Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Letztmals sind Blicke von der Brücke in die Baugrube Kriegsstraße möglich

Noch lässt die Brücke tief blicken: Der Überweg über die Kriegsstraße auf Höhe Lammstraße wird am Montag gesperrt. (1)
Ein Stück Autotunnel entsteht im Schatten des Bundesgerichtshofs: Die ersten Abschnitte der Sohle werden bewehrt. (2)
Immer geradeaus Richtung Karlsruher Schloss: In der Ettlinger Straße direkt südlich der Kriegsstraße wird am Endzustand gearbeitet. (3)
Sauber: Im Nordkopf Ettlinger Tor wird die Tunnelsohle mit Druckluft gereinigt, bevor die Schalung für die Stationswände gestellt wird. (4)

Die Gelegenheit, von der Brücke auf Höhe der Lammstraße neugierige Blicke in die Baugrube auf der Kriegsstraße zwischen Ritterstraße und Lammstraße zu werfen, neigt sich an diesem Wochenende dem Ende zu: Ab Montag, 12. Februar, wird die Brücke für die Fußgänger gesperrt. Ein Ersatz für die Querung der Kriegsstraße zwischen Karlstor und Ettlinger Tor der durch eine Ampel geregelte Überweg auf Höhe der Ritterstraße. Ein Ersatz für den Blick tief hinab in das Baufeld - es wird als "W 2" bezeichnet - bietet sich allenfalls von der Galerie auf der Südseite der Kriegsstraße aus, zu der es ausschließlich noch über die Rampe Ritterstraße einen Zugang gibt.

Zu sehen gibt es im Rahmen des Umbaus der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse "oben" und einem Autotunnel "unten" im Baufeld W 2 Spannendes: Denn im Westen des Baufeldes werden die ersten Abschnitte der Tunnelsohle hergestellt. Die Arbeiten beginnen mit der Bewehrung, auf die die Betonage folgen wird. In den östlichen Bereichen des Baufelds W 2 wird das Erdreich noch bis auf die endgültige Tiefe ausgehoben sowie die seitlichen Spundwände auch in der zweiten, der unteren Lage verankert. Nachdem die Anker gespannt und geprüft sind, werden die Spundwände mit Spritzbeton verkleidet, damit sie anschließend als äußere Schalung für die Tunnelwände dienen können.

Zwei Wochen wird die Brücke auf Höhe der Lammstraße noch stehen: In dieser Zeit wird sie mit Stützpfeilern unterbaut. Von Samstag, 24. Februar, 21 Uhr, bis Montag, 26. Februar, in den frühen Morgenstunden steht dann der Abriss der Brücke an. Stück für Stück wird das Mittelteil der Brücke zersägt und jedes Abbruch-Teil mit einem Kran von Stützpfeilern herunter auf die Kriegsstraße gehoben. In dieser Zeit ist die Kriegsstraße zwischen Ritterstraße und Lammstraße / Badenwerkstraße in beide Fahrtrichtungen gesperrt: Die Umleitung von Osten nach Westen erfolgt über die Lammstraße, den Friedrichsplatz (Erbprinzenstraße) und die Ritterstraße zurück zur Kriegsstraße beziehungsweise in umgekehrter Richtung von Westen nach Osten über Ritterstraße, Hermann-Billing-Straße bis zur Ettlinger Straße, von der aus am Ettlinger Tor ein Abbiegen nach rechts in die Kriegsstraße möglich ist.

Ab Montag (12. Februar) rollt der Autoverkehr von Westen nach Osten zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz in der Mitte der Kriegsstraße - aber nicht nur das: Die Einfahrt von der Kriegsstraße in die Meidingerstraße ist für etwa vier Wochen wegen Kanalbauarbeiten gesperrt. Die Meidingerstraße ist jedoch von der Baumeisterstraße aus erreichbar. Ebenfalls in diesem Abschnitt der Kriegsstraße erfolgt der Abbruch des südlichen Teils der ehemaligen Fußgängerunterführung Höhe Kreuzstraße. Um den Baulärm von den Chor- und Orchesterproben im Staatstheater fernzuhalten, wird in diesem Bereich eine mobile Lärmschutzwand errichtet. Zudem ist die Bushaltestelle direkt vor dem Informationspavillon "K." der Kombilösung der in die Mitte der Kriegsstraße verlegten Fahrbahn gefolgt: Hier wurde eine provisorische Haltestelle eingerichtet. In einigen Wochen wird dann die endgültige Haltestelle auf der Ostseite der Ettlinger Straße zwischen Finter- und Kriegsstraße hergestellt.

Weiter östlich, im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee, war der Pumpversuch, dessen Ergebnis Auskunft darüber gibt, ob Weichgelsohle und Spundwände die Baugrube gegen das Grundwasser abdichten, erfolgreich. Nun wird die Baugrube weiter ausgehoben und die Spundwände werden verankert.

Der Fortschritt macht auch vor Bau des Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße mit Abzweig in die Ettlinger Straße nicht halt: Am Europaplatz schließt eine Betonage in der übernächsten Woche einen Teil der Andienöffnung im südwestlichen Bereich. In dieser Haltestelle wie auch in den Haltestellen Lammstraße und Marktplatz werden Treppenaufgänge, Verteilerebenen für die Fahrgäste und Brüstungen betoniert. Ebenso werden die Schächte für die Aufzüge hergestellt, da alle Bahnsteige künftig barrierefrei zu erreichen sind. In der Haltestelle Lammstraße entsteht wie zuvor schon unter dem Durlacher Tor und unter der Berliner Platz eine Brücke für die Fahrgäste: Mithilfe dieser Brücken und der Verteilerebenen an den beiden Enden jeder Haltestelle können Fahrgäste grundsätzlich jeden Zugang in eine Haltestelle nutzen, da sie sich erst auf den Verteilerebenen oder Brücken orientieren müssen, welchen Bahnsteig sie letztendlich nehmen werden. Ebenfalls in der Haltestelle Kronenplatz werden die Schotterbegrenzungswände - die vorderen Kanten der Bahnsteige - bis Ende dieser Woche fertiggestellt sein. Danach beginnt hier die Verlegung der Feuerlöschleitung und der Kabelpritschen im Bahnsteigkörper. Auf dem Marktplatz klafft im Bereich der inzwischen geschlossenen Andienöffnung direkt vor dem Rathaus-Eingang noch ein größeres Loch: Dort wird auf den Deckel der Haltestelle der Kanal für die Rauch-Wärme-Abführung betoniert.

Im nördlichen Teil der Haltestelle Ettlinger Tor werden nach wie vor die Stationswände hergestellt. Obendrüber wird ab nächste Woche im südlichen Teil der Karl-Friedrich-Straße zwischen Rondellplatz und Ettlinger Tor die Oberfläche wieder hergestellt, auf dem sich bisher die Baustelleneinrichtung für den im Spätherbst abgeschlossenen Druckluftvortrieb unter der Karl-Friedrich-Straße befunden hat.

In der Haltestelle Durlacher Tor gehen die Arbeiten im Rahmen des Innenausbaus weiter: Im Bereich der Treppenabgänge und auf den Zwischenebenen wird der Beton gestockt - seine glatte Oberfläche wird mittels eines speziellen Meißels aufgeraut.

Im südlichen Bereich der Ettlinger Straße setzen die Arbeiter auf Höhe der Augartenstraße den Bau der neuen oberirdische Haltestelle Augartenstraße fort - die "Vorgängerin" befand sich im heutigen Bereich der Tunnelrampe, wo sie aber weichen musste, da Haltestellen keine Schrägen aufweisen dürfen.

Unten gut voran.