Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Beim Stadtbahn- und Straßenbahntunnel läuft im Innenausbau der Endspurt

Von unten nach oben arbeiten sich die Handwerker im Stadtbahntunnel: Hier werden die Treppenabgänge am Europapplatz mit Stein verkleidet.
Bald befahrbar: Vor der Heinrich-Hübsch-Schule entstehen die endgültige Autofahrbahn und der Gehweg in der Kriegsstraße.
Schon befahrbar: Auf der Nordseite der Kriegsstraße ist die Fahrbahn auf Höhe des Meidinger Blocks hergestellt.
Neu geordnet ist die Kreuzung Ettlinger Tor. Dadurch rollt der Verkehr jetzt provisorisch in der Mitte der Kriegsstraße.

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ist auf der Zielgeraden – unabhängig davon, dass das eigentliche Inbetriebnahme-Prozedere unter realen Bedingungen auch noch seine Zeit benötigen wird. So beschäftigen sich eine Reihe von Handwerkern derzeit in den sieben unterirdischen Haltestellen und den dazwischenliegenden Tunnelabschnitten mit dem Feinschliff. Da werden in den Abgängen zu den Zwischenebenen und von dort hinunter auf die Bahnsteigebene an Gehtreppen Handläufe montiert, die eine sichere Führung der Fahrgäste unter Berücksichtigung sämtlicher Regularien für Mindestbreiten garantieren.

 

Auch der für das „Stocken“ – das Aufrauen des vom Rohbau mit einer glatten Oberfläche hinterlassenen Betons an den Wänden – zuständige Handwerker ist derzeit erneut unterwegs: Er arbeitet Stellen nach, damit das Aussehen optisch einwandfrei ist, und er raut den Beton auch an wenigen Restflächen auf, an die er bisher wegen Arbeiten anderer Gewerke nicht herankam.

 

Schon in die Richtung Betrieb gehen die derzeit laufenden Messarbeiten am Funknetz: Für eine sichere Kommunikation auch in Notfällen finden Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte das von der Oberfläche vertraute Funknetz auch unter der Erde wieder. Die Installation war das eine – das Ausmessen der Signale muss aber erfolgen, solange noch Änderungen an der Installation möglich sind.

 

Auch an der sichtbaren „Hardware“ wird noch intensiv gearbeitet: So werden Haltestelle für Haltestelle alle Fahrtreppen in Betrieb genommen, ihre grundsätzliche Funktionsfähigkeit ebenso überprüft wie die programmierten Varianten für Schadens- oder Notfälle.

 

Arbeiten wie diese wird es auch noch ab April geben, wenn die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) ihren Probebetrieb aufnehmen: Das Gleisbett in den Haltestellen und die Tunnelabschnitte werden mit Bauzäunen von den Bahnsteigbereichen getrennt, so dass auch weiter Handwerker für den Feinschliff in den kommenden Monaten unterwegs sein können, ohne die Vorbereitungen der VBK auf den Fahrgastbetrieb ab 12. Dezember diesen Jahres zu beeinträchtigen.

 

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und dem darunterliegenden Autotunnel steht nun endgültig die Gestaltung der neuen Oberfläche als Schwerpunkt der Arbeiten fest: Insbesondere in dem Abschnitt zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor sind die Arbeiter mit der neuen südlichen Fahrbahn und mit den neuen nördlichen Gehwegen beschäftigt. Die bisher an den äußeren Rändern der Kriegsstraße verlaufenden Fahrbahnen – häufig als Provisorien aufgeweitet – werden entfernt, alte Bordsteinkanten oder Gehwegbegrenzungen abgeräumt und stattdessen eben die neue Fahrbahn mit Gehsteigen und den später auf den Autofahrbahnen befindlichen, aber optisch abgetrennten Radspuren versehen. Der Autoverkehr rollt unterdessen in der Kriegsstraßen-Mitte – also genau dort, wo im nächsten Schritt der Asphalt wieder entfernt wird und die Gleise verlegt werden.

 

Der bisher alles beherrschende Rohbau ist auf das letzte Teilstück des Tunnels westlich des Karlstors sowie die Ein- und Ausfahrrampen zwischen Ritterstraße und Karlstraße reduziert. Hier werden Außenwände und – im Falle des Tunnels - schließlich auch die Tunneldecke betoniert, bis zu guter Letzt nur noch wenige Meter für den Tunnelbau direkt unter der Kreuzung der Karlstraße mit der Kriegsstraße übrigbleiben – wenn ab dem zweiten April-Wochenende erst einmal die beiden Hilfsbrücken für die Stadtbahnen und Straßenbahnen am Karlstor abgebaut sind.

 

Rohbau in kleinerem Umfang gibt es auch noch am Hebewerk West – voraussichtlich noch bis Mai 2021. Am Hebewerk Mitte konnte der Rohbau termingerecht abgeschlossen werden. Starten wird dort nun die Ausrüstung des Hebewerks mit Pumpen, Leitungen, Schiebern und elektrischer Steuerung. Diese Hebewerke werden das über die Rampen in den Tunnel eingetragene Wasser sammeln und nach oben in die Kanalisation pumpen.

 

An der unterirdischen Zufahrt in das Parkhaus des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor fehlen nur noch wenige Meter des Deckels, so dass bald auch in diesem Abschnitt die Arbeiten an der Kriegsstraßen-Oberfläche starten können.

 

Straßenbauarbeiten gibt es auch unterirdisch: Im Autotunnel werden westlich der Ritterstraße und an den Ein- und Ausfahrtsrampen zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße Kanäle für Abwasser an den künftigen Fahrbahnrändern aus Betonfertigteilen (sogenannte Schlitzrinnen) angelegt und zwischen diesen Rändern die Asphaltfahrbahn eingebaut.

 

An diesem Montag (22. März) sind die Arbeiten an den neuen Einmündungen der nördlichen und der südlichen Ritterstraße in die Kriegsstraße soweit abgeschlossen, dass sie dem Verkehr übergeben werden können. Dann ist auch wieder das hier bis zum Herbst noch vorgesehene Provisorium in der Mitte der Kriegsstraße in Betrieb, sodass eine Querung der Ritterstraße an dieser Stelle für Kraftfahrzeuge und Fahrräder wieder möglich ist. Im Herbst wird dann hier die letzte Lücke in den neuen Gleisen geschlossen und es können nur noch Radfahrer und Fußgänger an dieser Stelle die Kriegsstraße queren.

 

An diesem Dienstag (23. März) steht nochmals ein kleiner Umbau der provisorischen Verkehrsführung am Mendelssohnplatz an. Die nach Westen führende endgültige Fahrbahn wird zwischen Fritz-Erler-Straße und Adlerstraße in Betrieb genommen. Außerdem wird die wegen den Bauarbeiten gesperrte Einmündung der nördlichen Adlerstraße in die Kriegsstraße in ihrer endgültigen Form dem Verkehr übergeben.