecke verlegt - hier sind es Wasserrohre.

In den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor arbeiten ununterbrochen zwei Großbohrgeräte auf der Südseite der Kriegsstraße, die die bis zu 20 Meter in den Erdboden reichenden überschnittenen Bohrpfähle für die Sicherung der Baugrube herstellen. Auf die Köpfe der Bohrpfähle werden außerdem "Kragarme" aufbetoniert: Das sind Betonwinkel und -platten, auf die später der Autoverkehr gelegt werden kann, während darunter die Arbeiten am Tunnel stattfinden können.

An der Einmündung der Kapellenstraße in die Kriegsstraße wird die neue und endgültige Verkehrsführung immer deutlicher sichtbar: Neben der bereits asphaltierten Fahrbahn entstehen derzeit die Gehwege.

Nachdem oberirdisch das Ettlinger Tor vor einer Woche seine volle Funktion als Kreuzung für den Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr wieder erhalten hat, gehen darunter die letzten Rohbauarbeiten an der letzten im Rohbau noch herzustellenden Haltestelle weiter. Danach ist der Rohbau des ersten Teilprojekts der Kombilösung endgültig abgeschlossen. Zuvor werden aber im Nordkopf noch einige wenige Innenwände entlang der Treppenaufgänge sowie Zwischen- und Technikdecken betoniert sowie die Bahnsteigkörper hergestellt.

Ansonsten sind im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel "Restarbeiten" an der Tagesordnung: Das bedeutet vor allem, die bei unterirdischen Neubauten unterhalb des Grundwasserspiegels zunächst auftretenden feuchten Stellen an den Wänden der Tunnelabschnitte und der Haltestellen mit Kunstharz zu verpressen und damit zu beseitigen.

Oberirdisch werden am Kronenplatz noch Leitungen verlegt. Bis Mittwoch ist die Oberfläche geschlossen, so dass dann auch wieder der Auto- und Radverkehr vom Durlacher Tor kommend zum Kronenplatz fahren kann. Das Durlacher Tor ist noch bis Jahresende Schauplatz von Gleis-, Straßen-, Radweg- und Gehwegbau.

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels geht ebenfalls voran: In der Haltestelle Durlacher Tor werden nicht nur die ersten Aufzuganlagen montiert, sondern auch die Unterkonstruktion für die Wandverkleidung im Haltestellenbereich montiert. Dazu haben auch in der Haltestelle Kongresszentrum die Vorarbeiten begonnen. Doppelböden werden in die Technikräume der Haltestelle Kronenplatz eingebaut - sie erlauben das Einführen von Leitungen in diese Räume und deren Führung unterhalb des von Technikern begehbaren Fußbodens zu den entsprechenden Schaltschränken. "Gestockt" werden derzeit die Wände im Treppenabgangs- und Fahrgastverteilerbereich an der Haltestelle Europaplatz - die vom Rohbau mit glattem Beton hinterlassenen Wände werden mit einem Meißel aufgeraut und erhalten ihr endgültiges Aussehen.

Unten gut voran.