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Nun beginnt auch am Karlstor der Tunnelbau Kriegsstraße

Die Tage der alten Überführung Kriegsstraße am Karlstor - hier der Blick von Osten - sind gezählt: Straßenbahnen werden ab 20. April nicht mehr von Norden nach Süden und umgekehrt verkehren, für Autofahrer gibt es Umleitungen.
Die Tage der alten Überführung Kriegsstraße am Karlstor - hier die Ansicht von Westen - sind gezählt: Straßenbahnen werden ab 20. April nicht mehr von Norden nach Süden und umgekehrt verkehren, für Autofahrer gibt es Umleitungen.

Der westlichste und gleichzeitig auch letzte Abschnitt des Umbaus der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel beginnt: Bereits Ende dieses Monats laufen die ersten Arbeiten an. Die alte, über 50 Jahre alte Straßenunterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße hindurch wird abgebrochen, darunter entsteht der neue Autotunnel. Die Rampe westlich des Karlstors bleibt erhalten – sie wird jedoch bautechnisch ertüchtigt, insbesondere erhalten die seitlichen Wände eine schallabsorbierende Verkleidung. Für den unumgänglichen Abriss der alten Unterführung – ihre Betondecke lässt den Einbau des künftigen oberirdischen Gleisdreiecks nicht zu – und den Tunnelbau ist eine zweimalige Sperrung der Stadtbahn- und Straßenbahngleise zwischen Europaplatz und Mathystraße notwendig. In der Zeit zwischen den beiden Sperrungen werden aber, wie bereits im vergangenen Jahr auf dem Mendelssohnplatz, Hilfsbrücken eingebaut, die die Sperrzeit verkürzen.

 

Autofahrer können in der „heißen“ Bauphase das Karlstor ebenfalls weder von Norden nach Süden noch umgekehrt queren. Allerdings gibt es ebenfalls nach dem Vorbild Mendelssohnplatz jeweils westlich und östlich vom Karlstor so genannte „Wender“, über die Autofahrer dennoch den nördlichen oder südlichen Teil der Karlstraße erreichen können. Gleiches gilt auch für Fußgänger: Für diese Verkehrsteilnehmer wird eine eigene Hilfsbrücke errichtet, die ein Überqueren der Baugrube ermöglicht. Radfahrer werden in Fahrtrichtung Süden ab der Sophienstraße über die Hirschstraße und in Fahrtsichtung Norden ab der Mathystraße über die Ritterstraße an der Baustelle vorbei geleitet.

 

Los geht es am 20. April mit der Sperrung der Gleise in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße. Für den Öffentlichen Personennahverkehr bedeutet das eine Vollsperrung, Ziele rund um das Karlstor können per Bahn über die Haltestellen Europaplatz, Mathystraße oder auch Konzerthaus angesteuert werden. Für Autos ist das Queren der Kriegsstraße auf der Karlstraße von Norden nach Süden und umgekehrt auf direktem Weg unmöglich, wohl aber per Rechtsabbiegen und dann über die „Wender“ auf Höhe der Hirschstraße beziehungsweise auf Höhe der Ritterstraße. Radler werden um die Baustelle geleitet. Fußgängern steht eine eigene Überquerung der Baugrube Kriegsstraße zur Verfügung. Bis September wird dann mitten auf, oder besser: unter der Kreuzung, die Baugrube hergestellt und die alte Unterführung abgebrochen.

 

Anfang September erfolgt dann der Einbau der beiden Hilfsbrücken – für jede Fahrtrichtung ein Element. Ab 13. September gehen die Gleise in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße wieder in Betrieb, die Bahnen rollen über die Hilfsbrücken. Für Autofahrer bleibt die Situation unverändert: Für die Nord-Süd- oder Süd-Nord-Fahrt stehen die „Wender“ zur Verfügung.

 

Im zweiten Quartal des nächsten Jahres erfolgt zum zweiten Mal die Sperrung der Gleise in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße. Fahrgäste der Bahnen erreichen ihre Ziele rund um das Karlstor dann erneut wieder nur über die Haltestellen Europaplatz, Mathystraße oder Konzerthaus. Autofahrer nutzen wie bisher zum Queren der Kriegsstraße die Wender auf Höhe der Hirschstraße beziehungsweise der Ritterstraße. Wenn die Hilfsbrücken ausgehoben sind, werden die Wände und die Decke des neuen Autotunnels hergestellt – und auch gleich die Oberfläche der neuen Kreuzung Karlstor mit dem Gleisdreieck, den Straßenfahrbahnen sowie den Rad- und Gehwegen.

 

Voraussichtlich im dritten Quartal 2021erfolgt dann die Inbetriebnahme der neuen Gleise in der Karlstraße in Nord-Süd- beziehungsweise Süd-Nord-Richtung. Zum Jahresende geht dann die komplette Kriegsstraße mit der oberirdischen Gleistrasse und dem darunter liegenden Autotunnel in Betrieb.

 

Anwohner, Einzelhandel und Dienstleister in einem großen Radius rund um das Karlstor wurden auf Veranstaltungen bereits im Dezember über die anstehenden Maßnahmen informiert. Bei gravierenden Eingriffen – etwa nächtliche Lärmbelästigungen oder kurzzeitigen Sperrungen von Zufahrten – erhalten die Betroffenen zudem spezielle Informationen, die die Auswirkungen solcher Maßnahmen detailliert erläutern.