Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Die Bahnen fahren wieder über den Mendelssohnplatz

Vorbereitet: Provisorische Fahrspuren gibt es bereits in der Ludwig-Erhard-Allee – die endgültige Straßengestaltung beginnt hier.
Sauber: Der Terrazzo-Boden wird unter dem Europaplatz nach dem Einbringen geschliffen, der Schleifstaub dann weggesaugt.
Trocken: Maurer verschließen im Gleisdreieck Wanddurchbrüche, durch die Kabel oder Rohre geführt wurden.
Schwer: Vor die Betriebsräume werden statt der Blechbautüren wie hier am Kronenplatz jetzt die endgültigen Stahltüren montiert.
Dicker Brocken: Dieser sechs Tonnen schwere Transformator unter dem Europaplatz wandelt 20 Kilovolt in 400 Volt um.

Ab dem morgigen Samstag (26. Oktober) fahren ab 1.15 Uhr in aller Frühe die Stadtbahnen und Straßenbahnen wieder über den Mendelssohnplatz – von Norden nach Süden und von Süden nach Norden. Der Bahnverkehr war am 27. Juli unterbrochen worden, um die beiden provisorisch eingebauten Hilfsbrücken abzubauen, die Tunneldecke zu betonieren, das Ganze dann mit Erdreich zu überschütten und Gleise sowie Weichen einzubauen. Auch wenn damit der „vertraute“ Zustand am östlichen Ende der Kriegsstraße wiederhergestellt ist – alles ist neu: Denn unter der Kreuzung ist der künftige Autotunnel im Rahmen des Umbaus der Kriegsstraße bereits hergestellt. Und oben auf der Oberfläche ist zumindest der engere Bereich der Kreuzung bereits im Endzustand: Das Gleisviereck ist eingebaut, der Asphalt für die Autos eingebracht – hier wird sich also nichts mehr ändern.

 

Gebaut werden müssen allerdings noch die Gleisanschlüsse in die Kriegsstraße hinein in Richtung Westen und in Richtung Osten, wo dann die Anschlüsse an die in der Kapellenstraße liegenden Gleise erfolgt sowie in die Ludwig-Erhard-Allee hinein. Ganz verschwunden ist im Zuge der jetzt erfolgten Neugestaltung der Oberfläche die alte Haltestelle nördlich vom Mendelssohnplatz: Hier gibt es jetzt ein Grüngleis.

 

Ungeachtet dieser ersten Zwischenschritte „oben“ geht es „unten“ unverändert dynamisch zur Sache: Im Baufeld O 3 westlich vom Mendelssohnplatz wird Erdreich bis zur ersten Ankerlage ausgehoben. Wo das schon geschehen ist, werden die Anker in der obersten Lage seitlich ins Erdreich getrieben – und wo wiederum das geschehen ist, wird die Weichgelsohle hergestellt, die die Baugrube vor dem Eindringen von Grundwasser von unten schützen wird.

 

Anschließend an das Baufeld O 3 läuft ab der Meidinger Straße bis knapp vor die Kreuzung Ettlinger Tor im Baufeld O 4 bereits der Ingenieurbau. Im westlichen Teilbereich des Baufelds warten die Ingenieure noch das Ergebnis für die Dichtigkeitsprüfung ab: Ist die Baugrube seitlich und von unten ausreichend gegen eindringendes Grundwasser geschützt, kann auch hier der Erdaushub unterhalb des Grundwasserspiegels beginnen.

 

Westlich der Kreuzung Ettlinger Tor im Baufeld W 4 – also in Richtung Karlstor – ist das Schließen der Tunnel-„Lücke“ zwischen dem bereits bestehenden Kombi-Bauwerk unter der Kreuzung Ettlinger Tor sowie dem im Rohbau befindlichen Tunnelabschnitt im Baufeld W 3 auf Höhe des Einkaufszentrums bis zur Lammstraße auch schon in Sicht: Nach dem Bohren und Spannen der letzten Anker in der zweiten, der untersten Lage beginnt im November der Ingenieurbau mit dem Herstellen von Tunnelsohle, Tunnelwänden und der Tunneldecke.

 

Im Baufeld W 3 wird der Tunnelabschnitt in diesem Bereich immer länger: Von Westen nach Osten haben die Arbeiter täglich Bewehrungen montiert, Schalungen gestellt und betoniert. Der Rohbau dieses Tunnelabschnitts zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor und an der dort auf der Südseite der Kriegsstraße angesiedelten Betriebszentrale wird etwa noch bis ins erste Quartal des nächsten Jahres dauern.

 

Am Karlstor im Baufeld W 1 wird  im westlichen Baufeldbereich noch einige Tage unter der Bodenplatte der früheren Rampe die Weichgelsohle hergestellt sowie Anker in der ersten Lage für den Baugrubenverbau seitlich ins Erdreich gebohrt und dann verpresst. 

 

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße geben Handwerker den Ton an – und haben ebenso viele wie verschiedenartige Aufgaben vor sich: Die vom Rohbau hergestellten Böden und Treppenschrägen erhalten eine Terrazzo-Auflage beziehungsweise Stufen aus diesem Material – Zement, in den kleine Steine eingelagert, der dann gegossen und anschließend auch geschliffen wird. Diese Arbeiten sind in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße und Kronenplatz zu beobachten.

 

In luftiger Höhe, aber auf dem Raumgerüst sicher stehend sind die Arbeiter unterwegs, die in den Haltestellen .Lammstraße, Europaplatz und Marktplatz die Haltestellendecke verkleiden.

 

Auch der Trockenbauer hat aktuell viele Aufgaben: Durchbrüche werden geschaffen oder, nachdem Leitungen und Rohre durch Wände geführt wurden, wieder verschlossen. Statt der zunächst provisorisch eingebauten Bautüren aus Blech für den Zugang zu den Technikräumen werden nun die endgültigen Stahltüren eingepasst.

 

Installateure für Lüftung und die Entrauchung montieren derzeit in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße, Kronenplatz und Durlacher Tor ihre Anlagen. Elektriker sind praktisch überall tätig – schließen sie doch letztlich die Anlagen und komplexen Systeme an den Strom an. Dazu gehört auch die Montage von Transformatoren, die die vom Stromnetz angelieferten 20 Kilovolt in 400 Volt umwandelt.

Unten gut voran.